Mittwoch, 4. November 2009

Mtv Movie Awards - die dritte

Neele Pov

Martha wartete ganze fünf Minuten, bevor sie zu mir kam.
"Vorsicht da unten, ich kommmmeee" und schon stand sie vor mir in der Kabine.
"Was ist mit dir los? Rede doch mit mir!"
Ich nahm all meine Kraft zusammen, "Er liebt mich nicht..", dann versagte meine Stimme erneut.
"Oh Gott, was ist mit ihr los?", mein Anblick schien Naischel, die gerade durch die von Martha geöffnete Kabinentür hereingekommen war, zu schockieren, was mich erneut aufschluchzen ließ und auch sie nahm mich in den Arm.
Martha erklärte, während mir unablässig Tränen übers Gesicht liefen.
Dann hörte ich Schritte vor der Tür, es klopfte.
"Martha? Naischel? Seid ihr da drin?“, Taylor und Kellan schienen vor der Tür zu stehen.
Naischel und Martha versuchten zu retten, was zu retten war, sie erneuerten mein Makeup und sahen mich dann ermutigend an.
"Sei stark, er hat es nicht verdient dass du um ihn weinst, versuch es bitte!"
Mein Nicken schien sie nicht zu überzeugen, trotzdem zogen sie mich mit sich.
"Komm wir gehen ans Buffet und trinken was", damit hakten sie sich zu beiden Seiten bei mir ein und zogen mich zum Buffet, wo Rob neben Maj und Alex stand.
Ich wollte mich umdrehen und einfach wieder fortlaufen, doch die beiden ließen mir keine Möglichkeit.

Rob kam auf mich zu, in seinem Blick lag meiner Meinung eindeutig zu viel Schmerz, er hatte Kristen doch geküsst, er zog mich in seine Arme.
"Wir müssen reden, komm mit", flüsterte er mir zu und zog mich hinter sich her, direkt in die Herrentoilette. Was sollte das denn? Hatte er nicht schon genug angerichtet?
Ich fühlte mich total leer und vorgeführt.
Rob schloss schnell hinter uns die Tür und sah sich um, wir schienen alleine zu sein.
Ich stand an einer Wand gelehnt und sah starr auf den Boden. Er baute sich vor mir auf, seine Hände neben meinem Kopf abgestützt.
„Sieh mich an Neele“
„Warum sollte ich, geh doch zu deiner Kris“, gab ich giftig zurück.
„Neele, verdammt, was stimmt nur nicht mit dir? Kristen, Kristen, Kristen… Immer nur Kristen!“, äffte er mich nach, was fiel ihm ein? Dieser Scheißkerl…
Ich versuchte mich zusammen zu reißen und konzentrierte mich auf meine regelmäßige Atmung.
„War ja klar, dass mit mir etwas nicht stimmt? Du, der große Robert Thomas Pattinson macht selbstverständlich keine Fehler. Du bist ja Mister Perfekt. Dann sag doch einfach dass ich deiner unwürdig bin, ich bin ein großes Mädchen, ich verkrafte das, ich brauche niemanden, der mich vor allen vorführt. Keinen, der eine Schlampe vor laufenden Kameras küsst, mein Gesicht dabei groß auf allein Bildschirmen zu sehen ist, damit man meine Reaktion einfängt, während ich das ansehen muss. Gibs doch endlich zu, das hat dir doch gefallen und ihr anscheinend auch, die hatte ja fast nen Orgasmus dabei!!!“, schrie ich ihn an.
„Neele, ich hab dir schon mal gesagt, du sollst sie nicht Schlampe nennen“, gab er wütend zurück und wich von mir zurück, seine Hände waren zu Fäusten geballt. „Man, warum musst du es mir so schwer machen? Sie ist nun mal meine Kollegin, das gehörte nun mal zum Job“
„Es bleibt dabei..“, gab ich jetzt seine Worte zum besten, „und als ich dich gefragt hab, wolltest du es mir nicht sagen. Ist ja wohl klar dass ich dann so reagiere Robert. Und das gehört zum Job? Was denkst du wer du bist?“
„Ich dachte eigentlich dass ich der Mann bin, den du liebst… Neele, es tut mir leid, dass ich es dir nicht gesagt habe, dass ich dich verletzt habe. Ich liebe dich und nur dich, kapier das doch endlich“
Er fuhr sich mit seiner Hand durch die Haare und sah mich mit schmerzverzerrtem Gesicht an.
Ich schluchzte, das war alles zu viel für mich, sank auf dem Boden. Rob kam auf mich zugestürzt und fing mich auf. Sanft zog er mich in seine Arme.
„Schatz…“
„Es tut mir so leid Rob, es tut mir so leid…aber ich kann das einfach nicht… Das ist…ich kann einfach nicht…“, sagte ich unter Tränen.
„Neele, ich liebe dich. Ich weiß es ist nicht einfach für dich meine Freundin zu sein, aber …. bitte…“
So langsam fand ich meine Fassung wieder.
„Ich werde zurück nach Hause fliegen Rob, nächste Woche ist mein Abiball und wir bekommen unsere Zeugnisse ausgehändigt, das möchte ich nicht verpassen“
„Oh, ich wusste gar nicht, dass du zurück nach Hause möchtest… Soll ich dich begleiten? Ich könnte…“
„Nein Rob, ich denke es ist besser wenn ich alleine fahre…wenn…“
„Du willst dich von mir trennen“, stellte er trocken fest und löste sich von mir.
Verneinend schüttelte ich mit dem Kopf.
„Nein…. Ich möchte nur einfach etwas Zeit für mich, ich muss einfach über alles in Ruhe nachdenken, verstehst du?“
Traurig sah er mich an. „Wenn du meinst Neele“
„Ich würde jetzt gerne wieder rausgehen und den Rest der Veranstaltung sehen“, erwiderte ich ruhig und wich seinem Blick aus.
„Natürlich…“, Rob klang traurig, aber es war mir egal. Er hatte es verdient.

Wir gingen zurück zu unseren Plätzen, ich setzte mich neben ihn, wollte nicht noch mehr Aufmerksamkeit auf uns lenken, mein hysterischer Abgang hatte sicher schon für genug Gerede gesorgt.
Nach der Verleihung ging es gleich weiter zur Aftershowparty, Maj wartete am Eingang auf mich.
„Was war denn los? Ihr wart plötzlich alle weg? Ist alles in Ordnung?“, sie schien sich Sorgen zu machen.
„Ehm...“ mein Blick wanderte zu Rob, der immernoch neben mir stand. Er schien zu verstehen und ging um mit einigen seiner Kollegen zu sprechen.
„Alles Gut, Maj. Es ist ... nichts...!“ ich setzte einen möglichst glaubwürdigen Gesichtsausdruck auf und hoffte sie würde nichts bemerken.
„So und jetzt würde ich sagen, sollten wir beide auf den Erfolg des Films anstoßen, meinst du nicht?“
„Ich bin dabei!“
Und schon zogen wir gemeinsam zur Bar, wir ließen es langsam angehen, es blieb für mich tatsächlich bei zwei Gläsern Sekt und selbst die merkte ich bereits, doch Maj hatte scheinbar nicht vor, nüchtern zu bleiben. Martha und Naischel kamen zu uns, kippten sich ein paar hinter die Binde und verzogen sich recht schnell wieder.
Nach etwa einer halben Stunde hatte ich genug davon, gute Laune vorzuspielen.
„Du Maj, mir geht’s nicht so gut, ich werde schonmal fahren.“
Sie schien so viel intus zu haben, dass sie über meine Worte gar nicht weiter nachzudenken schien.
„Ok, aber denk dran, morgen um zwei gemeinsam Mittagessen in diesem Restaurant...“
Ach ja... das hatte ich vergessen.
„Na klar.“
Ich stand auf und sah mich nach Rob suchend um. Ich fand ihn, was hatte ich auch anderes erwartet, an einem Tisch gemeinsam mit Kristen sitzen.
Ich atmete einmal tief durch und ging dann auf die beiden zu, Kristen nicht beachtend wandte ich mich sofort an Rob.
„Mir geht’s nicht so gut, ich werde schonmal fahren“, sagte ich meinen Satz auf.
Besorgt, ja wirklich, besorgt, sah er mich an.
„Was hast du denn? Soll ich dich lieber begleiten?“
Was ich hatte... fragte er mich das ehrlich?
„Nein, bleib ruhig hier“, winkte ich ab, „ich bin nur etwas erschöpft, werde mich gleich ins Bett legen.“
Ich hatte wohl mein schauspielerisches Talent entdeckt, denn er nickte nur wissend.
„War wohl alles etwas viel. Schlaf gut.“ er wollte mich an sich ziehen, doch ich entgegnete nur
„Werde ich, viel Spaß dir noch.“ mit der da, fügte ich in Gedanken hinzu.

Als ich aus dem Gebäude trat atmete ich tief durch, was tat ich hier?
Ich winkte ein Taxi heran, obwohl Nick, einer von unseren Bodyguards bereits in meine Richtung ging.
„Miss, wir können sie doch fahren.“
„Nicht nötig, Nick, ich nehme das Taxi, bleiben sie hier und passen sie auf!“ ich versuchte ein Lächeln.
„Ist alles in Ordnung, Miss?“
„Ich bin ein bisschen geschafft, das ist alles.“
„Dann wünsche ich ihnen noch einen schönen Abend!“
„Danke, gleichfalls.“
Er öffnete mir noch die Tür, wofür ich ihm ein ernst gemeintes Lächeln schenkte, dann setzte sich mein Taxi in Bewegung.

Im Hotel angekommen führte mich mein erster Weg zur Rezeption.
„Guten Abend“ wurde ich sogleich von einer älteren Empfangsdame begrüßt.
„Hallo, gibt es die Möglichkeit, für mich noch ein Einzelzimmer zu bekommen?“
Sie schaute verwundert, war aber so diskret nicht nachzufragen.
„Einen Moment bitte.... ja, das ist kein Problem. Zimmer 215, nehmen sie den Fahrstuhl in den zweiten Stock und gehen sie den Gang bis zum Ende durch, auf der rechten Seite. Kann ich ihnen sonst noch behilflich sein?“
„Ehm ja,... also ich weiß nicht, ob das in ihren Zuständigkeitsbereich fällt...“
„Einfach nur heraus damit!“, sie lächelte mich freundlich an und ich gab mir einen Ruck.
„Nun, könnten sie versuchen herauszufinden, wann der erste Direktflug nach Hamburg geht?“
„Aber natürlich, ich schaue nach. Haben sie nur einen kleinen Moment Geduld.“
Sie drehte sich zu ihrem Computer, tippte eine Weile und wandte sich dann lächelnd wieder mir zu.
„Morgen früh um 7 Uhr geht ein Flieger vom LAX.“
„Das ist ja wunderbar“, mir fiel ein Stein vom Herzen, „könnten sie mich buchen?“
„Sicher, reisen sie allein?“
„Ja, nur ich, ich habe allerdings einiges an Übergepäck...“
„Ich bin sicher, das wird für die Freundin von Robert Pattinson kein Problem sein.“
Darauf erwiderte ich nichts.
„Vielen Dank, können sie mir alle notwendigen Informationen hier hinterlegen? Und mir eventuell ein Taxi bestellen? Zu um 4 Uhr?“
„Natürlich. Sie werden morgen früh alles hier vorfinden und das Taxi wird bereitstehen. Sie sollten sich beeilen, damit sie noch ein wenig Schlaf bekommen, meine Liebe.“ sie lächelte mütterlich.
„Vielen Dank, ich werde mich gleich hinlegen.“ versprach ich, „Ach, eine Sache noch. Ich wäre ihnen sehr verbunden, wenn meine Anliegen unter uns bleiben könnten. Bitte erzählen sie niemandem davon, dass ich mir ein weiteres Zimmer genommen habe. Auch.... meinem ... Herrn Pattinson nicht.“
„Ich werde es für mich behalten.“
„Danke. Einen schönen Abend noch!“
„Den wünsche ich ihnen auch!“

Schnell ging ich zum Fahrstuhl und fuhr erstmal in den vierten Stock um meine Sachen zu packen.
In unserem Zimmer angekommen kam mir sofort der Duft seines Parfums in die Nase, wie schwer fiel es mir nun, einen klaren Gedanken zu fassen.
Reiß dich zusammen, Neele, du ziehst das jetzt durch! , ermahnte ich mich selber.
Meine Sachen waren schnell gepackt und mir fiel meine Federtasche, in die Hände, die ich, genau wie einen Block, immer dabei hatte.
Vielleicht war es nicht richtig, einfach so kommentarlos abzufahren.
Seufzend setzte ich mich an das kleine Tischchen, nahm einen Stift aus der Tasche, schlug den Block auf und begann zu schreiben.
Es brauchte zehn Versuche, die schließlich zerknüllt und wütend von mir weggeschleudert auf dem Boden lagen, bis ich mit meinem Brief an die Mädels zufrieden war.


Hallo, meine Lieben,

ihr seid bestimmt sauer auf mich, tut mir leid, das wollte ich nicht.
Ihr hattet gestern alle so viel Spaß, da wollte ich euch nicht alles kaputtmachen.
Vielleicht hat Rob es euch schon erzählt, das weiß ich nicht.
Ich werde zurück nach Deutschland gehen. Fürs erste zumindest, schließlich habe ich in einer Woche meinen Abiball, wir bekommen unsere Abschlusszeugnisse, das möchte ich einfach nicht verpassen.
Ich bin heute schon geflogen, damit ich die Notenbekanntgabe noch mitbekomme.
Bitte, seid mir nicht böse, ich rufe euch an, versprochen.
Genießt die Zeit mit euren Männern,
Ich hab euch lieb,
Neele


So, das war geschafft. Jetzt kam der schwierigere Teil. Irgendetwas musste ich ihm ja doch noch schreiben.


Rob,
ich musste hier raus, mir wird das alles zu viel.
Ich brauche ein bisschen Abstand und Zeit für mich, um mir über alles klar zu werden.
Viel Erfolg in New York,
es tut mir leid,
Neele

P.S. Bitte gib den anderen Brief morgen den Mädels, danke.


Wirklich besser ging es mir nun zwar nicht, doch ich sollte wohl nichts anderes erwarten.
Ich sah auf die Uhr, ein paar Stunden könnte ich noch schlafen.
Noch einmal sah ich mich im Zimmer um, ob ich auch wirklich alles eingepackt hatte, als mein Blick auf eines meiner Lieblingsshirts fiel, noch in der letzten Nacht hatte er es zum schlafen getragen. Es war grau und war auf der rechten Seite mit einem komplizierten schwarzen Muster bedruckt.
Ich zögerte kurz, dann hob ich es vom Sofa und roch einmal daran, mist, dieser Duft benebelte mir fast die Sinne.
Ach, er würde es schon nicht vermissen, er hatte genug Shirts, also steckte ich es mit in einen meiner zwei Koffer, bevor ich die Briefe, auf die ich zuvor die Namen geschrieben hatte auf den Tisch legte. Die Karte zu unserem Zimmer legte ich dazu.

Ohne mich noch einmal umzudrehen öffnete ich mit Mühe die Tür und verließ das Zimmer.

In meinem Zimmer angekommen stellte ich die Koffer unmittelbar hinter der Tür ab und machte mich bettfertig. Als ich schließlich im Bett lag konnte ich, wen wunderts, nicht schlafen. Erst kurz bevor mein Wecker klingeln würde, fiel ich in einen unruhigen Schlaf, entsprechend gerädert war ich, als er mich lautstark wieder aufweckte.
Vollkommen erledigt schleppte ich mich unter die Dusche, wo dann auch langsam meine Lebensgeister wieder erwachten.

Pünktlich um vier Uhr stand ich vor dem Hotel, die Unterlagen in der Hand und der Taxifahrer half mir, mein Gepäck ins Auto zu hieven, dann ließ er den Motor an.
Am Flughafen angekommen checkte ich ein und wie die nette Empfangsdame vorausgesagt hatte, bekam ich keine Probleme wegen des Übergepäcks. Lediglich einige Fragen über Rob musste ich über mich entgehen lassen.
Nachdem mein Gepäck, hoffentlich, sicher auf dem Weg zu meinem Flieger war setzte ich meine Sonnenbrille und meine Kapuze auf und ging in eines der Cafés. Zu meiner großen Freude hatten gab es Moccacino. Sofort bestellte ich mir ein, zusammen mit einem trockenen Brötchen.
Eigentlich hatte ich vorgehabt, mein Frühstück im Sitzen zu genießen, doch nach einem Blick auf die Uhr war es bereits später, als ich gedacht hatte. Also trank und aß ich im Gehen, während ich mich zu meinem Gate durchfragte.

Als ich gegen sieben Uhr endlich in meinem Flieger saß, natürlich hatte ich versucht im falschen Gate einzuchecken, welches am gaaaanz anderen Ende des Flughafens lag, dachte ich über das nach, was ich gerade tat.
Meine Gedanken wurden von der Ansage des Personals unterbrochen.
„Willkommen an Bord von.....blablabla“
Das gleiche Gelaber wie immer.
Endlich hatten uns die Stewardessen gezeigt wie wir uns im Notfall verhalten sollten, selbstverständlich hatte ich es sofort wieder vergessen und uns den Menüplan des heutigen Fluges mitgeteilt.
Ich steckte mir die Stöpsel in die Ohren und schaltete meinen MP3-Player ein, bevor ich weiter meinen Gedanken nachhing.

Hatte ich die richtige Entscheidung getroffen?

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