Montag, 14. Dezember 2009

Mountains


Tom Pov



Ich war aufgeregt, wie ein kleiner Junge an seinem ersten Schultag. So lange hatte ich sie, Neele, nicht mehr gesehen. Wir telefonierten zwar ab und an, aber seit der Ring Con stand etwas offensichtlich zwischen uns. Ich wollte sie nicht dazu drängen mit mir über jenes Wochenende zu reden, ich war froh, dass sie mir überhaupt noch die Gelegenheit gab, an ihrem Leben teil zu haben.

Ich saß in der Limousine, die mich in Richtung des Bruin Theatres fahren sollte. Sie wusste nicht, dass ich auch kommen würde, ich wollte sie überraschen, aber je näher wir dem roten Teppich kamen, desto hirnrissiger fand ich meinen Plan. Was sollte ich sagen? Ich wollte ihr irgendwie beistehen, weil ich wusste, dass dies das erste Aufeinandertreffen von ihr und Robert war. Sie brauchte ihre Freunde um sich, damit sie diesen Abend durchstehen konnte. Natürlich wusste ich, dass ihr neuer Freund Paul an ihrer Seite stehen würde, Neele hatte mir von ihm viel am Telefon erzählt, persönlich kannte ich ihn allerdings noch nicht. Er schien sie glücklich zu machen, auch wenn es schmerzte, dass sie sich in gewisser Weise gegen mich entschieden hatte freute ich mich für sie. Ich wollte, dass sie glücklich war, ich wollte nicht, dass sie unter solchen Schmerzen litt, wie ich. Sie war alles für mich, mein Herz hing einfach an ihr, sie war ein fester Bestandteil davon. Ich würde für sie durchs Feuer gehen, ich liebte sie und musste einfach akzeptieren, dass sie mich nur als Freund sah, aber es war mir egal, was ich für sie war, für mich zählte nur, dass ich ihr Vertrauen wieder gewinnen konnte, dass es wieder so werden konnte, wie es einmal zwischen uns gewesen war. Ich nahm mir fest vor alles Erdenkliche zu tun, um Neele glücklich zu sehen, auch wenn ich dabei zu Grunde gehen würde.

Jade saß still schweigend neben mir. Sie hatte bemerkt, dass sich die „Beziehung“ zwischen Neele und mir verändert hatte, sagte aber nichts weiter dazu.

Der Wagen stoppte und wir stiegen aus, liefen Hand in Hand den roten Teppich entlang, posierten für die Fotografen. Wir waren relativ früh dran, offensichtlich waren die Hauptakteure des heutigen Abends noch nicht eingetroffen. Wir gingen ins Foyer des Theaters und unterhielten uns mit einigen anderen Gästen.

Irgendwann vernahm ich das hysterische Kreischen der Fans und warf einen Blick nach draußen. Rob war also angekommen. Er stand stocksteif da und ich frage mich, wer oder was seinen Blick so fesselte – ehe ich den Grund erkannte. Ich musste schwer schlucken, mir blieb der Atem weg – so gebannt war ich von ihrer Erscheinung. Neele stand am anderen Ende des Teppichs, nur wenige Meter von mir entfernt, allerdings bemerkte sie mich nicht, niemand tat dies. Von Weitem sah ich Naischel und Ashley herbeilaufen, in dem Moment wirbelte der Mann an Neeles Seite sie herum und küsste sie zärtlich. Ich schluckte schwer und es versetzte mir einen Stich. Ich sah zu Rob, sein Gesicht war schmerzverzerrt. Ich fragte mich, ob ich gerade ein ähnliches Gesicht machte und drehte mich schnell um, damit mich niemand entdecken konnte. Jade kam auf mich zu und tätschelte mir die Wange, Gott – wie sehr ich das hasste. Ich setzte ein Grinsen auf und wir gingen auf unsere Plätze.



*******



„Ich bin schon so gespannt, denkst du er ist genauso schlecht wie der erste Teil?“, fragte Jade mich als der Film endlich begann.

Ich war so auf Neele konzentriert, dass ich kaum etwas anderes wahrnahm. Jade schnaufte empört auf. „Tom, könntest du dich jetzt bitte mal mit mir befassen. Geh zu ihr und rede mit ihr, das ist ja nicht mehr auszuhalten“

„Ääääh, entschuldige bitte – was?“, stammelte ich verwirrt herum.

„Ich bin nicht dumm Tom, ich habe bemerkt, dass ihr offensichtlich ein Problem mit einander habt, es beschäftigt sich seit Wochen, also tu mir bitte einfach den Gefallen, wenn wir schon hier bei der Premierenfeier dieses bescheuerten Films sind, dass du zu ihr gehst und das klärst“

Erschrocken sah ich sie an, wie konnte ich nur so dumm sein und glauben, sie wüsste nicht über meine Probleme Bescheid? Jade kannte mich gut genug um zu wissen, dass mit mir etwas nicht stimmte, auch wenn ich nicht mit ihr darüber sprach.

Ich nickte ihr dankend zu und nahm ihre Hand in meine, während sie sich an mich lehnte und dem Film lauschte.

„Ich weiß gar nicht, was alle so toll an diesem Typen finden, sie verlassen um sie zu beschützen, wie dumm muss man sein?“

„Hm…“ war alles was ich darauf antworten konnte, denn in Wahrheit verstand ich Edward. Wir saßen etwas weiter hinten im Theater und so hatte ich die vorderen Reihen gut im Blick. Mir fiel der ständige Blickkontakt von Robert und Neele auf. Wie gerne wäre ich jetzt an ihrer Seite, um sie zu stützen.

Man sah gerade Ashley im gelben Porsche durch die Strassen Volterras fahren, als ich jemanden aufschluchzen hörte und Sekunden später rannte diese Person auch schon hinaus. Ich brauchte nicht aufzusehen um zu wissen, wer es gewesen war. Einen Augenblick später sah ich Robert ebenfalls nach draußen eilen. Ich hörte jemanden fluchen und eine leise männliche Stimme, die versuchte die Person zu beruhigen.

„Kellan, ich sag dir das jetzt zum letzten Mal, lass mich los und lass mich aufstehen, verdammt!“, kreischte die Person und versuchte dabei nicht all zu viel Aufsehen zu erregen. Ich schmunzelte, Naischel war unübertrefflich.

„Gib ihm eine Minute, lass sie sich aussprechen“, verteidigte Kellan sich weiter.

„Die Minute ist vorbei“ wütend sprang Naischel auf und rannte hinaus, dicht gefolgt von diesem Paul.

Ich fragte mich, was da gerade vor sich ging? Zu groß war die Neugier und meine Sorge, wie es ihr wohl gerade ging, aber Naischel und Paul waren draußen bei ihr und ich war mit Sicherheit nicht gerade jemand, den sie in dieser Situation sehen wollte.

Also beschloss ich einfach auf einen geeigneten Zeitpunkt auf der Aftershowparty zu warten, in dem ich mich endlich richtig mit Neele aussprechen konnte.



******


Suchend sah ich mich nach Neele um, konnte sie aber nirgendwo entdecken. Mit Naischel hatte ich schon kurz sprechen können, sie hatte mir erzählt, was auf der Toilette des Theaters passiert war. Sie war froh mich hier zu sehen und das gab mir Mut.

„Sprich dich richtig mit ihr aus, sie vermisst dich Tom, sehr sogar“

Ich war ihr dankbar, dass sie so offen war, sie wusste wie viel Neele mir bedeutete.

Endlich sah ich sie zusammen mit Paul eintreten, dieser verschwand aber ziemlich schnell auf der Herrentoilette. Neele wirkte einen kurzen Moment panisch, kramte in ihrer Tasche herum, ehe sie ihren Blick aufrichtete und mich entdeckte. Zögerlich stand ich da und hob schließlich schüchtern eine Hand. Sie wirkte genauso unsicher wie ich und ich musste unweigerlich grinsen, weil ich mir genau vorstellen konnte, wie es ihr ging, mir ging es ähnlich und offenbar hoffte sie darauf dass ihr Freund zurückkommen würde. Der DJ legte von Marit Larsen „If a Song could get me You“ auf ich sah Neeles Blick der ständig zwischen mir und dem was hinter mir war, hin und her sprang. Aus dem Augenwinkel hatte ich bereits bemerkt, dass Robert ein paar Meter weiter hinter mir stand.

Ich atmete noch einmal tief durch und beschloss Neele aus dieser Situation zu befreien, setzte mich also in Bewegung und schritt schmunzelnd auf sie zu.

Ich sah ihr tief in die Augen, als ich ein paar Schritte vor ihr stehen blieb. Tränen hatten sich in ihren Augen gesammelt und ich wollte nichts sehnlicher tun, als sie in den Arm nehmen. Ich überbrückte den letzten Abstand zwischen uns und schloss sie in meine Arme, drückte sie fest an mich. Es zerriss mir beinahe das Herz als ihr wundervoller Duft mich umwirbelte und sie an meiner Brust aufschluchzte.

„Süße, ich hab dich so sehr vermisst“
„Ich dich auch, Tom“, flüsterte sie leise.
Jemand räusperte sich hinter uns, verdammt, ich hätte ewig so mit ihr stehen können, ihr einfach nur Halt geben. Etwas verlegen löste sie sich von mir und drehte sich um.
„Warum finde ich dich immer in den Armen anderer Männer?“, fragte dieser Typ grinsend und streckte mir die Hand entgegen. „Hi, ich bin Paul, du musst Tom sein. Ich freue mich dich endlich kennen zu lernen“
Lachend drückte ich seine Hand. „Es ist schön DICH kennen zu lernen. Du hast das geschafft, was ich nicht konnte. Du hast sie wieder zum Lächeln gebracht“
„Ja, ähm… Paul. Ich denke Tom und ich sollten uns endlich richtig aussprechen, ist es okay…“, stammelte Neele nervös und sah Paul liebevoll an. Für einen kurzen Moment wurde mir wieder bewusst, wie viel ich für sie empfand und wie sehr ich mir wünschte, dass ihre Liebe mir galt.
„Aber sicher, lasst euch Zeit und pass gut auf sie auf, der andere Hornochse versucht sie immer abzufangen“, sagte Paul nickend.
Ich grinste und klopfte Paul auf die Schulter. „Das ist mir auch schon aufgefallen, keine Sorge, ich werde gut auf deine Prinzessin aufpassen“
Sie verabschiedete sich
von Paul und nahm ohne zu zögern meine Hand. Millionen kleiner Schmetterlinge machten sich in meinem Bauch breit, allein diese Berührung machte mich unendlich glücklich.

Wir suchten uns eine abgeschiedene Ecke und setzten uns auf ein freistehendes weißes Sofa.

„Du siehst toll aus“, brach ich schließlich das Schweigen.

Neeles Wangen färbten sich rot, wie sehr ich es liebte und diesmal galt diese Reaktion nur mir.

Ich nahm ihre Hand und streichelte sie zärtlich. „Wie geht’s dir?“

„Gut“, brachte sie fast flüsternd heraus.

„Seit wann lügst du mich an, Neele“

Sie seufzte und rollte mit den Augen, ja, ich kannte sie verdammt gut.

„Es geht, es gibt gute und schlechte Tage….“, sie sah mir einen Moment tief in die Augen und ich rückte näher zu ihr, streichelte sanft ihre Wange, während eine Träne, ihren Weg nach draußen fand. Sie versuchte stark zu sein, wie sie es immer tat, aber sie war zu erschöpft davon, ihre Gefühle verbergen zu müssen.

„Es tut mir alles so leid, ich wollte das alles nicht…“, sagte ich leise.

„Du kannst nichts dafür Tom, es ist doch alles meine Schuld gewesen. Ich war blind, ich habe…“ sie hielt einen Moment inne, ehe sie weiter sprach. „Ich habe nicht wahrhaben wollen, dass sich mehr zwischen uns entwickelt hat, mehr als gut war… Es tut mir leid dass ich dich um so einen Gefallen gebeten habe und ich rechne es dir hoch an, dass du derjenige warst, der standhaft geblieben ist. Ich möchte nicht, dass das länger zwischen uns steht, Tom. Ich kann so nicht weitermachen. Du fehlst mir so unendlich“ Sie schluchzte und weitere Tränen fanden ihren Weg hinaus. Ich zog sie dicht an mich und streichelte ihr sanft über ihren Rücken.

„Neele, es war meine Pflicht als Freund, dich davon abzuhalten einen riesigen Fehler zu begehen, egal wie sehr ich dich auch gewollt habe, dich immer noch will. Ich liebe dich, das kann ich nicht leugnen, ich möchte auch, dass du das weißt, aber ich werde nichts tun, was dir schaden könnte. Bitte lass mich einfach nur für dich da sein, wie früher“

„Aber ich möchte nicht dass du dich quälst“, wimmerte sie leise.

„Du quälst mich nur, wenn du mich aus deinem Leben verbannst. Lass mich für dich da sein, bei dir sein, das ist alles was ich will“ Ich gab ihr einen leichten Kuss auf die Stirn und wischte ihre restlichen Tränen mit einem Taschentuch weg.

Im Hintergrund hörten wir die Klänge von Biffy Clyro „Mountains“




I am the mountain
I am the sea
You can't take that away from me
I am the mountain
I am the sea
You can't take that away from me
'Cause you tear us apart
With all the things you don't like
You can't understand, that I won't leave
'Til we're finished here and then you'll find out
Where it all went wrong

Nothing lasts forever, except you and me
You are my mountain, you are my sea

Ich wollte ihr Fels in der Brandung sein, ich wollte sie niemals wieder verlassen müssen, wir waren noch nicht fertig. Ich würde niemals mit ihr fertig sein.

Sie lauschte dem Song und begann zu grinsen.

„Ich werde immer für dich da sein, du wirst mich nicht mehr los, Süße“, hauchte ich zärtlich und strich ihr eine Strähne hinters Ohr.

Sie sah mich mit einem undefinierbaren Blick an, legte eine Hand an meine Wange und küsste mich. Es war kein leidenschaftlicher Kuss, er war zart und süß, so wie Neele eben war.

„Ich liebe Dich Tom und ich wünschte, ich könnte dir mehr geben als das, aber das kann ich nicht. Ich will unsere Freundschaft nicht zerstören, denn das würde mich umbringen“ wisperte sie aufrichtig und sah mich liebevoll an, es war derselbe Blick, den sie zuvor bereits Paul geschenkt hatte und ich wusste, dass er aufrichtig war, dass sie mich wirklich liebte, es aber nicht genug war und manchmal war wahre Freundschaft eben mehr wert, alles andere.

Neele räusperte sich und sah sich um. Ich folgte ihrem Blick und sah Paul an der Bar stehen, er beobachtete uns. „Du solltest wieder zu ihm gehen, er scheint ein prima Kerl zu sein“

„Sicher?“, fragend sah sie mich an.

„Sicher. Versprich mir, dass du mich anrufst. Ich bin noch ein paar Tage in der Stadt und ich würde gern den Mann besser kennen lernen, der auf mein Mädchen aufpasst“

Sie lächelte, gab mir noch einen Kuss auf die Wange und hauchte mir ein „Danke für alles, Tom“ entgegen, ehe sie sich aufstand und Paul in die Arme lief. Pauls Blick fand meinen und er nickte mir dankend zu, ich seufzte und sah die beiden von dannen ziehen.

Ich blieb noch eine Weile auf der weißen Ledercouch sitzen und beobachtete das Geschehen um mich herum. Wo Jade war wusste ich nicht, ich hatte sie aus den Augen verloren, als wir den Club betreten hatten.

Plötzlich sah ich sie im Halbdunkeln stehen und sie war nicht alleine. Nicht, dass es mir etwas ausmachte, wenn sie sich mit anderen unterhielt aber die Art wie sie das gerade tat und mit wem, brachte mich zur Weißglut.

Kein geringerer als Robert stand neben ihr und flirtete sie an, natürlich hörte ich auf die Entfernung hin nicht was er sagte, aber was er tat, war um so deutlicher.

Er fuhr sich grinsend ständig durch sein Haar und Jade ließ keine Möglichkeit aus um ihn zu berühren. Sie flirteten heftig miteinander und ich beschloss, dem ganzen ein Ende zu bereiten.

Ich lief quer durch den Raum und umarmte Jade von hinten, senkte meine Lippen in ihren Nacken und küsste ihn.

„Tom, lass das… Schau mal wen ich gefunden habe, den großen Robert Pattinson. Ihr kennt euch doch noch, nicht wahr“

Robert grinste mich teuflisch an. „Schön dich Wiederzusehen Tom, es ist lange her“

„Leider nicht lange genug“, gab ich giftig zurück und funkelte ihn wütend an.

Robert hob fragend eine Augenbraue. „Ich habe mich nett mit deiner Freundin unterhalten, sie ist wirklich ein Goldstück“

„Ich wünschte ich könnte von dir dasselbe sagen, aber du hast dein Goldstück ja leider verloren“ Was war bloß in mich gefahren, dass ich ihn so provozieren musste.

Robert schürzte angespannt die Lippen und beugte sich näher an mich heran. „Ich würde die Klappe nicht zu weit aufreißen Felton, man kann ganz schnell verlieren, was man eben noch hatte“

„Willst du mir drohen Pattinson? Jade weiß von meiner Beziehung zu Neele, wir sind gute Freunde und das weiß sie auch“

„Freunde, sicher…. Das sieht doch ein Blinder, dass du in sie verschossen bist“, lachte er ausgelöst.

„Blind, interessante Wortwahl, Robert… Blind trifft es oder wie würdest du dich bezeichnen“

„Wie meinst du das?“, schrie er zurück.

„So wie ich es gesagt habe. Immerhin kann ich sagen, dass ich mein Goldstück wieder habe, im Gegensatz zu dir“

„Momentan mal redest du jetzt von mir oder deiner Neele?“, fragend sah sie zwischen uns beiden hin und her. „Das wird mir zu dumm Tom, das ist ja wie beim Hahnenkampf, ich warte im Hotel auf dich“ Jade drehte sich schnaubend um und verschwand.

Robert stand weiterhin wütend vor mir. „Ich rate dir die Hände von ihr zu lassen, du wirst es noch bereuen, ihr jemals zu nahe getreten zu sein“

„Im Gegensatz zu dir, will sie mich in ihrer Nähe haben, vielleicht solltest du darüber mal nachdenken“, sagte ich aufgebracht.

Er verzog schmerzverzerrt das Gesicht und blickte einen Moment auf den Boden, ehe er wieder aufsah, seine Augen glitzerten ein wenig und ich wusste, dass ich den Nagel auf den Kopf getroffen hatte.

„Halt die Fresse Felton, du weißt gar nichts. GAR NICHTS, hörst du, also häng dich nicht in Dinge rein, die dich nichts angehen“

„Manche Dinge gehen mich sehr wohl etwas an, zumindest mehr als dich“

„Da magst du Recht haben, Scheißkerl, aber ich werde sie zurück gewinnen, ihr werdet es schon alle sehen“

„Nicht wenn ich es zu verhindern weiß“, platze es aus mir heraus.

Rob hatte sich gerade zum Gehen gewandt, drehte sich nun wieder zu mir um.

„Du musst auch immer das letzte Wort haben oder Felton?“

Herausfordernd sah ich ihn an und hoffte eigentlich nur darauf, dass er endlich seine Hand gegen mich erhob. Ich wollte ihm schon so lange eine verpassen, wollte aber nicht der erste sein, der zuschlug.

„Robert kommst du endlich, ich hab genug für heute. Diese kleine Schlampe hat mir den ganzen Abend ruiniert“, gab Kristen von sich, die hinter ihm aufgetaucht war.

Was dann passierte überraschte mich, anstatt einfach mit ihr zu verschwinden, drehte Rob sich mit weit aufgerissenen Augen um. „Sie war die schönste Person am heutigen Abend und du wirst ihr niemals das Wasser reichen können, die einzige Schlampe hier bist du, Kristen!“

Der komplette Raum war mittlerweile fast Totenstill, selbst der DJ hatte die Musik herunter gefahren. Ein Gemurmel ging durch die Reihen und Kristen sah Rob entsetzt an. „Wie hast du mich eben genannt?“

„Schlampe“, kam es jetzt von jemanden hinter mir. „Jedem so wie er es verdient“

„Das werdet ihr alle bereuen und vor allem DU Robert“, keifte Kristen und brüllte laut um sich.

Robert senkte seinen Blick, er schien nach zu denken. „Tom es tut mir leid, können wir uns…also…“

Wollte er sich wirklich mit mir unterhalten? Konnte ich das Neele antun? Konnte ich ihr so sehr in den Rücken fallen, wo doch gerade erst alles wieder gekittet zwischen uns beiden war.

„Rob, man, ich weiß nicht, ob…“

„Bitte Tom, du bist meine letzte Hoffnung“, bat er flehend und ich hätte nie gedacht, dass sein trauriger Blick mich so sehr berühren würde.

Er strahlte so viel Sehnsucht aus und sogleich soviel Schmerz. Ich erkannte mich selbst ihn ihm und wusste wie er sich fühlte…. so dass ich nachgab und mit meinem Feind Robert Pattinson zusammen den Club verließ…..

Montag, 7. Dezember 2009

New Moon Premiere La, Part II

Neele Pov

Ich wünschte sie alle zum Teufel. Nach wie vor hatte ich nicht vor, zu dieser Premiere zu gehen. Natürlich wollte ich den Film sehen, ich war unglaublich gespannt darauf, wie Chris und die anderen das alles letztendlich umgesetzt hatten. Zwar waren wir einige Tage am Set gewesen, doch durch die ganze post-production würden sie Szenen auf der großen Leinwand sicherlich ganz anders wirken. Und doch würde mich das alles nur an unsere gemeinsame Zeit erinnern. An die Zeit, in der die Welt noch in Ordnung war. Mir graute vor den Italien-Szenen.
Sofort drängte ich diesen Gedanken wieder zur Seite. Ich verbot mir, tagsüber daran zu denken, gerade in Paul's Nähe. Er bemühte sich so sehr, mir alles recht zu machen, das Loch in meinem Herzen zu füllen. Und er war erfolgreich. Meistens.
Seit Tagen versuchte ich nun schon, Ashley und Naischel davon zu überzeugen, dass ich doch einfach zu Hause bleiben könnte, doch davon wollten sie nichts hören. Natürlich konnte ich ihm nicht ewig aus dem Weg gehen, doch musste es ausgerechnet bei der Premiere sein? In meiner Verzweiflung hatte ich sogar Paul angefleht, mit den beiden zu sprechen, doch auch da hatte ich auf Granit gebissen.
„Mein Liebling, es ist die beste Gelegenheit. Du kannst ihm zeigen, dass du dein Leben weiterlebst und ich werde immer an deiner Seite bleiben.“
„Hmpf.“ hatte ich geantwortet und er hatte mir einen Kuss auf die Nasenspitze gegeben.
Das war jetzt einige Tage her und Naischel hatte gerade, fast schon wutschnaubend, das Zimmer verlassen, damit ich mich endlich umzog. Ich hob das Kleid vorsichtig vom Bett auf und begutachtete es. Es war wunderschön, da Ashley es ausgesucht hatte, hatte ich nichts anderes erwartet.
Die Tür wurde aufgeschleudert und eine – etwas hektisch wirkende – mich zornig anfunkelnde Ashley stand im Türrahmen.
„So, Fräulein, du wirst jetzt in dieses verdammte Kleid steigen und dann werde ich deine Haare machen. Und es gibt. Keine. Widerrede.“ sie betonte die letzten Worte.
„Jaja, hatte ich gerade vor.“
„Ich warte.“
„Boah. Ja verdammt.“ meine Laune sank auf dem Nullpunkt, trotzdem gehorchte ich, zog meine bequemen Sachen aus und schlüpfte in das Kleid. Dann drehte ich mich mit dem Rücken zu Ashley, damit sie den Reißverschluss zuziehen könnte.
„Wundervoll ich wusste, dass es passt. Los, setz dich hin.“
Seufzend ließ ich mich auf das Bett sinken, darauf bedacht, das schöne Kleid nicht zu zerknittern und ließ Ashley einfach machen. In Windeseile hatte sie mein Haar hochgesteckt und machte sich nun an meinem MakeUp zu schaffen.
„Du kannst die Ohrringe schon mal wechseln, sie liegen direkt neben dir, ich habe welche ausgesucht, die zu deinem Kleid passen. Aber bewege dich nicht so viel.“
„Ehm, ich habe doch schon Ohrringe drin.“
„Ja, aber die wirst du nicht tragen.“
„Ich trage sie bereits...“
„Dann nimmst du sie jetzt halt raus und tust die neuen rein.“
„Die hier passen aber so toll zu der Kette.“
„Die du auch nicht tragen wirst.“
„Doch, das werde ich. Paul hat sie mir geschenkt, sie ist wunderschön und sie passt verdammt noch mal super zu dem Kleid und den Ohrringen.“
Wir hätten vermutlich noch eine Stunde so diskutiert, doch die Zimmertür wurde geöffnet und Naischel kam herein.
„Süße, oh wow…. Du siehst, wahrhaftig aus wie eine Prinzessin“ ich sah, dass einige Tränen in ihren Augen schwammen. Und ich war gerührt, sodass ich aufpassen wusste, dass meine Augen nicht auch bald in Tränen schwimmen würden.
„Hört ja auch zu heulen, ihr ruiniert sonst noch alles“, zischte Ashley, während sie mir die Schuhe reichte. Mein Herz machte einen Hüpfer, sie hatte doch tatsächlich ein Paar Jimmy Choos für mich besorgt.
„Was meint ihr kann ich so gehen?“ unschlüssig stand ich vorm Spiegel.
„Wie ich sehe, wollen wir ihm heute Abend zeigen, was er verloren hat“ ich drehte mich um und da stand er.
„Paul…“ ich lief zu ihm, was auf meinen Schuhen wohl bemerkt nicht ganz einfach war, sodass er mich, hoffentlich von den anderen nicht zu sehen, ein wenig auffangen musste.
Er zog mich zu sich und gab mir einen Kuss. „Du siehst wunderschön aus, mein Liebling“
Ich merkte, wie ich rot wurde und beinahe war ich froh darüber, dass Ashley diesen Moment unterbrach.
„Die warten nicht auf uns, los…die Limo ist auch schon da.“

Je näher wir dem Bruin Theatre kamen, desto angespannter wurde ich. Ich rutschte unruhig hin und her, meine Hände lagen verkrampft in meinem Schoß. Unsicher schielte ich wieder und wieder zu Paul, der mich jedes Mal anlächelte und dann meine Hand in seine nahm.
Als der Wagen stoppte und die Tür geöffnet wurde, sah ich ihn beinahe entsetzt an. Ich nahm bereits das Geschrei der Menge wahr, Ashley tippte mich an, ihr Gesicht hatte einen mitfühlenden Ausdruck.
„Süße, du schaffst das.“, dann beugte sie sich näher zu mir. „Auch wenn ich es noch immer nicht gut heiße, dass du seine Ohrringe trägst, ich muss zugeben, dass sie wirklich toll zu der Kette von Paul passen. Zeigen wir ihm, was er verloren hat.“ Ich musste lächeln, doch sobald wir ausstiegen, konnte ich nur noch das aufgesetzte Lächeln zeigen. Ashley zog mich hinter sich her, während ich mich an Pauls Hand klammerte. Wir posierten mal zu dritt, dann auch mit Naischel und Kellan. Ashley und Kell wurden angehalten, um einige Interviews zu geben und als auch mir ein Mikro vor die Nase gehalten wurde, war ich Paul unendlich dankbar, dass er mich weiterführte.
Wir warteten am Ende des Teppichs auf die anderen, als eine weitere Limousine vor dem Teppich hielt. Anhand des Aufruhrs der Fotographen, alle wollten das beste Foto bekommen, wusste ich, wer gerade vorgefahren war. Ich verspannte mich, ich wollte ihn nicht sehen. Mit einem Mal wusste ich, dass es ein schrecklicher Fehler gewesen war, mich hierzu überreden zu lassen. Ich war noch nicht bereit dazu, die Zeit hatte nur einen dünnen Schutzfilm auf meinem Herzen hinterlassen, der soeben aufgerissen war.
Ich war unfähig, meinen Blick abzuwenden.
Er stieg aus. Er war alleine. Er sah wunderschön aus. So, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Mein Rob. Mein Rob, der sich von mir getrennt hatte. Der mich nicht mehr gewollt hatte.
Er sah sich suchend um, ich wollte mich verstecken, doch ich konnte mich nicht bewegen. Er sah mich an. Sah mir genau in die Augen, hielt mich gefangen. Und seine Blicke waren wie tausend Nadelstiche in meinem Herzen. Überall spürte ich den Schmerz, alte Wunden klafften auf, neue entstanden. Ich nahm nichts mehr war, war nur in seinen Augen gefangen, als ich herumgewirbelt wurde. Dann spürte ich Pauls Lippen auf meinen, ich schloss die Augen, ließ mich in seine Arme fallen und er hielt mich fest. Paul gab mir den Halt, den ich so nötig brauchte. Das Blitzlichtgewitter, das um uns herum entstand, nahm ich nur am Rande wahr.
Wir lösten uns voneinander und betraten dann das Theatre, wo die anderen kurz darauf zu uns stießen. Sie alle sahen mich besorgt an, doch ich lächelte.
„Alles okay.“ ich schmiegte mich näher an Paul.
Es war ihr Tag, sie sollten sich wegen mir keine Sorgen machen. Ich wollte besonders Ashley nicht den Tag der Premiere versauen, sie hatte es verdient. Sie hatte so hart gearbeitet und war immer für mich da gewesen.
Als der Film begann, kuschelte ich mich näher an Paul. Ich versuchte, mich so gut es ging auf den Film zu konzentrieren, die Gedanken an die Zeit des Drehs von mir zu schieben. Es gelang mir relativ gut.... bis...

Ashley fuhr mit dem gelben Porsche die Straße nach Montepulciano entlang. Ich wusste, gleich würde es kommen. Unwillkürlich verkrampfte ich mich, Paul legte seinen Arm fester um mich, drückte mich näher an sich.
„Alles in Ordnung?“ fragte er, ich nickte nur zur Antwort. Außerstande etwas zu erwidern starrte ich wie gebannt auf die Leinwand.
Dann sah ich nur noch rot. Mir war klar, was jetzt kommen wurde, ich wusste, dass ich es nicht überstehen konnte, mein Blick wanderte zu ihm, er saß vor uns und hatte sich umgedreht. Das war zu viel für mich. Ich unterdrückte ein lautes Aufschluchzen, konnte nur nicht verhindern, dass mein Körper zuckte. Ich versuchte, so entspannt, wie möglich zu wirken.
„Ich geh mal kurz auf Klo.“ flüsterte ich.
„Soll ich...?“
„Nein, ich bin gleich wieder da.“ Ich hoffte, dass mein Lächeln nicht allzu aufgesetzt wirkte. Mir war klar, dass ich nicht lange alleine bleiben würde. Kaum, dass ich ihm den Rücken zugekehrt hatte, ließ ich meine Fassade herunterfallen. Im Vorbeigehen entschuldigte ich mich bei den Leuten, denen ich die Sicht auf die Leinwand stahl, als ich mich durch unsere Reihe zum Ausgang kämpfte. Vor dem Saal wandte ich mich nach links und lief zu den Damentoiletten. Nachdem ich eingetreten war, sah ich mich sofort im Spiegel. Ich sah aus wie eine Prinzessin, einzig mein Gesicht passte nicht dazu. Meine Augen schwammen nun in Tränen.
Die Tür wurde geöffnet und ich erstarrte. Ich drehte mich um und sah ihn beinahe ängstlich an, begann zu zittern. Er ging auf mich zu, fuhr sich durch die Haare. Das war die Geste, die ich so geliebt hatte. Direkt vor mir blieb er stehen.
Es war etwas, was ich geliebt hatte. Er hatte es zerstört. Und er würde mir nicht noch mehr Wunden hinzufügen. Nicht jetzt. Nicht heute. Nie mehr.
Ich funkelte ihn wütend an.
„Was willst du hier? Verschwinde“
„Neele“, mein Name klang unbeholfen aus seinem Mund. „Es tut mir leid, es tut mir alles so leid“
„Verschwinde hab ich gesagt, lass mich endlich in Ruhe…. Hau ab!!!“ Ich sprach es aus und tat mir dieses Mal selbst weh. Es schmerzte, ihm das entgegen zu werfen.
Er trat einen Schritt weiter auf mich zu, bitte nicht weiter, dachte ich und wich bis an die Wand zurück. Er stand nun genau vor mir, ich konnte ihn riechen. Mehr und mehr Tränen liefen meine Wangen herab.
Wie in Zeitlupe nahm ich wahr, dass er seine Hand an meine Wange legte, er zog mich zu sich. Dann küsste er mich. Leidenschaftlich. Verlangend. Und liebend. Er küsste mich so, wie er mich noch nie zuvor geküsst hatte. Wie lange hatte ich gehofft, ich würde aus diesem schlimmen Traum erwachen. Eines Morgens einfach neben ihm liegen, seine Nähe spüren, seine Lippen. Und jetzt war es soweit und es fühlte sich nicht richtig an. Seine Zunge bot um Einlass, seine Hände umfassten meine Hüften. Ich stemmte mich mit meinen Händen gegen seine Brust, versuchte, ihn von mir weg zu drücken, meinen Mund hielt ich geschlossen. Schließlich ließ er von mir ab, hielt mich noch fest. Er sah mich mit seinen wunderschönen Augen an, doch dieses Mal nahmen sie mich nicht gefangen. Zwar hatten sie wie immer diese elektrisierende Wirkung auf mich, es kribbelte in meinem Bauch und doch schaffte ich es, das Pflaster auf der Wunde zu halten.
„Was ist los?“ fragte er, leise.
„Lass mich los.“ antwortete ich knapp.
„Ich habe dich gerade erst wieder gefunden.“
„Nein, hast du nicht. Du bist hier nicht im Fundbüro Und jetzt lass mich verdammt noch mal los.“
Er ließ seine Hände sinken und ich entfernte mich ein paar Schritte von ihm.
„Neele, ich...“ er brach ab.
„Was?“
„Ich liebe dich.“
Wochenlang hatte ich darauf gehofft, dass er diese Worte zu mir sagen würde, doch jetzt, da er hier vor mir stand, berührten sie mich nicht.... - oder doch?
„Das fällt dir etwas spät ein.“ es kam aus mir heraus, bevor ich nachgedacht hatte.
„Ich....“ er sah gequält aus. Und jetzt erinnerte ich mich an einen Gedanken während des Filmes.
„Meine Güte, das hat mich im Film schon genervt. Guck nicht so gequält, so als ob du fast heulen würdest. Du bist selbst Schuld, genau wie Edward es war. Ihr habt was gemeinsam.“
Mit diesen Sorten ließ ich ihn auf der Damentoilette stehen, draußen vor der Tür kamen Naischel und Paul bereits angerannt.
„Oh Gott, Neele, was hat er getan?“ fragte Naischel hysterisch.
„Hm?“ ich lief geradewegs in Pauls ausgestreckte Arme.
„Du siehst schrecklich aus, was ist passiert?“
„Ich hab ihm gesagt, er hat mich nicht wieder gefunden, weil die Damentoilette kein Fundbüro ist...“
Entgeistert sahen die beiden mich an.
„Was denn? Ist doch wahr.“
„Schon, aber...“ setzte Naischel an, doch Paul brachte sie offenbar mit einem Blick zum schweigen.
„Können wir irgendwohin?“ fragte ich in sein Hemd.
„Natürlich, Liebling. Wohin möchtest du denn?“
„Mir egal...“
„Egal gibt es nicht.“, er grinste und hob mein Gesicht hoch.
„Gibt es wohl.“ murmelte ich.
„Dann gehen wir erstmal etwas essen, oder möchtest du gleich zur Party?“
„Bitte, nicht...“

Wenig später saßen wir gemeinsam in einem kleinen italienischen Restaurant, wir hatten bereits bestellt – Pizza mit Mais, Pepperoni, Bacon und Ei für mich natürlich – und redeten...
Ich hatte Paul erzählt, was auf der Toilette vorgefallen war.
„Du bist unglaublich.“ er schenkte mir ein strahlendes Lächeln. Ich dachte, er wollte mir noch etwas, sagen, doch er schien es sich mitten drin anders zu überlegen. Der Kellner brachte uns unser Essen und nach einem Kommentar über meine – Zitat - „komische Pizza“ konnten wir uns dann auch dem zuwenden.

Nach dem Essen fuhren wir ins Hotel, damit ich mich kurz umziehen konnte. Das nächste Paar Jimmy Choos war an der Reihe, ausgeführt zu werden, doch dieses Mal war es eine Leihgabe von Ashley. Man soll es ja nicht übertreiben.
Neele - New Moon Premiere Party


Auf der Party angekommen entschuldigte sich Paul kurz auf die Toilette und ich stand etwas unschlüssig herum. Ich kramte in meiner Tasche nach meinem Handy, um Naischel anzurufen, als ich nur wenige Meter von mir entfernt Tom stehen sah. Unsicher stand er da, hob eine Hand und winkte mir. Hinter ihm sah ich Rob, auch er sah mich an.
Ich hoffe darauf, dass Paul zurückkommen würde und mich so aus dieser Situation befreien könnte, doch er kam nicht.
Nun grinste Tom, wahrscheinlich war ihm klar, was gerade in mir vorging. Er kannte mich. Und wir mussten uns dringend aussprechen...
Robs Blicke durchbohrten mich... zu allem Überfluss spielte der DJ dann auch noch das absolut passende Lied...

I could try you with a waltz
I could try you Rock'n'Roll
I could try you with the blues
If a song would do
I could sing it high or low
When I let you go you know
I thought it was for the best
Now it is so obvious

So here it is, here it goes
I could try Rock'n'Roll
Change-your-life-forever-tune
If a song could get me you
I could make it high or low
Sing it on the radio
If that is what I need to do
If a song could get me you

I could run for miles and miles
I take off and I start flying
I could cross land and sea
If you just believe me
I should not have hurt you so
This old house is not a home
Without you here, there's no use
I've got no time left to lose

So here it is, here it goes
I could try Rock'n'Roll
Change-your-life-forever-tune
If a song could get me you
I could make it high or low
Sing it on the radio
If that is what I need to do
If a song could get me you

If a song could get me through
I'd sing my way, right back to you
Tell me how, to make it right
Tell me now, I'll start tonight
I know I could make it last
I swear to you that if I knew
What I was getting myself into
I wouldn't answer to my fears
I'd never leave you standing there
Just look at me
If you'd only see me

I would prove my love for you
I could swallow half the moon
Just tell me where, tell me when
I will have you back again

Yeah, here it is, here it goes
I could try Rock'n'Roll
Change-your-life-forever-tune
If a song could get me you
I could make it high or low
Sing it on the radio
If that is what I need to do
If a song could get me you

Marit Larsen – If a song could get me you



Tom schmunzelte und setzte sich endlich in Bewegung. Mein Atem wurde hektisch und Tränen sammelten sich in meinen Augen, wie sehr hatte ich ihn vermisst?
Als er endlich vor mir zum stehen kam, sahen wir uns einen Moment einfach nur in die Augen, bis ich es war, die die letzten Abstand zwischen uns überwand und mich Tom in die Arme schmiss.
Er drückte mich fest und seufzte. „Süße, ich hab dich so sehr vermisst“
„Ich dich auch, Tom“, flüsterte ich leise.
Jemand räusperte sich hinter uns und ich hoffte inständig, dass es nicht Rob war. Verlegen löste ich von Tom und drehte mich um.
„Warum finde ich dich immer in den Armen anderer Männer?“, fragte Paul grinsend und streckte dem Mann an meiner Seite, die Hand entgegen. „Hi, ich bin Paul, du musst Tom sein. Ich freue mich dich endlich kennen zu lernen“
Tom nahm sie lachend entgegen. „Es ist schön DICH kennen zu lernen. Du hast das geschafft, was ich nicht konnte. Du hast sie wieder zum Lächeln gebracht“
„Ja, ähm… Paul. Ich denke Tom und ich sollten uns endlich richtig aussprechen, ist es okay…“, stammelte ich herum, aber Paul verstand mich sofort und nickte.
„Aber sicher, lasst euch Zeit und pass gut auf sie auf, der andere Hornochse versucht sie immer abzufangen“
Tom grinste und klopfte Paul auf die Schulter. „Das ist mir auch schon aufgefallen, keine Sorge, ich werde gut auf deine Prinzessin aufpassen“
Ich verabschiedete mich von Paul mit einem zarten Kuss, nahm Toms Hand und suchte mit ihm nach einem ruhigen abgeschotteten Platz für unsere längst fällige Aussprache.