Neele Pov
Ich wachte morgens mir irrsinnigen Kopfschmerzen auf. Sofort fuhr meine Hand an meine Stirn, nur langsam öffnete ich die Augen.
Wo war ich? Das hier war nicht mein Zimmer, unser Zimmer in Vancouver? Mein Blick huschte auf den freien Platz neben mir, wo war Rob?
Zaghaft versuchte ich auf zu stehen und scheiterte kläglich, stieß mir meinen Fuß am Bettpfosten und fluchte laut.
„Neele bist du wach?“, fragte eine Stimme, viel zu freundlich für meine jetzigen Verhältnisse.
„Hm…“, murmelte ich, als die angelehnte Tür weiter auf geschoben wurde und Naischel in der Tür stand.
Verwirrt starrte ich sie an. Naischel musterte mich und kam vorsichtig auf mich zu. In der Hand hielt sie ein Glas und eine Tablettendose, meine Rettung.
Sie bemerkte meinen Blick und lächelte. „Ich dachte die könntest du gebrauchen“
Nickend nahm ich ihr das Glas und das Döschen ab, ließ mich auf das Bett zurück sinken und nahm zwei Tabletten und spülte sie mit dem Wasser hinunter.
„Danke“, es war nur ein Flüstern. „Wo sind wir hier?“
Naischel seufzte und sah mich durchdringend an. „Wir sind in Vegas, du hast dich mit Rob gestritten, weißt du nicht mehr?“
„Hm.. kann sein… was machen wir hier?“, fragte ich weiter, warum konnte ich mich nur an nichts erinnern?
„Tom feiert heute Abend seinen Geburtstag, du wolltest unbedingt herkommen“
„Oh okay, warum kann ich mich nicht erinnern? Was haben wir gestern Abend gemacht?“
„Dasselbe wie immer in so einem Fall, nur mit dem Unterschied, dass du beinahe irgend so einen Typen abgeknutscht hättest, wären Tom und ich nicht dazwischen gegangen.
„Sah er wenigstens gut aus?“, versuchte ich zu scherzen, während Naischel schmunzelte.
„Du bist unmöglich Neele“
Naischel brachte mich auf den neusten Stand der Dinge, ich hatte offenbar einen ziemlichen Filmriss, da ich mich weder an meinen Streit mit Rob, noch an den gestrigen Abend erinnern konnte.
Das Telefon klingelte und Naischel hob ab, abschätzend sah sie mich an. „Ja sie ist wach, okay bis gleich“
Fragend sah ich sie an und sie hob nur entschuldigend die Schultern. „Tom, er kommt gleich du wirst ihm einiges erklären müssen“
Ich seufzte und zog einen Schmollmund als die Tür bereits geöffnet wurde und Tom herein trat.
Naischel lächelte mir aufmunternd zu, dann verließ sie den Raum.
Tom Pov
Ich machte mir wirklich Sorgen um Neele. Was war nur mit ihr passiert? Ich wusste sie war wütend gewesen als sie mich anrief und fragte ob sie zu mir kommen könnte. Natürlich würde ich ihr diesen Wunsch niemals verwehren. Obwohl ich sie noch nicht so lange kannte, war sie mir sehr ans Herz gewachsen. Ich wusste zwar noch nicht was, aber irgendetwas musste zwischen ihr und Robert vorgefallen sein, sie flüchtete und ich musste herausfinden wovor.
Ich lag schon wach und ließ den vergangenen Abend Revue passieren. Wieso war sie gestern Nacht nicht mehr Herr ihrer Sinne gewesen, so kannte ich sie gar nicht. Sie hätte beinahe diesem Drecksack Matt Lanter geküsst, was war nur in sie gefahren?
Warum hatte ihre Freundin nicht besser auf sie aufgepasst? Viele Fragen rotierten in meinem Kopf, aber ich fand keine Antwort auf sie. Die wichtigste aller Fragen, die mich beschäftige war, was zwischen Rob und Neele vorgefallen war.
Ich schnappte mir mein Handy, rief meinen Manager an und erklärte ihm dass ich schnellst möglichst die Nummer von Robert haben musste, leider hatte er des Öfteren seine Handynummer wechseln müssen, weil Fans sie herausbekommen hatten. Ja das Leben im Rampenlicht war manchmal nicht besonders angenehm.
Ein paar Minuten vergingen und mein Handy klingelte. Mein Manager gab mir die Nummer durch und ich beschloss Rob sofort anzurufen. Ich wusste er drehte in Vancouver und hoffte ich würde ihn noch vor Drehbeginn erwischen, immerhin war es erst kurz vor neun Uhr.
Es klingelte und ich wurde ich sofort aus der Leitung geschmissen, ließ mich aber nicht so schnell abwimmeln und versuchte es erneut.
„Ja“, murmelte eine verschlafene Stimme ins Telefon.
„Äh Robert?“
„Hm… wer ist denn da?“, krächzte er.
„Hier ist Tom, Tom Felton, hab ich dich geweckt?
„Tom? … Tom?.... oh hi Tom, wie geht’s dir? Ehm,ja um ehrlich zu sein... ja“
„Das tut mir leid Rob, ich dachte ihr dreht und ich wollte dich noch erwischen bevor du heute anfängst.. also sorry…“, versuchte ich mich zu entschuldigen.
„Kein Ding, Tom. Mensch dich hab ich ja lange nicht gesehen, wie geht’s dir“, wiederholte er seine Frage.
„Ganz gut, danke. Es hat einen Grund warum ich anrufe Rob“
Stille.
„Roooooob?“
„Ja ich bin noch dran…“
„Du weißt dass sie bei mir ist…“
Stille.
„Was ist passiert?“, fragte ich weiter und hoffte eine Antwort zu bekommen.
Wieder Stille, dann hörte ich ihn seufzen. „Hat sie dir das nicht erzählt?“
„Um ehrlich zu sein, nein, dazu kam sie gestern nicht mehr. Ich hatte noch Termine und sie und…“
„Naischel“
„Ja genau sie und Naischel haben na ja ein bisschen gefeiert“
„Sieht ihr mal wieder ähnlich dass sie sich zu laufen lässt und noch mehr Mist macht“, entgegnete er hart und ich konnte die Wut in seiner Stimme hören.
„Rob… was ist passiert? Das ihr euch gestritten habt, ist klar aber …“
„Tom sei mir nicht böse, aber das geht dich nichts an. Tu mir nur einen Gefallen und pass auf dass sie nicht noch mehr Blödsinn anstellt, ich weiß jetzt schon kaum wie ich dass Alles richtig stellen soll“
„Robert du kapierst auch gar nichts, du weißt dass die Presse sich ihre Sachen zusammen dichtet, wie es ihr gerade passt, du bist nicht erst seit gestern in dem Geschäft“
Stille.
„Okay, da du mir offensichtlich auch nicht weiterhelfen willst…“
„Es geht dich nichts an, das ist eine Sache zwischen mir und Neele“, zischte er leise.
„Da sie hier zu mir geflüchtet ist, geht es mich sehr wohl was an Rob. Ich versuche ihr den Halt zu geben, den du offenbar nicht bereit bist zu geben. Was zum Teufel ist nur los mit dir? Ich dachte du liebst sie, warum versaust du es ständig?“, schrie ich auf gebracht, warum war dieser Typ nur so ein Hornochse?
„Tom so einfach ist das nicht…“
„Es könnte einfach sein, wenn du deine Eier in der Hose hättest, ich verstehe nicht wie ein blöder Artikel euch so zerstreiten kann? Ihr wisst doch beide wie es ist…“
„Offenbar nicht, ich muss Schluss machen Tom, pass auf sie auf, bye“, mit diesen Worten beendete er das Gespräch.
Etwas fassungslos legte ich mein Handy auf den Nachtisch zurück und stand auf.
Ohne weitere Gedanken an diesen Ochsen zu verschwenden ging ich ins Bad, duschte und machte mich fertig.
Ich rief in der Suite gegenüber von mir an, Naischel nahm den Anruf entgegen und erklärte mir dass Neele wach sei.
Ich atmete noch einmal tief durch, bevor ich zu ihnen hinüber ging.
Ich trat ohne großes Zögern ein, Neele saß auf ihrem Bett und legte eine Hand auf ihre Stirn.
Naischel lächelte Neele noch aufmunternd zu und verließ ihr Zimmer, dabei schloss sie hinter sich die Tür. Von draußen hörte ich sie aufgebracht reden, offenbar telefonierte sie.
Mein Blick fiel wieder auf Neele, sie starrte auf den Boden vor sich, sah mich nicht an.
„Kann ich mich setzen?“, fragte ich sie leise, sie nickte und ich setze mich zu ihr aufs Bett.
Wir schwiegen einige Minuten, sie hatte ihren Blick immer noch gesenkt. Ich nahm ihre Hand in meine und streichelte sie behutsam.
Sie begann zu zittern, hob ihren Kopf und sah mich endlich an. Ihre Augen wirkten traurig und einzelne Tränen bahnten sich ihren Weg nach draußen. Sanft wischte ich sie weg und gab ihr einen zarten Kuss auf die Stirn, zog sie in meine Arme und gab ihr einfach nur Halt. Sie begann sich zu verkrampfen.
„Es ist okay, lass es raus“, hauchte ich ihr behutsam zu und strich ihr liebevoll über den Rücken.
Neele entspannte sich und begann bitterlich zu weinen. Ich ließ sie weinen, versuchte nicht sie zu beruhigen, gab ihr einfach nur das, was sie in diesem Moment brauchte.
Sie schluchzte immer wieder laut auf. Es dauerte eine Weile bis sie sich von alleine beruhigte.
„Danke“, sagte sie mit zittriger Stimme.
„Jederzeit Süße“
Sie entzog sich mir und stand auf. „Ich geh mal duschen“
„Hast du denn gar keine Kopfschmerzen mehr?“
„Woher…? Oh nein…“ sie hielt kurz inne und schlug die Hände vors Gesicht. „Scheiße….“
„Was ist?“, fragte ich besorgt.
„Vorhin war alles weg, ich konnte mich an die letzten Stunden nicht erinnern, jetzt ist alles wieder da. Oh mein Gott, es tut mir so leid Tom“, sie sah mich entschuldigend an.
„Ich weiß zwar nicht was genau vorgefallen ist, aber ich bin froh dass du da bist, dass du zu mir gekommen bist, er ist ein Idiot und er wird schon noch merken, was er an dir hat“
Neele schluckte kurz, ich klopfte auf die freie Stelle neben mir. Sie setzte sich wieder zu mir und begann zu erzählen. Immer wieder rann eine einzelne Träne über ihre Wange.
Ich konnte nur den Kopf schütteln, wie konnte Rob nur so engstirnig sein, nur an sich denken?
Natürlich war es nicht in Ordnung gewesen, was die beiden Mädchen geplant hatten, aber für die Außenwelt, sah es nach einem ganz normalen Einkauf aus und das dort etwas hinein interpretiert wurde, dafür konnten die beiden ja wirklich nichts, na ja indirekt schon, aber Robert brauchte sich deswegen nicht so künstlich aufregen.
„Jetzt bist du ja erstmal hier“, tröstete ich sie.
„Denkst du er meldet sich bei mir?“
„Um ehrlich zu sein nein, ich hab vorhin mit ihm gesprochen“
„Du hast WAS??“, rief sie aufgebracht und starrte mich mit großen Augen an.
„Ja aber es kam nichts dabei heraus, du hast Recht, er ist ein Idiot“, ich wollte nicht weiter ins Detail gehen, sie nicht noch mehr beunruhigen.
Es klopfte und Naischel streckte den Kopf herein. „Frühstück ist da, wenn ihr Hunger habt“
„Wir kommen gleich“, antwortete ich und sah Neele aufmunternd an. „Komm lass uns was Essen, dann machst du dich fertig und wir gucken uns noch ein bisschen las Vegas an, ja?“
„Okay“, seufzte sie.
„Du bist nicht alleine, ich werde für dich da sein. Ich mag dich wirklich sehr Neele. Was machst du nächstes Wochenende?“
Verwirrt sah sie mich an, während ich ihre Hand in meine nahm, aufstand und sie mit mir zog.
„Ähm keine Ahnung…warum?“
„Ich bin nächstes Wochenende in Deutschland bei so einer Convention, hast du nicht Lust mich zu begleiten?“
„Ist das dein Ernst? Was ist mit …“ Ich wusste sie spielte auf meine Freundin an.
„Sie langweilen solche Dinge immer“, erklärte ich achselzuckend.
„Ähm okay….“, sagte sie einfach nur und strahlte mich an.
Ich wusste, dass Kellan auch nach Deutschland fahren sollte, daher nahm ich an dass Naischel ebenfalls vor Ort seien sollte, daher wäre Neele nicht ganz alleine, während ich die Termine dort wahrnahm.
Ich hatte das Gefühl mich irgendwie um sie kümmern zu müssen, sie abzulenken, wollte ihr auch die schönen Seiten, dieser abnormalen Welt zeigen.
Wir waren Freunde und ich würde für sie da sein, wann immer sie mich brauchte.
Mittwoch, 4. November 2009
Vegas Part 2
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