Mittwoch, 4. November 2009

Wiedersehen Teil 2

Neele Pov

Viel zu schnell musste ich mich wieder von ihm trennen, hätte noch stundenlang so eng umschlungen dort stehen können. Die Fotographen hatte ich längst vergessen, ebenso Naischel und Kellan. Letzterer konnte das allerdings nicht auf sich sitzen lassen und unterbrach uns. Ich verstand nur etwas von 'Seifenoper', doch Naischel hatte ihn schnell wieder im Griff.
„Braucht da jemand mal wieder ein paar Tage Entzug?“ ich musste lachen.
Rob wurde nun schon zum zweiten Mal gerufen, sodass ich mich verabschieden musste.
„Kommst du ins Hotel? Nach Drehschluss?“ fragte er und sah mich an.
„Ich werde da sein.“ gab ich leise zurück, er drückte mich an sich. Ich wünschte, er würde mich ewig so festhalten.
„Beeil dich, nicht, dass du wegen mir noch Ärger bekommst.“
„Nie im Leben, eher wird dir der Regisseur auf ewig dankbar sein und dir möglicherweise sogar noch eine Hauptrolle in einem Hollywoodfilm geben.“
„Wie bitte?“ ich verstand nicht.
„Egal, ich erkläre es dir später, Schatz.“
Erneut gab er mir einen Kuss, bevor er mich losließ und über die Straße lief.
Kurz ordnete ich meine Gedanken, dann wandte ich mich Naischel und Kellan zu.
„Also von mir aus können wir gehen! Es sei denn ihr wollt den New Yorkern noch ne extra Vorstellung geben“, ich kicherte.
„Nee die Schlagzeile habt ihr denen heute schon geliefert“, Kellan lachte nun auch. „Also was machen wir jetzt? Wollen wir uns New York angucken?“
„Ich würde gerne ins Hotel zurück…“ Es war mir fast ein bisschen peinlich, aber ich hatte das Gefühl, dass mir ein bisschen Zeit alleine ganz gut tun würde, dann könnten sich die Schmetterlinge in meinem Bauch vielleicht ein bisschen beruhigen.
„Wir sind in New York und du bereitest lieber ein Hotelzimmer für ein Wiedersehen vor und guckst dir nicht die Stadt an?“
„Kellan!“, zischte Naischel ihn böse und boxte ihn in die Seite.
„Au, verdammt Schatz“
„Als ob das weh getan hätte… Geh ruhig ins Hotel Süße, wir werden uns ein bisschen New York ansehen, sehen wir uns morgen zum Frühstück?“
„Wieso Frühstück, können wir nicht heute Abend mit ihnen Essen?“
„Kellan, ich denke nicht dass die beiden heute Abend mit uns Essen möchten“
Kellan sah Sie fragend an, dann schien er zu verstehen. „Oh, verstehe“, sagte er und grinste. Ich wurde rot und sah zu Boden.
„Also dann bis morgen, einen wunderschönen Abend Süße, bis dann“, Naischel umarmte mich und zog Kellan dann hinter sich her in Richtung der Taxen.

Spontan entschied ich mich dazu, zum Hotel zu laufen. Es war schließlich nicht sehr weit und so hätte ich die Chance, mir New York ein bisschen anzusehen. Bis Rob Drehschluss hatte würde es noch eine ganze Weile dauern und Kellan hatte mich auf eine Idee gebracht. Das Hotelzimmer müsste ich vielleicht nicht vorbereiten, aber mich ein bisschen? Worüber dachte ich hier überhaupt nach? Wollte ich vielleicht in einer Corsage und Strapsen vor ihm stehen? Bei dem Gedanken daran, wie ich dann aussehen würde, musste ich laut lachen. Nein, das konnte ich nicht bringen. Aber ich war in New York, da sollte doch ein wenig shoppen drin sein? Nach nur zehn Minuten Fußweg hatte ich eine Einkaufsstraße gefunden. Tief durchatmen und dann von oben bis unten durcharbeiten. Gesagt, getan. Ich fing auf der rechten Seite an.
Mir verschlug es den Atem, als ich den ersten Laden betrat. Der Traum einer jeden Frau, die nach New York fuhr. Ich wusste nicht, wo ich zuerst hinsehen sollte. Alles war nach Farben geordnet, schon auf den ersten Blick sah ich mindestens fünf Teile, die ich anprobieren wollte. Ich ging zum ersten Kleiderständer, braune Kleidungsstücke und zog ein Kleid heraus, schlicht, aus Baumwolle und doch etwas besonderes. Als ich nach meiner Größe schauen wollte, fiel mein Blick auf den Preis, was mich sofort dazu bewegte, das Kleid wieder zurückzuhängen. Ich war mir sicher, dass ich die restlichen Preisschilder nicht ansehen musste um zu wissen, dass ich mir hier vermutlich nicht einmal einen Schal leisten konnte.
Schnell verließ ich den Laden, bevor ich von einer Verkäuferin beachtet wurde. Das war nämlich auch so eine Masche, wenn der Kunde erst einmal begrüßt worden wäre, dann wäre es ihm so unangenehm, einfach wieder aus dem Laden zu gehen, sodass er sich mit Sicherheit beraten ließe. Und möglicherweise würde er sich dann bequatschen lassen und doch etwas kaufen, obwohl es eigentlich nicht in seinem Budget war.
Ich betrat den nächsten Laden, auf der nächsten Seite doch auch hier, das gleiche Spiel. Ich fand auf Anhieb einige schöne Sachen, doch sie sprengten einfach meinen finanziellen Rahmen.
So ging es die ganze Straße, auch in der nächsten hatte ich kein Glück. War ich in der teuersten Ecke von ganz New York gelandet? Oder gab es hier schlichtweg einfach keine, ich möchte sagen, preisgünstigeren Läden?
Zwei Stunden lief ich nun bereits durch die Stadt, mein Magen begann bereits zu knurren. Wieviele Kalorien ich bisher wohl verbrannt hatte? Auf der Suche nach etwas Essbaren gelangte ich immer weiter in die Stadt hinein, endlich, nach Stunden, wie es mir vorkam, fand ich einen 'Subway'. Was für ein Zufall, nicht nur etwas essbares, sondern auch noch mein absoluter Lieblings-'FastFood'-Anbieter. Wie gut, dass wir zu Hause auch einen hatten und ich bereits gelernt hatte, die Zutaten richtig auszusprechen. Nichts war damals in Irland peinlicher gewesen, als auf die Zutaten zeigen zu müssen. Schnell betrat ich den Laden und wurde auch sofort von einer Mitarbeiterin begrüßt.
„Hallo, was kann ich für dich tun?“
„Ich hätte gerne ein Sandwich.“
„Im Menü?“
„Nein, danke. Nur einzeln.“ ich wollte es ja auch nicht übertreiben.
„In Ordnung, welches Brot hättest du denn gerne? Und welche Zutaten?“
„Ich hätte gerne das 'Cheese Oregano', getoastet bitte. Mit Salat, Gurken, Oliven und Pepperoni. Außerdem Frischkäse und die 'Roasted Chicken Breast'.“
„Sehr gerne, welche Sauce soll darauf?“
„Ach, ganz vergessen, bitte 'Honey Mustard'.“
Es dauerte nicht lange, dann hielt ich mein special-Sandwich in den Händen. Eigentlich war mein Plan gewesen, es im Gehen zu essen, aber dann hatte ich daran gedacht, dass ich nicht unbedingt eine Meisterin im 'unfallfrei essen“ war, sodass ich mich dann doch entschied, vor Ort zu essen. Dank Servietten in greifbarer Nähe, sah ich auch nach dem Verspeisen des 30 cm langen Leckerbissens sauber und ordentlich aus. Über die Kalorienanzahl dachte ich besser nicht nach.
Als ich endlich fertig war, mein Bauchumfang mindestens 10 Zentimeter mehr, da war ich mir sicher, verließ ich das Gebäude und fand mich auf der Straße wieder. Aus welcher Richtung war ich gekommen? Bestimmt von rechts. Ich lief los und landete kurz darauf in einer Shopping Mall. Da würde ich doch etwas finden. Falsch gedacht, auch hier war alles so überteuert, dass ich fast weinen musste, als ich ein wirklich wunderschönes Kleid fand. Hierher musste ich unbedingt noch einmal mit Rob zurückkehren. Obwohl, nutzte ich ihn damit nicht nur aus? Ich wollte nicht, dass er das Gefühl bekäme, ich war nur hinter seinem Geld her. Mein Blick fiel erneut auf das Kleid. Nein, er könnte mir ruhig auch mal ein Geschenk machen, befand ich. Und ich wusste bereits, was für ein Geschenk das sein würde.
Ich sah auf meine Uhr. Mist. Ich hatte nicht mehr viel Zeit, bis Rob Drehschluss hatte. Gab es hier denn nirgendwo einen H&M oder so??
Ich verließ die Mall und wollte mich zumindest schonmal annähernd in Richtung des Hotels machen, doch ich kam nicht dort raus, wo ich vorher reingegangen war.
Ich sah nach rechts. Dann nach links. Wo war ich?
Ich beschloss, einfach erstmal loszulaufen, ich würde schon irgendwie zurückfinden, notfalls nähme ich mir einfach ein Taxi.
Ein Taxi? War weit und breit nicht zu sehen. Wunderbar. Ich holte mein Handy aus der Tasche und wählte Naischels Nummer. Keiner nahm ab. Das war ja mal wieder typisch, da war ich mal in einer echten Notlage und sie war nicht erreichbar.
Ich dachte kurz nach. Rob würde ich mit Sicherheit nicht anrufen. Wie doof käme das denn?
'Hallo Schatz, ich hab mich verlaufen, weil ich mir für unser Wiedersehen noch etwas Besonderes kaufen wollte. Holst du mich nach Drehschluss ab? Ich weiß aber nicht wo ich bin.'
Nein, das konnte ich auf keinen Fall bringen. Erstmal weiterlaufen, mir würde schon etwas einfallen, dachte ich. Wen kannte ich denn noch, der mir möglicherweise helfen könnte, mich zurechtzufinden? Natürlich könnte ich einfach jemanden ansprechen, aber schüchtern wie ich war, zog ich das gar nicht erst in Betracht.
Tom vielleicht? Nein, ganz sicher nicht, er könnte mir auch nicht helfen.
Ich würde auch alleine zum Hotel finden.

*eine halbe Stunde später*

Doch Tom?
Ich seufzte und zog im Gehen mein Handy aus der Tasche. Während ich die Nummer suchte lief ich weiter.

„Autsch.“ ich sah auf.
„Tut mir leid, ich...“ weiter kam ich nicht, da wurde ich auch schon in eine Umarmung genommen und verlor kurz den Boden unter den Füßen.
„Wer zum T...“ begann ich, doch da stand ich wieder auf eigenen Beinen. Mein Gegenüber trat einen Schritt zurück.
„TOM??“ nun war ich es, die lossprang um ihn zu umarmen. „Ich bin ja so froh dich zu sehen, ich wollte dich gerade anrufen.“ plapperte ich begeistert los, er fing an zu lachen und ich stimmte mit ein.
„Eigentlich hätte ich eine Beschimpfung erwartet.“
„Wieso?“ verwundert sah ich ihn an.
„So ist es zumindest beim letzten Mal abgelaufen.“
Ich boxte ihm spielerisch in die Seite.
„Autsch.“ kam es erneut von ihm.
„Ach komm, so doll kann das gar nicht wehgetan haben.“ Doch er hielt sich seine Seite. Hatte ich es doch übertrieben? „Tom? Ist alles in Ordnung? Ich wollte dir nicht wehtun...“ ich beugte mich zu ihm runter um sein Gesicht zu sehen. Er grinste mich an.
„Verarscht.“
„Oh du dämlicher...“ ich trommelte auf ihn ein, wie ein kleines trotziges Kind. Lachend hielt er meine Arme fest.
„So erwachsen und doch so ein Kind.“ Jetzt musste auch ich lachen, ich benahm mich absolut lächerlich, doch ich konnte nicht anders.
„Hey, du kannst ja lachen.“ entfuhr es ihm. Ich hörte inne und sah ihn fragend an.
„Ja, natürlich, wieso sollte ich nicht?“
„Na, beim letzten Mal...“ er brach ab, ganz so, als wüsste er nicht, wie ich auf eine Erwähnung unseres letzten Treffens reagieren würde. Als ich ihn nur lächelnd anblickte, fuhr er fort. „Aber wenn ich dich mit einem so verklärten Blick vor mir stehen sehe, dann muss wohl alles in Ordnung sein bei euch? Habt ihr alles geklärt?“
„Gewissermaßen.“ ich musste grinsen.
„Das heißt?“
„Ich weiß nicht, ob man es 'klären' nennen kann, wenn man sich vor sämtlichen am Set versammelten Paparazzi gefühlte Stunden küsst?“
„Ich denke, das ist zumindest ein Anfang. Hey, freut mich für dich.“ er schenkte mir ein lächeln.
„Danke.“ ich zögerte, „Für alles.“ dann streckte ich mich und gab ihm einen Kuss auf die Wange.
„Nicht dafür. Aber sei dir sicher, ich will ALLES hören! Da fällt mir ein, du hattest erwähnt, dass du mich anrufen wolltest?“
„Ach ja... ich hab mich verlaufen.“ gab ich zu und wurde rot. „Und du warst meine letzte Hoffnung. Ich muss unbedingt zurück zum Hotel und eigentlich auch noch irgendwo shoppen, aber in der ganzen Stadt scheint es keinen vernünftigen Laden zu geben.“
Tom fing lauthals an zu lachen.
„Hey, wieso lachst du?“
„Du bist in DER Shopping Metropole überhaupt und findest nichts? Was ist denn für dich ein 'vernünftiger' Laden?“
„H&M?“
Er lachte noch lauter. „Komm mit.“
In nur wenigen Minuten standen wir vor einem riesigen H&M.
„WOW!“ entfuhr es mir.
„Ja, das ist nicht schlecht.“ gab er zu. Dann zog er mich hinein.
„Was hast du vor?“
„Na, du wolltest shoppen, also machen wir das jetzt.“
„Aber hast du nichts Besseres zu tun?“
„Ich habe Freizeit...“
„Dann solltest du die auch nutzen, meinst du nicht?“
„Das tue ich gerade, also: Was willst du kaufen?“
Ich wurde rot und sah zu Boden.
„Ich verstehe schon, du willst ihm den Kopf verdrehen.“ er grinste verschmitzt. Ich nickte beschämt. „Das muss dir doch nicht peinlich sein, also, auf geht’s.“
Und schon zog er mich zielstrebig zur Rolltreppe, die uns in die Etage der Damenabteilung brachte. Ich war erschlagen von der Auswahl, es war riesig.
„Hallo? Tom an Neele?“
„Hm?“ gab ich verwirrt zurück.
„Ich habe dich gerade zum dritten Mal gefragt, ob du eine genaue Vorstellung hast.“
Ich schüttelte den Kopf.
„Darf ich für dich aussuchen?“
Ich nickte, obwohl ich mir nicht sicher war, ob er Ahnung von dem hatte, was er tat. Er ließ mich einfach stehen, war jedoch nach kurzer Zeit bereits wieder zurück.
„Ich hoffe, ich habe die richtigen Größen gefunden, ich habe einfach geschätzt. Die Umkleidekabinen sind dort hinten.“
Da ich keine Anstalten machte, mich in Bewegung zu setzen, schob er mich sanft, aber bestimmt in besagte Richtung.
„Umziehen.“ bestimmte er und ich gehorchte.
Als ich mich völlig umgezogen hatte, wie durch ein Wunder hatte er tatsächlich alle Größen getroffen, sah ich mich im Spiegel. Meine Güte, der Mann hatte Stil, eindeutig.
„Zeigen.“ ertönte es von draußen.




„Wow, du siehst großartig aus.“
„Danke... aber, wie hast du das gemacht?“
„Was gemacht?“
„Du hast alle Größen getroffen und noch dazu passt es alles zusammen.“
„So bin ich.“ er grinste.
„Bild dir darauf bloß nichts ein.“
„Möchtest du noch etwas anderes ausprobieren?“
„Nein, es ist perfekt.“
„Wunderbar, dann zieh die Sachen kurz aus und ich gehe bezahlen. Danach kannst du die Sachen gleich anbehalten.“
„In Ordnung.“ ich wollte mich gerade umdrehen, da dachte ich über seine Worte nach. „Moment mal. Bezahlen? Vergiss es!!“
„Natürlich bezahlen, ich habs ausgesucht, also bezahle ich es auch.“
„Kommt überhaupt nicht in Frage.“
„Und ob es , also beeil dich.“
„Nein, nein, nein.“
„Von Robert würdest du dir die Sachen doch auch schenken lassen, oder?“
Da hatte er Recht.... „Aber...“ setzte ich an.
„Würdest du, weil du ihn nicht kränken wolltest. Ich versichere dir, ich springe von der nächsten Brücke, wenn du mich nicht bezahlen lässt.“
„Das kann ich natürlich nicht riskieren.“
„Siehst du, also los jetzt.“
Ich gehorchte und zog die Sachen in Windeseile aus. Ich gab sie ihm durch einen Spalt zwischen Vorhand und Wand und wartete dann, bis er zurückkam. Schnell hatte ich sie wieder angezogen und meine anderen Sachen in meiner Tasche verstaut.
„Danke.“ ich umarmte ihn.
„Gerne.“ war alles, was er sagte.
„Wann hat Robert noch mal Drehschluss?“
Ich sah auf meine Uhr. „Verdammt. Vor einer Stunde.“ Oh nein, das konnte doch alles nicht wahr sein. Ich hatte ihn quasi versetzt.
„Er wird es verstehen, komm´, wir beeilen uns und nehmen ein Taxi“
Nach einer kurzen Fahrt kamen wir an.
Tom begleitete mich bis vor die Lobby, dann blieb er stehen.
„Das ist jetzt dein Weg.“
„Ich glaube, ich kann das nicht.“ wo war mein Enthusiasmus geblieben? Dort oben wartete Rob auf mich. MEIN Rob. Und ich stand hier und wollte nicht zu ihm hochgehen?
„Neele, natürlich kannst du. Vielen Dank für den schönen Nachmittag, wir werden uns bestimmt bald Wiedersehen.“ Tom gab mir einen Kuss auf die Wange und ließ mich einfach stehen.
Ich atmete tief durch und betrat dann das Hotel.
Bei der Rezeption angekommen drückte ich auf die Klingel. Eine junge Frau trat aus einer Tür.
„Guten Tag, sie wünschen?“
„Können sie mir sagen, wo das Zimmer von Robert Pattinson ist?“
„Tut mir leid, darüber können wir keine Auskunft geben.“
„Könnten sie ihn dann bitte anrufen und ihm sagen, dass ich hier warte?“
„Ich bitte nochmals um Entschuldigung, aber wissen sie, wie viele Fans hier anrufen und darum bitten, zu ihm durchgestellt zu werden?“
„Aber...“ ich war den Tränen nahe. Wir beide im gleiche Hotel und sie wollten mich nicht zu ihm lassen.
„Gibt es hier ein Problem?“ ein älterer Mann in einem Anzug trat hinter den Empfangstisch.
„Diese junge Dame möchte zu Robert Pattinson.“ erklärte die Hotelangestellte. Ich konnte sehen, dass sie die Augen verdrehte.
„Nun, Miss Collins, haben sie denn nach ihrem Namen gefragt?“
„Nein, habe ich nicht. Warum auch, das machen wir doch nie. Sie ist sicher ein Fan.“
Der Mann wandte sich an mich. „Guten Tag, mein Name ist Michael Fanning, ich bin der Direktor dieses Hauses. Dürfte ich ihren Namen erfahren?“
„Natürlich, Neele.“ ich hoffte, dass mein Vorname ausreichen würde.
„Entschuldigen sie die Unannehmlichkeiten, könnte ich einen Blick auf ihren Ausweis werfen?“
Ich seufzte, holte aber meinen Ausweis heraus und legte ihn auf den Tisch.
„Also, Miss Collins, wenn sie jetzt diesen Ausweis sehen und die Notiz, die bei der Buchung von Mr Pattinson hinzugefügt wurde, was sagt ihnen das.“
„Dass sie die Freundin von Mr Pattinson ist...“
„... und uneingeschränkten Zugang zu seinen Räumlichkeiten hat, richtig.“ er wandte sich wieder mir zu. „Es tut mir sehr leid, dass ich Ihnen nicht sofort geholfen habe. Mr Pattinson ist in Zimmer 501. Nehmen sie am besten den Aufzug.“
„Vielen Dank.“
Ich nahm meine Sachen und ging dann zum Aufzug. Im richtigen Stockwerk angekommen, wandte ich mich nach rechts und folgte den Pfeilen.

Ich stand vor seiner Tür.
Ich zögerte, dann öffnete ich meinen Pferdeschwanz und klopfte an die Tür.
Es dauerte nicht lange, dann wurde sie geöffnet.

Er stand vor mir, trug eine graue Hose und ein schlichtes, schwarzes Hemd.





Der obere Knopf war geöffnet, ich konnte einige vorwitzige Haare hervorblitzen sehen.
Niemals hätte ich gedacht, dass ich männliche Körperbehaarung einmal so anziehend finden würde, wie in diesem Moment.

Ich war unfähig mich zu bewegen, er trat einen Schritt vor, dann blieb auch er stehen.
Eine Strähne meines Haares fiel mir ins Gesicht, ich hob die Hand um sie hinter mein Ohr zu streichen. Im selben Moment streckte auch er die Hand aus.
Unsere Hände berührten uns, ein Knistern breitete sich, von den Fingern abwärts, in meinem Körper aus.
Wir verschränkten unsere Finger ineinander, standen eine Weile einfach nur da und sahen uns in die Augen.
„Darf ich reinkommen?“ meine Stimme klang rau in meinen Ohren. Er antwortete nicht, sondern ging einfach einige Schritte zurück und zog mich mit sich. Die Tür viel ins Schloss. Ich genoss diesen Moment der Zweisamkeit, wir mussten nicht reden.
„Du bist wunderschön...“ sagte er leise, ich konnte nicht anders, ich überbrückte den Platz zwischen uns. Legte meine Arme um seinen Hals und presste meine Lippen auf die seinen.
Er erwiderte den Kuss, sanft umspielte seine Zunge meine Lippen, bat um Einlass. Nur zu gern ließ ich sie gewähren. Seine Zunge erkundete meinen Mund, ein Schauer fuhr über meinen Rücken, als sich unsere Zungenspitzen berührten.
Rob hob mich hoch, ich legte meine Beine um seine Hüften, nur um ihm noch näher zu sein. Während er mich zum Bett trug, streifte ich meine Schuhe ab. Ganz langsam legte er mich darauf.
Vorsichtig fuhr er mit einer Hand unter meine Bluse, seine Finger hinterließen eine brennende Linie auf meinem Körper. Immer höher schob er die Bluse, bis er sie mir schließlich über den Kopf zog und vom Bett warf. Er sah mir in die Augen. Ich wollte etwas sagen, musste etwas sagen, doch mir fehlten die Worte. Er senkte seine Lippen auf meinen Mund, verschloss ihn. Weiter wanderten seine Hände, jeden Zentimeter meiner Haut schien er berühren zu wollen.
Ich knöpfte ihm sein Hemd auf, er streifte es sich von seinem Körper. Mein Kopf wanderte zu seiner Schulter, ich küsste ihm eine Spur, von einer Schulter zur anderen, an seinem Hals hielt ich inne, biss sanft in seine Haut, was ihn zu einem Stöhnen verleiten ließ.
Währenddessen machte ich mich an seiner Hose zu schaffen, als ich sie endlich geöffnet hatte, streifte er sie sich ab. In seiner Boxershort zeichnete sich sehr deutlich das ab, was ich so gerne in mir spüren wollte. Auch er half mir, mich meiner Hose zu entledigen, danach machte er sich an meinem BH zu schaffen. Endlich war ich auch diesen los und er begann, meine Brüste zu bearbeiten, er umspielte meine Brustwarzen, die sich in freudiger Erregung ähnlich verhielten, wie sein bestes Stück. Er umschloss die eine mit seinen Lippen, saugte sanft daran. Mir entwich ein Stöhnen.
Meine Hand wanderte in seine Hose, ich umfasste seine Männlichkeit, ich fuhr auf und ab, er zuckte, als ich seine Spitze berührte. Er hob den Kopf und sah mich an, während er mir nun auch meinen Tanga auszog, sofort tat ich es ihm bei seiner Boxershort gleich.
Tief blickte er mir in die Augen, während er sanft in mich eindrang.
Ich streckte mich ihm begierig entgegen, bereit, alles von ihm aufzunehmen. Er fing an, sich in mir zu bewegen, erst langsam, dann immer schneller werdend.
Immer wieder traf er meinen empfindlichsten Punkt, setzte Wellen von Wärme in Bewegung, die jede einzelne Zelle meines Körpers erreichten.
Ich spürte, wie die Klippe immer näher kam, ein Stöhnen konnte ich schon nicht mehr unterdrücken.
Ich kam nur kurz vor ihm, konnte es mir nicht verkneifen, seinen Namen zu rufen. Als er sich in mir ergossen hatte, küsste er mich leidenschaftlich.
Nachdem unsere Höhepunkte abgeklungen waren, ließen wir uns schwer atmend in die Kissen sinken. Ich kuschelte mich an ihn, genoss es, seine Wärme neben mir zu spüren.
„Ich liebe dich.“ flüsterte ich.
„Und ich liebe dich.“

Wir lagen lange wach in dieser Nacht, jeder von uns hing seinen Gedanken nach und doch, wir beide wussten, dass wir aneinander dachten. Ich fasste mir ein Herz.
„Rob... es tut mir so leid... alles...“
„Psst... nicht jetzt...“ er drückte mir einen Kuss auf die Stirn. „Grübel nicht so viel, ohne die Sorgenfalten auf deiner Stirn bist du noch hübscher als jetzt.“
Ich musste lächeln. Dann – natürlich zerstörte ich diesen wunderbaren Moment – musste ich gähnen.
Rob lachte leise. „Und jetzt schlaf, mein Liebling.“ Er legte die Decke über uns beide und gab mir einen letzten Kuss – für diesen Tag.

Am nächsten Morgen wurde ich von weichen, warmen Lippen auf den meinen geweckt.
„Guten Morgen, mein Engel.“
„Morgen...“ murmelte ich verschlafen und kuschelte mich wieder an ihn.
„Hey, Aufwachen, die anderen warten schon.“
„Nur noch 5 Minuten.“
„Das sagst du schon seit etwa einer Stunde.“
„Gar nicht.“
„Oh doch.“
„Hmpf...“ grummelte ich.
„Was hälst du von einer gemeinsamen Dusche?“
Sofort war ich hellwach. „Klingt nach einem Grund, aufzustehen.“
Rob lachte und trug mich ins Badezimmer.
Eine Stunde später gingen wir, nach einem prickelnden Duscherlebnis, Hand in Hand durch die Tür zum Restaurant. Ich konnte mir das Lächeln nicht verkneifen, es schien, als wäre es in meinem Gesicht eingebrannt. Gemeinsam traten wir an den Tisch zu Naischel und Kellan.
„Na endlich. Wir hatten schon gedacht...“ Kellan wechselte einen Blick mit Naischel, „Na gut, ich hatte schon gedacht, ihr seid diesmal zusammen abgehauen. Obwohl...“ er dachte einen Augenblick nach, „Wollt ihr nicht wieder gehen? Dann habe ich den kümmerlichen Rest des Buffets für mich. Denn falls ihr es nicht gemerkt habt, ihr seit zwei Stunden zu spät, die besten Sachen sind schon weg. Und nebenbei: Ich bin am verhungern!“
Naischel verdrehte die Augen.
„Wir freuen uns auch, dich zu sehen, Kellan.“ grinste ich.
Ich hatte das Gefühl, dass ich heute alles lustig finden würde...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen