Mittwoch, 4. November 2009

Manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden

Neele Pov

„Oh mein Gott Neele, du bist wieder da“ schrie sie und umarmte mich stürmisch. Nur schemenhaft konnte ich Kellan hinter ihr sehen. Als Naischel mich losgelassen hatte, zog auch er mich in seine Arme. Ich spürte die Kraft in seinen Armen, er gab mir das Gefühl von Halt.
„Ganz ehrlich Süße, du siehst schrecklich aus“ stellte Naischel fest, sie schaute mich fragend an, bevor sie mich ins Wohnzimmer führten.
„Lange Geschichte...“ murmelte ich und ließ mich aufs Sofa sinken. Noch immer sahen mich die beiden an, als ob sie Antworten von mir erwarteten. Ich seufzte, dann begann ich zu erzählen. Während des Erzählens überkamen mich die Erinnerungen, ich fühlte wieder genauso, wie an dem Abend, der alles verändern sollte, der ganze Schmerz kam in mir hoch, wie verletzt ich mich gefühlt hatte. Ich erzählte ihnen, wie es mir zu Hause ergangen war, wie sehr ich Rob vermisste. Alles an ihm, die Gespräche mit ihm, das Gefühl, nicht alleine zu sein.
Doch es wurde noch schlimmer, als ich am Tag meines Abiballs ankam. Es schüttelte mich, ich hatte das Bild meiner Fasti vor Augen, wie sie dort lag. Naischel zog mich an sich, es brauchte keine Worte, sie wusste, wie es mir ging.
Sogar von den Liedern erzählte ich ihr, wie hart es einen treffen konnte, ein vermeintlich unscheinbares Lied zu hören.
„Es... es tut mir so leid...“ brachte sie hervor, als ich geendet hatte. Ich wusste, dass es aufrichtig war.
Plötzlich holte Kellan sein Handy und begann zu telefonieren. Ich schnappte Wörter auf wie „heute“, „New York“.
„Was... was macht er da?“ fragte ich Naischel fast schon panisch.
„Ich habe den Flug nach New York gebucht. Du musst zu Rob.“ erklärte er schlicht, während er auflegte.
Oh nein, das konnten sie total vergessen, mit Sicherheit nicht. Ich war hier um Zeit mit ihnen zu verbringen, in der Hoffnung, dass mich das ein wenig ablenken konnte. Und nicht, um sofort nach New York zu fliegen, begleitet von einer Horde von Paparazzi, die sicherlich nicht ausbleiben würden, wenn wir gemeinsam mit Kellan fliegen würden. Nein, das konnten sie mir wirklich nicht antun.
„Oh nein, mit Sicherheit nicht! Ich werde nirgendwo hinfliegen.“
„Und ob du wirst, Neele. Deine Sachen sind doch sowieso schon gepackt, da brauchst du sie gar nicht erst auspacken. Ich fange schon mal an zu packen.“ er gab Naischel einen Kuss, sie wechselten einen kurzen undefinierbaren Blick und ging dann aus dem Zimmer.
Das konnten sie mir nicht antun. Was sollte ich denn in New York? In Tränen ausbrechen, wenn ich ihn nur sah, so wie ich es tat, wenn ich an ihn dachte? Vor ihm stehen und rumstammeln?
„Was willst du dann, Neele?“ fragte mich Naischel vorsichtig.
Was wollte ich? Wusste ich es? Nein, ich hatte keine Ahnung.
„Ich weiß es nicht...“ gab ich ehrlich zu.
„Dann solltest du dir darüber klar werden, meinst du nicht?“
„Doch... aber ich weiß nicht wie, ich weiß einfach nichts mehr und ich habe keinen, mit dem ich darüber reden kann. Und wenn wir jetzt nach New York fliegen, dann wird das auch nicht besser. Ich hätte nicht herkommen sollen, ich hätte wissen müssen, dass ich euch nerve.“
„Was redest du denn da?“ sie wirkte gekränkt, „Glaubst du, dass wir dich alleine lassen? Denkst du wirklich, dass wir mit dir nach New York fliegen wollen, damit wir dich schnellstmöglich loswerden können?“
Ich schwieg und senkte den Blick. Was es nicht so?
„Oh Neele, sei doch nicht so dumm.“ ich konnte nicht umhin sie anzusehen. „Du bist doch nicht alleine, wir sind für dich da. Du kannst immer mit uns reden, nebenbei gesagt hättest du das auch früher tun können, ich gehe davon aus, dass du alle meine Mails bekommen und gelesen hast?“ Ich nickte. „Na also, wir wollen dir helfen, wirklich. Und du hast den ganzen Flug über Zeit dazu, dir zu überlegen was du ihm sagen willst. Wir finden schon eine Lösung. Und jetzt gehe ich auch packen, ruh du dich in der Zwischenzeit ein bisschen aus, fühl dich wie zu Hause.“ dann ging auch sie aus dem Zimmer und ließ mich mit meinen Gedanken allein.
Was hatte meine Mutter eigentlich erwartet, als sie mich zurück in die USA geschickt hatte? Hatte sie erwartet, dass Naischel und Kellan mich aufnehmen würden, ohne sich um ihren Freund zu scheren? Dass wir so weitermachen würden wie vorher, ohne auch nur an ihn zu denken? Hatte sie vielleicht sogar gehofft, dass ich wieder zurückkehren würde wenn ich erkannte, dass ich mich nicht wohl fühlte? Oder hatte sie einfach gedacht, dass ich nach New York fliegen und Rob in die Arme springen würde, als wäre nichts passiert?
Doch ich musste mir eingestehen, dass es das war, was ich mir in diesem Moment – und wenn ich ehrlich war seit meiner Abreise – am sehnlichsten wünschte. Einfach in seinen Armen zu liegen, ihn zu riechen, zu spüren. Mich nicht mehr einsam, sondern geborgen zu fühlen. Zu wissen, was ich wollte.
Ich wusste nicht, wie lange ich alleine dort saß, plötzlich standen Kellan und Naischel neben mir.
„Hast du Lust etwas mit uns Essen zu gehen?“ fragte mich Naischel zögernd. Ich wunderte mich.
„Fliegen wir nicht heute schon?“
„Nein, der nächste Flieger geht erst morgen Vormittag.“ erklärte Naischel. Also doch noch eine Gnadenfrist und die Möglichkeit, den Flug zu canceln.
„Und nein, du wirst ihn nicht verpassen können, dafür werde wir schon sorgen!“ fügte Kellan grinsend hinzu.
„Seit wann kannst du Gedankenlesen?“ grummelte ich.
„Dein Gesicht spricht Bände. Also, hast du Lust?“
„Ja, klar.“ ich blickte an mir herunter.
„Ja, du solltest vorher vielleicht noch duschen und dich umziehen!“ Kellans Grinsen wurde breiter.
„Ja, dankeschön.“ ich streckte ihm die Zunge heraus, dann wandte ich mich Naischel zu. „Zeigst du mir, wo ich hinmuss?“
„Klar.“

Nach etwa einer Stunde wurde ich von Kellan mit einem „Na endlich!“ begrüßt, Naischel knuffte ihn dafür in die Seite.
„Tja, meinen Schönheitsschlaf nehmt ihr mir ja gerade, also musste ich mich anderweitig bedienen.“ gab ich zurück.
„Können wir endlich los?“ drängelte Naischel.
Das Taxi wartete bereits vor der Tür, wundersamer Weise war kein einziger Paparazzi zu sehen. Der Fahrer hielt vor einem italienischen Restaurant „Ristorante Italia“ und wir stiegen aus. Es war ein kleines Restaurant, sehr hübsch eingerichtet und mit einer viel versprechenden Karte. Naischel und Kellan hatten schon längst bestellt, ich hatte darum gebeten, man möge mir erst einmal einen Salat bringen, da ich mich nicht entscheiden konnte, welches Hauptgericht ich wählen sollte. Nachdem er meinen Salat vor mich gestellt hatte, sah mich der Kellner erwartungsvoll an. Ich seufzte und klappte die Karte zu.
„Eine Pizza Margherita bitte.“
Als der Kellner wegging sah Kellan mich entgeistert an. „Und für diese Entscheidung hast du so lange gebraucht???“
Ich wurde ein wenig rot. „Ich konnte mich nicht entscheiden, das hörte sich alles so gut an. Und so mache ich das immer, wenn ich in einem neuen Restaurant bin. Wenn die Pizza Margherita gut ist, dann schmeckt auch der Rest und ich experimentiere beim nächsten Mal.“
Naischel lachte, Kellan ebenfalls. Und irgendwann konnte auch ich nicht anders und lachte mit. Ich war erstaunt, es fühlte sich gut an, es war das erste ernst gemeinte Lachen, dass ich seit Tagen von mir gegeben hatte.
Wir hatten eine Menge Spaß beim Essen, Kellan bestellte drei Mal nach, aß seine Portionen jedoch in der gleichen Zeit, wie Naischel und ich unsere. Zum Nachtisch bestellte ich mir Profiteroles und Naischel ihr obligatorisches Spaghetti-Eis, während Kellan sich einen riesigen Eisbecher bestellte, der eigentlich für zwei Personen gedacht war. Muss ich erwähnen, dass er es ohne Probleme schaffte, alles aufzuessen?
Total voll gefuttert fielen wir in Kellans Haus sofort in unsere Betten. Ich schlief fast sofort ein, doch vorher nahm ich sehr eindeutige Geräusche aus dem angrenzenden Schlafzimmer wahr. Na, die schienen doch nicht so müde zu sein, wie sie vorgegeben hatten.

Am nächsten Morgen wurde ich von Kaffeeduft geweckt, ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass es bereits kurz vor halb zehn war. Mir war doch so, als hätte Kellan irgendetwas davon gesagt, dass unser Flieger am Vormittag gehen würde? Hatten sie es sich doch anders überlegt? Noch ein wenig schlaftrunken wanderte ich in die Küche.
„Guten Morgen!“ schleuderte Naischel mir so fröhlich entgegen, dass ich am liebsten wieder umgekehrt wäre. Wie konnte man am frühen Morgen nur so gut drauf sein? Nun ja, es war vielleicht nicht mehr früh für sie, je nachdem, wie lange sie schon wach war. Ich lebte jedoch nach dem Motto „Morgen ist erst, nachdem ich geschlafen habe“, welches ich etwas ausgeweitet hatte, sodass man hinzufügen könnte „und früh ist alles kurz nach dem Aufstehen!“.
„Jaja dir auch.“ grummelte ich.
„Hey, und was ist mit mir?“ kam es vom Esstisch.
„Dir auch Kellan.“ fügte ich hinzu und wandte mich ihm zu. Er musterte mich von oben bis unten. „Du schläfst in einem Shirt von Rob??“
So ein Mist, ich hatte nicht daran gedacht, dass ich ja im Schlafzeug durch sein Haus lief. Ich wurde rot. „Äähm...“ was sollte ich sagen?
„Geh lieber schnell duschen, Neele, wir müssen bald los. Du hast eine halbe Stunde.“ Naischel warf Kellan einen vorwurfsvollen Blick zu. Ich war ihr einerseits sehr dankbar dafür, dass sie mich aus dieser unangenehmen Situation befreit hatte. Andererseits schwanden nun alle meine Hoffnungen dahin, dass ich nicht fliegen würde. Ich ergab mich also meinem Schicksal und sprang unter die Dusche. Danach fühlte ich mich ein wenig besser. Zumindest war ich jetzt wach. Schnell schlang ich in der Küche ein Brötchen herunter, bevor wir gemeinsam mit unserem Gepäck zum Taxi gingen. Jemand, ich vermutete, dass es Naischel gewesen war, hatte mitgedacht und ein Großraumtaxi bestellt, sodass wir alle bequem Platz fanden.

Es dauerte nicht lange, bis wir unser Gepäck aufgegeben hatten und uns dann auf den Weg ins Gate machten.
„Entschuldigt ihr mich kurz? Ich möchte ganz gerne nochmal die Toilette aufsuchen, bevor wir ins Flugzeug steigen.“
Naischel sah mich prüfend an. „Soll ich mitkommen?“
„Keine Sorge, ich werde euch schon nicht davonlaufen. Ich bin kein kleines Mädchen mehr.“
„Ach nein?“ Grinsend stellte Kellan sich hinter mich und sah mir auf den Kopf.
„Nein!“ erwiderte ich bestimmt und ging los.
Nachdem ich meine menschlichen Bedürfnisse befriedigt hatte und aus der Tür trat überlegte ich, aus welcher Richtung ich gekommen war. Das war mal wieder typisch Neele. War ich rechts oder links abgebogen? 'Bestimmt rechts', dachte ich und lief los, während ich in meiner Handtasche nach dem Flugticket suchte.
Ich lief gegen irgendetwas gegen. „Autsch!“ hörte ich eine Stimme sagen, während ich hinfiel. Erschrocken sah ich auf. Ich blickte in ein paar unglaublich blaue Augen, die mir fast die Sprache verschlugen. Aber eben nur fast.
„Tut mir leid.“ stammelte ich, „Hast du dir was getan?“ blöde Frage, natürlich hatte er sich wehgetan, sonst würde er wohl kaum 'autsch' sagen. Zu meiner großen Überraschung bekam ich eine andere Antwort, als erwartet.
„Nein. Ist bei dir alles in Ordnung?“ wurde ich gefragt.
„Häh? Warum sagst du dann 'autsch', wenn du dir nichts getan hast? Und nein, ich habe mir auch nichts getan.“ antwortete ich ihm pissig.
„Und warum hockst du dann auf dem Boden?“
„Wie witzig, siehst du mich lachen? Die Luft ist hier so gut, weißt du?“ Mann, was bildete sich dieser Kerl eigentlich ein? Ich betrachtete ihn gar nicht näher, ignorierte seine ausgestreckte Hand und stand ohne seine Hilfe auf.
„Ich hätte dir auch helfen können.“
„Nein danke, ich komme auch alleine klar, wenn man mich nicht gerade umrennt.“ gab ich bissig zurück.
„Moment mal, du bist in mich rein gelaufen, nicht umgekehrt.“
„Hallo? Ich habe in meiner Handtasche nach meinem Ticket gesucht, da hättest du wohl mal aufpassen können!“
„Ich habe auf meiner Augenhöhe aufgepasst!“
„Wie kann man so dreist sein??“ entfuhr es mir. „Ach weißt du, halt einfach die Klappe. Und lass mich in Ruhe.“ So groß war er nun wirklich nicht, ich schätzte ihn auf etwa 1,85 m, er trug eine schwarze Sweatjacke, die Kapuze war über seinen Kopf gezogen, darunter blitzten einige hellblonde Haare hervor. Auf dem Rücken trug er eine Gitarre.
„Es tut mir leid, ich wusste ja nicht, dass du so empfindlich bist. Kann ich dich auf einen Kaffee einladen, als Wiedergutmachung?“
„Empfindlich?? Ich?? Nein, danke. Mein Flieger geht gleich.“ gerade wollte ich gehen, als eine Durchsage ertönte.
„Sehr verehrte Damen und Herren, der Flug von Los Angeles nach New York, Flugnummer QF107, verspätet sich um etwa 2 Stunden. Wir danken ihnen für ihr Verständnis.“
„Mist.“ entfuhr es mir.
„Fuck!“ kam es von ihm.
Wir sahen uns an, er lachte. „Gehe ich recht in der Annahme, dass du jetzt doch noch ein wenig Zeit hast?“
„Ähm...“ konnte ich aus dieser Sache irgendwie wieder rauskommen? Ich befürchtete nein und dennoch versuchte ich es. „Meine Freunde warten bestimmt schon...“
„Du kannst sie von meinem Handy aus anrufen.“ bot er mir an. Ich seufzte.
„In Ordnung.“
„Super.“ er schien sich zu freuen und ging sofort in die Richtung der Cafés. Dort angekommen suchte er einen Tisch und setzte sich, vorsichtig legte er seine Gitarre auf den Boden, während ich noch unschlüssig herumstand. „Willst du dich nicht setzen?“ sein wasserstoffblond gefärbtes Haar kam zum Vorschein. Es kam mir so bekannt vor, mein Blick wanderte zu seinen blauen Augen, während mein Gehirn anfing zu arbeiten. Ach du meine Güte... Er streckte mir die Hand entgegen.
„Ich bin übrigens Tom...“
„...Felton“ beendete ich seinen Satz und sah nach unten. HILFE !!! Ich saß gerade mit Tom Felton an einem Tisch in einem Café am Flughafen. PANIK !! Das war noch nicht einmal das schlimmste. Mir wurde bewusst, dass ich nicht gerade freundlich zu ihm gewesen war. Nein, ich hatte mich total daneben benommen. Oh nein, warum konnte sich nicht einfach ein großes schwarzes Loch neben mir auftun, in dem ich verschwinden konnte?
„Richtig. Und du bist...?“
„Neele...“ sagte ich leise. Dann nahm ich allen Mut zusammen und sah ihn an. „Tut mir leid, was ich vorhin gesagt habe, ich...“
„Was soll das denn? Meinst du etwa, 'Tom Felton' muss anders behandelt werden als 'Tom Sonstwer'?“
„Na ja, hätte ich gewusst...“ begann ich, doch ich wurde sofort unterbrochen.
„Dann hättest du was gemacht? Wärst in Ohnmacht gefallen? Hättest angefangen zu schreien? Mich nach einem Autogramm gefragt?“ Ups, seinem Ton nach zu schließen hatte ich ihn ein wenig verärgert. Aber genauso ärgerte ich mich über ihn. In Ohnmacht fallen??
„In Ohnmacht gefallen wäre ich ganz sicher nicht. Und warum hätte ich schreien sollen? Stehst du da drauf oder was? Tut mir leid, da muss ich dich enttäuschen. Du bist nur ein Mensch.“
„Siehst du. Also brauchst du dich auch nicht zu entschuldigen. Denn hättest du eines der oben genannten Dinge gemacht, dann säßen wir jetzt sicherlich nicht hier.“
„Häh?“
„Dann hätte ich entweder nur die Sicherheitsleute gerufen oder dir ein Autogramm gegeben und wäre dann weitergegangen.“
„Und warum bist du nicht einfach weitergegangen? Ich habe nicht geschrien, war bei Bewusstsein und ein Autogramm habe ich auch nicht gewollt. Du hättest auch einfach deine Gitarre nehmen können und deinen Weg fortsetzen können.“
„Habe ich aber nicht.“
„Das sehe ich auch.“ erneut veränderte sich meine Stimme, ich konnte es beim besten Willen nicht ab solche Gespräche zu führen.
„Also, was möchtest du trinken?“ fragte er mich.
„Einen Moccacino, bitte.“ gab ich als Antwort und wartete, bis er wieder zurückgekommen war. „Danke.“ wir schwiegen eine Weile, dann begann ich zu reden.
„Wirst du mir dann jetzt sagen, warum du nicht einfach weitergegangen bist?“ bat ich ihn.
„Weil ich für einen Moment das Gefühl hatte, ganz normal zu sein.“ gab er zu.
„Weil ich dich so angefahren habe??“ ich konnte es nicht glauben.
„Du hast mich normal behandelt, völlig unvoreingenommen, verstehst du? Jeder hätte so reagiert wie du, es sei denn, er weiß, dass es sich um eine „Berühmtheit“ handelt. Ich werde behandelt, als wäre ich etwas besonderes, als würde ich herausstechen aus der Menge. Dabei tue ich das überhaupt nicht. Ich habe nur einen Beruf, der Bekanntheit mit sich bringt. Das verstehen die meisten Menschen nicht.“
Ich hatte das Bedürfnis, mich zu entschuldigen, also versuchte ich es noch mal.
„Es tut mir leid.“ er wollte etwas sagen, doch ich ließ ihm keine Möglichkeit. „Nein, wirklich. Ich hätte das wissen müssen, hätte daran denken müssen. Schließlich weiß ich... ich meine schließlich ...“ ich brach ab. Hatte ich das nicht selbst erlebt? Auch Schauspieler waren keine anderen Menschen. Sie hatten die ganz normalen Bedürfnisse und Gefühle wie alle Anderen. Ich hatte mitbekommen, wie wenig Privatsphäre sie hatten, wie sie behandelt wurden. Wie Rob behandelt wurde. Tränen traten in meine Augen und obwohl ich krampfhaft versuche sie zurückzuhalten, stahl sich eine einzelne heraus und lief über meine Wange. Tom streckte seine Hand aus und wischte sie weg.
„Hey.“ sagte er mit sanfter Stimme, „Was ist denn los?“
Ich atmete einmal tief durch, ließ den Tränen keine Chance mehr.
„Ach, es ist nichts.“, ich versuchte überzeugend zu klingen.
„Das sieht mir anders aus... möchtest du vielleicht darüber reden?“ Ich wusste nicht, was ich sagen sollte.
„Du musst auch nicht, es war nur ein Angebot.“ er zog sich zurück und nahm einen Schluck Kaffee. In diesem Moment klingelte mein Handy.
„NEELE !!!!“ Naischel - Wer sonst. „Du bewegst jetzt SOFORT deinen Arsch hierher, untersteh dich, jetzt abzuhauen.“ sie wetterte noch weiter, in einer Lautstärke, die sicherlich alle in ihrer Umgebung die Flucht ergreifen ließ. Ich hielt das Handy weit von meinem Ohr weg, trotzdem konnte ich sie verstehen. Tom anscheinend ebenfalls, denn er grinste. In einer kurzen Pause, in der sie offenbar Luft holte, sah ich meine Chance.
„NAISCHEL, hör mir doch erstmal zu. Wer spricht von abhauen? Ich bin noch immer im Flughafen, sitze gerade in einem Café, weil ich gehört habe, dass der Flug verschoben ist. Also kein Grund zur Aufregung. Ich komme rechtzeitig zum Gate.“
„Warte, wir kommen zu dir!“
„Nein, müsst ihr nicht, wirklich.“ ich sah Tom an. „Ich habe jemanden getroffen und möchte einfach noch ein bisschen reden. Ist das in Ordnung?“
„Oh,... ja, natürlich. Aber sei pünktlich!!!“
„Natürlich, bis später.“ ich legte auf. Dann lächelte ich Tom zaghaft an.
„Du möchtest reden?“
„Wenn das ok ist?“ wieder wurde ich unsicher.
„Natürlich, sonst hätte ich es nicht angeboten. Ich bin ein guter Zuhörer.“ sein Lächeln machte mir Mut und ich begann zu erzählen.
Ich erzählte ihm nicht jede Kleinigkeit, schließlich kannten wir uns kaum, die privaten Sachen behielt ich für mich. Doch ansonsten ließ ich kein Detail aus. Ich erzählte von den Problemem, die wir hatten, von Kristen, von den Movie Awards und von meiner Entscheidung, die ich an jenem Tag getroffen hatte.
Die ganze Zeit hörte er mir zu, unterbrach mich nicht und ließ mir Zeit, wenn mich die Tränen übermannten. Es tat gut es jemandem zu erzählen, der so völlig außenstehend war. Als ich geendet hatte sah ich ihn an.
„Möchtest du, dass ich etwas dazu sage?“ fragte er vorsichtig. Ich nickte.
„Wie geht es dir?“ fragte er mich unvermittelt, ich starrte ihn verwundert an. „Das war eine ernst gemeinte Frage, wie fühlst du dich?“
„Ich... ich fühle mich leer... nicht ausgebrannt oder so, dann müsste ich irgendwelche Schmerzen fühlen denke ich. Es kommt mir vor, als hätte ich meine Gefühle in dem Hotel hier in LA zurückgelassen. Nur manchmal, wenn ich ganz unten bin, dann tut es einfach weh, so als würde ich zerspringen. Und dann ist wieder alles vorbei... ich weiß nicht... ich weiß überhaupt nichts...“ erneut begann ich zu weinen, versuchte jedoch, das zu verhindern.
„Versuch nicht, die Tränen zu unterdrücken, Neele. Tränen sind gut, es geht dir besser, wenn du sie einfach raus lässt. Darf ich dich noch etwas fragen?“
Wieder nickte ich.
„Warum bist du damals gegangen?“
„Ich musste weg... es war einfach zu viel, ich konnte es nicht ertragen. Ich war so verletzt. Ich hatte ihm vertraut, und er hat es ausgenutzt.“
„Glaubst du, dass er dich nicht liebt?“
„Ich weiß nicht... er sagte es...ich hoffe es so sehr... aber ...“
„Liebst du ihn?“
„Ja... Ja... mehr als alles andere, das ist die einzige Sache, die ich sicher weiß.“
„Warum gibst du dann alles auf? Wegen einem einzigen Bühnenkuss?“
„Er hat mein Vertrauen missbraucht.“
„Wann? Weil er seinem Beruf nachgegangen ist? Er hat dir gesagt, dass er dich liebt. Er hat so viel für dich aufs Spiel gesetzt. Er hat dir vor aller Welt seine Zuneigung für dich gezeigt. Meinst du, dann macht er alles kaputt und küsst Kristen auf der Bühne, weil er es ernst mit ihr meint?“
„Aber Kristen... er und sie... alle...“ er unterbrach mich.
„Ach Neele, meinst du denn, für ihn ist es einfach? Alle sehen Robert und Kristen als Traumpaar, die Fans möchten sie nicht nur auf der Leinwand zusammen sehen. So gut wie niemand hätte etwas dagegen, wenn sie auch privat zusammen wären. Es wäre so einfach für die beiden. Für ihn. Und doch hat er sich für DICH entschieden.“
„Hat er das?“
„Natürlich, ich bin mir sicher, alles was er zu dir in dieser Hinsicht gesagt hat, war wahr. Er hat alles für dich aufs Spiel gesetzt, hat den Wunsch der Fans missachtet, nur um mit dir zusammen zu sein. Ist das denn nicht genug?“
„Doch. Das sollte genug sein... aber ich weiß nicht, ob ich das kann...“
„Was kannst? Nichts auf die ganzen Gerüchte geben? Wenn Jade etwas auf sie geben würde, dann könnten wir nie zusammen sein.“ er lachte über mein verdutztes Gesicht. „Ach, komm schon, hast du nie geglaubt, dass Emma und ich ein Paar sind?“
„Nein.“ antwortete ich ehrlich. „Ich habe zwar die Artikel gelesen, aber das ist doch eh alles nur erstunken und erlogen.“ Er lachte noch mehr.
„Und bei Rob und Kristen ist es das nicht?“
Ich dachte einen Augenblick nach. Er hatte doch recht, warum sollte bei den beiden mehr Wahrheit dran sein, als bei allen anderen?
„Vielleicht....“
„Also, was genau kannst du jetzt nicht? Kannst du ohne Rob leben? Geht es dir besser ohne ihn? Fühlst du dich gut mit der Situation, wie sie jetzt ist? Oder kannst du die Gerüchte als Humbug abtun?“
„Fragst du mich das jetzt ernsthaft?“
„Nein, das musst du dich fragen. Du hast den ganzen Flug Zeit.“ das hatte ich schon einmal gehört und er hatte doch Recht. Ich hatte mir diese Fragen schon lange beantwortet. Ich konnte nicht so weitermachen. „Denn ich nehme an, dass du nicht ohne Grund nach New York fliegst, wo Robert zufällig gerade dreht?“
„Ich fahre nicht auf meinen Wunsch.“
„Sondern?“
„Meine“ ich verbesserte mich, „Unsere Freunde haben mich gezwungen, ich hatte keine andere Wahl.“
„Was war denn deine Idee?“ fragte er neugierig.
„Ich wollte in LA bleiben...“
„Und weiter Trübsal blasen? Ich sollte euren Freunden danken.“
„Wofür?“
„Dafür, dass sie dich aus deinem Loch herausgeholt haben. Sonst...“ er zögerte.
„Sonst?“ hakte ich nach. Zu meiner großen Überraschung schien er ein kleines bisschen verlegen zu sein.
„Sonst hätte ich dich nicht kennen gelernt.“ Es schien aufrichtig, ich freute mich. Für einen Augenblick vergaß ich vollkommen, dass er Tom Felton war. Ich stand auf, umarmte ihn und hauchte „Danke“. Im selben Moment erhellte ein Blitz die Umgebung.
„Können die mich nicht ein einziges Mal in Ruhe lassen?“ Tom war genervt.
„Wie war das noch mal, Mr. Normal?“ ich grinste ihn an.
„So gefällst du mir viel besser, für irgendetwas sind die Paparazzi also doch gut.“
Ich sah auf die Uhr. „Oh, ich glaube, ich muss jetzt mal los, sonst verpasse ich den Flieger doch noch.“
„Wieso musst DU los?“
„Hm?“
„WIR müssen los, denke ich.“
„Wohin fliegst denn du?“
„Warst du vorhin nicht anwesend? Wir nehmen den gleichen Flieger, schon vergessen?“
„Oh, ach ja. Das ist ja toll, dann habe ich ja noch weitere 6 Stunden mit dir.“ ich schenkte ihm ein strahlendes Lächeln. Es schien mir plötzlich alles so einfach. Dann dachte ich über meine Worte nach und wurde rot.
„Ähm, ich meine...“ versuchte ich zu retten, was zu retten war.
„Ich freue mich auch. Ehrlich!“ er lächelte, nahm seine Gitarre in die eine, meine Hand in seine andere Hand und gemeinsam machten wir uns auf den Weg ins Gate. Aufgrund meines Orientierungssinnes schafften wir es, uns zweimal zu verlaufen. Ich war todsicher gewesen, dass das Gate in der anderen Richtung lag... Doch wir schafften es noch pünktlich.
„NEELE, da BIST du ja endlich!“ wurde ich stürmisch von Naischel begrüßt, sie lief auf mich zu, stoppte aber kurz vorher. „Oh...“ mein Blick wanderte zu Tom neben mir, der meine Hand immer noch hielt.
„Ähm, Naischel, das ist...“
„Tom Felton!“ beendete sie meinen Satz. „Das weiß ich auch. Hi, ich bin Naischel.“ Tom ließ meine Hand los um ihre zu schütteln. Sie warf mir einen fragenden Blick zu, ich zuckte nur die Schultern. Auch Kellan stieß nun hinzu und nachdem sich auch die beiden miteinander bekannt gemacht hatten, gingen wir zum Schalter und saßen kurz darauf gemeinsam in der Buisness-Class. Tom hatte sich einen Platz neben mir gesichert.
„Seid ihr immer so normal?“ erkundigte er sich.
„Wie meinst du das, wir sind doch alle gleich, wie wir vorhin gelernt haben.“
Er grinste. „Na ja, aber auch Naischel, kein Kreischen, nichts...“
„Das ist nicht unsere Art. Wir haben noch nie gekreischt. Das kommt vielleicht davon, wenn man mit 'Stars' zusammen ist.“
Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile, doch irgendwann wurde ich so müde, dass mir immer wieder die Augen zu fielen.
„Versuch doch ein bisschen zu schlafen.“ Ich versuchte, es mir bequem zu machen, doch so richtig wollte es mir nicht gelingen. Bevor meine Müdigkeit verschwinden konnte legte Tom einen Arm um mich und zog mich leicht hinein. Ich konnte nicht umhin mich wohl zu fühlen und seinen Geruch einzusaugen.
„Ist das bequem so?“ fragte er leise.
„Wenn es für dich in Ordnung ist?“
„Natürlich...“ das reichte mir als Antwort. Nur wenig später war ich eingeschlafen.
Erst während der Landung wachte ich auf und erschrak, als ich in Toms Armen lag.
„Scht, alles gut.“ Na, wenn er das sagte.
Zu viert warteten wir auf unser Gepäck, dann ging es daran, uns zu verabschieden.
„Meinst du, ich kann noch ein Autogramm von dir bekommen?“
„Natürlich, hast du etwas zu schreiben?“
Ich hatte lediglich mein Adressbuch dabei.
„Sortierst du nach Nachnamen oder Vornamen?“ fragte er mich.
„Wie bitte?“ ich war verwirrt, er sollte doch nur unterschreiben.
„Unter Tom oder unter Felton?“
„Ähm, dann Felton, bitte.“
„Alles klar“. Er schrieb einen Augenblick, dann klappte er das Buch zu und gab es mir zurück.
„Man sieht sich.“ ich glaube nicht daran, umarmte ihn trotzdem.
„Bis dann.“
Dann gingen wir getrennte Wege.

Wir bezogen unser Hotel und gingen in unsere Zimmer. Naischel und Kellan hatten beschlossen, dass wir uns erst am nächsten Tag zum Set begeben würden. Ich war sehr dankbar darüber, das einzige, was ich wollte war jetzt ein Bett. Vorher eventuell noch eine Dusche. Die Glücksgefühle, die ich in Tom's Gesellschaft verspürt hatte, waren längst verflogen und ich wollte nicht zum Set. Ich fühlte mich nicht bereit, Rob gegenüber zu treten.

Am nächsten Morgen wurde ich vom Klopfen an der Zimmertür geweckt.
„Super, du bist wach. Am besten machst du dich fertig und dann fahren wir los. Reicht dir eine Stunde?“
„Naischel, ich...“
„Vergiss es, du hast eine Stunde.“ und schon war sie wieder verschwunden.
Nach einer Dusche waren meine Lebensgeister ein wenig erwacht, während ich meine Sachen heraussuchte fiel mein Blick auf mein Adressbuch. Ich nahm es in die Hand und schlug den Buchstaben 'F' auf.
Ich musste grinsen, quer über die ganze Seite stand dort eine Nachricht in extrem krakeliger Schrift.

Hi,
wag es ja nicht, morgen zu kneifen. Denk an die Fragen, die du dir beantworten solltest.
Sag mir Bescheid, wie es ausgegangen ist, ich hoffe, ich höre von dir.
Hier noch dein Autogramm:
Darunter stand eine Nummer, sowie eine Unterschrift von ihm.

Wieder klopfte es. Naischel und Kellan standen vor der Tür.
„Ich will wirklich nicht...“ versuchte ich es noch einmal, doch da hatten die beiden mich schon zwischen sie genommen und marschierten mit mir los, ich hatte keine andere Chance als mitzulaufen.
Je näher das Taxi dem Drehort kam, desto nervöser wurde ich, desto schlimmer wurde das Gefühl in meinem Magen.
„Ich glaub, mir ist schlecht...“
„Hör auf so einen Quatsch zu reden, Neele.“
Wie sollte ich ihm nur gegenüber treten? Was sollte ich sagen? Würde er mich überhaupt anhören, nach allem, was ich getan hatte?
Wir stiegen gemeinsam aus und gingen die letzten Schritte zu Fuß, alles war weiträumig abgesperrt, überall standen Sicherheitsleute herum.

„Guten Tag, Kellan Lutz mein Name. Wir würden gerne zu Robert Pattinson.“ sprach freundlich Kellan einen der Sicherheitsbeamten an einer Schranke an.
„Jaja, das sagen sie alle.“
„Wollen sie meinen Ausweis sehen?“
„Brauche ich nicht. Ich habe meine Anweisungen, nur Leute mit Pässen dürfen passieren.“
„Ich bin Kellan Lutz.“
„Und wenn Sie der Präsident wären, Sie kommen hier nicht rein.
„Hören Sie.“ schaltete sich jetzt Naischel ein. „Das hier ist Neele, sie ist die Freundin von Robert Pattinson, sie ist extra aus Deutschland angereist, um ihn zu überraschen.“
„Das wird ja immer schöner.“ der Typ lachte. „Vergessen Sie's.“
„Warum glauben Sie uns nicht? Wir müssen da rein, wirklich. Es ist dringend.“
„Ach, eben war es noch eine Überraschung!“
„Es ist beides, gewissermaßen.“ versuchte Naischel zu erklären. „Könnten Sie ihn sonst nicht einfach herholen?“
„Wenn wir das bei jedem dahergelaufenen Fan machen würden, könnten wir unseren Job an den Nagel hängen!“
„Jetzt hören Sie mir mal gut zu. Wir werden da jetzt reingehen und Sie werden uns durchlassen. So einfach ist das.“ Kellan baute sich vor dem Beamten auf. Dieser machte sich ebenfalls groß und grinste höhnisch.
„Sonst was?“
Ich hörte Kellans antwort nicht.
Denn ich sah IHN.
Er ging auf der gegenüberliegenden Straßenseite.
Er sah niedergeschlagen aus, traurig. Und doch so wunderschön, wie ich ihn in Erinnerung hatte.
Alle Unsicherheit fiel von mir ab, was auch immer ich gefühlt hatte war verschwunden.
Ich hatte nur Augen und Gedanken für IHN.
Ich begann zu schreien.
„ROB !!! ROOOOOOOOB!!!!“
Ich konnte es kaum fassen.
Er hob den Kopf, sah in meine Richtung.
Erneut schrie ich.
„ROOOOOOB!!!“
Er sah mich an.
Dann rannte er.
Rannte genau auf mich zu.
Doch dann...
… er sah das Taxi nicht.
„PASS AUF!!!!“ schrie ich panisch. Er musste es doch sehen. Es kam immer näher. „DAS TAXI!!“
Reifen quietschten. Der Fahrer hupte.
Ich wagte kaum hinzusehen.
Das Taxi streifte ihn, doch er schien es nicht wahrzunehmen.
„Machen sie die Schranke auf“, wies Kellan den Sicherheitsbeamten an und, oh wunder, er tat es.
Nun rannte auch ich, rannte einfach auf ihn zu.
Es schienen Kilometer zwischen uns zu liegen, die Zeit schien stehen geblieben zu sein.
Dann endlich, nach scheinbar endlosen Sekunden sprang ich in seine Arme.
Er zog mich fest an sich.
Was dann folgte war ein schier endloser, atemberaubender Kuss. Eine solche Leidenschaft steckte in ihm, wie ich sie noch nie erlebt hatte.
Alles um uns herum schien zu verschwinden. Egal war mir, wer uns zuschaute, wie viele es waren, ob Fotos gemacht wurden.
Ich war bei ihm.
Ich hatte ihn.
Nichts anderes zählte.
Nur er und ich.

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