Ich wartete jetzt schon ne geschlagene viertel stunde auf Martha. Wo steckte sie nur? Eine Stewardess kam auf mich zu und lächelte mich freundlich an
"Letzter Aufruf, wenn sie noch mit wollen, dann müssen sie jetzt leider an Bord gehen"
"Oh bitte, meine Freundin kommt jede Sekunde...", flehte ich sie an, während ich meine Augen über den Gang des Terminals gleiten lies.
Wir waren auf den Weg nach Cannes. Dank meiner Bekannten Tara, die in der Filmbranche tätig war, hatte ich die einmalige Möglichkeit, mit den Mädels aus dem Team Edward Forum, nach Cannes zu den Filmfestspielen zu reisen, beziehungsweise wir hatten diese Möglichkeit bekommen. Unser Plan war es so nah wie Möglich an Robert Pattinson zu gelangen. Tara hatte zwar versprochen einen Interview Termin mit Robert herauszuhauen, aber das war noch nicht ganz sicher.
Die Stewardess deutete schon auf die Uhr. Gott, wo zur Hölle steckte Martha.
"Stooooooooooooooop, hiiiiiiiiiiiiiiier bin ich!!!!", hörte ich sie schon von weitem schreien und seufzte erleichert auf.
Völlig ausser Atem viel sie mir in die Arme und ich sah sie kopfschüttelnd an."Ich dachte schon ich müsste ohne dich fliegen. Komm Neele, Franzi und Maj sind schon an Bord", sagte ich ruhig, während die Stewardess uns zur Maschine brachte.
Als wir in der Maschine ankamen und unsere Plätze suchten, wurden wir schon gröhlend empfangen.
Direkt fing Martha an T-shirts, die sie für uns bedrucken hatte lassen, zu verteilen. Peinlicher konnte dieser Drei Tages Trip nicht werden.
„Das erste geht an Naischel“, schrie Martha völlig aus dem Häuschen und reichte mir das T-Shirt, grinsend nahm ich es entgegen.
„Die sind einfach klasse, perfekter geht es gar nicht mehr“, sagte ich und sah Martha erfreut übers ganze Gesicht strahlen. Sie machte sich daran auch den anderen Mädels ihre Shirts zu überreichen.
Der dreistündige Flug verging relativ schnell und als Martha, eine vorbeilaufende Stewardess fragte, wie lange er noch dauern würde, hieß es sogar dass wir gleich landen würden.
„Mädels, macht euch zurecht, wir landen gleich“, schrie sie durch den Flieger und zackig sah ich meine Mädels ihre kleinen Tischen herunterklappen und ihre Schminkutensilien aufbauen.
Ich grinste in mich herein, die waren echt fertig.
Nachdem wir die Maschine verlassen dürften und unser Gepäck endlich wiederhatten, liefen wir nach draußen auf den Taxistand. Vor uns standen fünf riesen Limos. Ein älterer Herr mit weißem Schnauzbart, kam auf uns zu und hielt einen Zettel hoch, auf dem
"Reisegruppe Team Edward" stand. Ich nickte ihm lächelnd zu.
"Oh oui, ´erzlich Willkommen in Cannes Madames"
"Ja oui,...alors.." begann ich zögernd und sah mich bittend nach den anderen um, mein Schulfranzösisch war grottenschlecht. Natürlich taten sie so als hätten sie von all dem nichts mitbekommen.
Wir stiegen also freudestrahlend in die Limosinen und brausten zum Hotel.
Kaum im Hotel angekommen, kam wieder dieser ältere Herr auf mich zu und sah mich fragend an.
"Äh ja..was ist denn?...quesque vous voulez?äääääh... ", gab ich stotternd von mir.
Er brabbelte mich voll, aber ich verstand kaum etwas. „Un Moment“, bekam ich noch hervor, drehte mich und ging auf Martha, Maj, Neele und Franzi zu.
„Ähm von euch kann zufällig niemand Französisch? Ich hab keinen blassen Schimmer was der Kerl von mir will“
Leider schüttelten sie wieder den Kopf, verdammt. Mein Gesicht sprach anscheinend Bände, denn die vier fingen aus vollem Halse an zu lachen.
„Nein können wir nicht, am besten wir suchen uns einen Dollmatcher, der uns hilft", schlug Martha vor.
"Sie brauchen eine Dollmatcher?!", hörten wir plötzlich eine Stimme hinter mir.
Oh Gott, wie sehr ich diesen französichen Akzent hasste. Genervt drehte ich mich um und schürzte die Lippen. Vor uns stand ein ca 1,20m großer Mann, na gut ok, er war vielleicht 1,60m groß oder klein, je nach dem. Jedenfalls musste ich stark an mich halten um nicht laut loszulachen. Martha schien es ähnlich zu gehn, denn sie hielt sich schon ihre Hand vor dem Mund.
"Äh..hm..ja... hi", gab ich kleinlaut von mir.
"´allo, isch bin Jean Paul. Wie kann isch ihnen behilflich sein?"
Ich räusperte mich verlegen und deutete auf den älteren Herr, der immernoch neben mir stand.
"Vielleicht könntest du mir sagen, was er.." Jean Paul lies mich gar nicht ausreden, sondern winkte gleich ab.
"Ja Jaques wollte Sie nur haufmerksam machen, dass im Restaurant bereits das Dinner serviert wird", erklärte er ruhig und lächelte uns an. Als er verschwand, sah mich Neele entschuldigend an.
„Was ist?“, fragte ich neugierig, da ich ihren Blick nicht deuten konnte.
„Also um ehrlich zu sein, ich kann französisch“, murmelte Neele leise in sich hinein.
„Waaaaaaaaaas?! Und das sagst du erst jetzt?“, fuhr ich sie entnervt an.
„Ja tut mir leid, aber dein Gesicht war einfach zu komisch Naischel“, gab sie lachend von sich und auch die anderen Mädels stimmten in ihr Lachen mit ein.
Wir gingen zum Aufzug und bezogen unsere Zimmer. Clara hatte für uns alle wunderschöne Einzelzimmer gebucht.
Kaum hatte ich die Tür meines Zimmers verschlossen, schnappte ich mir mein Handy und versuchte Tara zu erreichen, ich hoffte sie hatte positive Nachrichtigen für mich.
Grinsend machte ich mich auf den Weg zu den anderen Mädels ins Restaurant, wir wollten uns dort treffen. Lange musste ich nicht Ausschau nach ihnen halten, sie standen alle vor diesem Mörderbuffett, es sah wirklich lecker aus.
Ich setzte mich an einen freien Tisch und wartete auf sie
Maj kam nervös auf uns zu und setzte sich. Fragend sah sie mich an. "Und Neuigkeiten?"
Plötzlich lagen auch die Blicke der anderen Mädels auf mir.
Ich schürzte die Lippen und grinste, während Maj schon in Jubelschreie ausbrach. "Also hat es geklappt, das ist ja Wahnsinn!!!"
"Was hat geklappt?!", hörte ich die anderen Mädels durcheinander murmeln.
"Kommt Mädels lässt uns erstmal essen, danach erzähl ichs euch"
Obwohl ich es den Mädchen erst nach dem Essen erzählen wollte, kam ich mit meinem Vorhaben nicht weit, da sie mich mit Fragen bombardierten. Also beschloss ich es ihnen jetzt schon zu sagen.
Ich erhob mich lächelnd, um das ganze noch ein wenig formeller zu machen, sofort lagen alle Blicke der Mädels auf mir und sie sahen mich fragend an. Ich grinste und fuhr mir nervös durch die Haare. Ich wusste sie würden gleich ausrasten.
"Also...", begann ich langsam und versuchte jeden einmal kurz anzusehen. "Ich hab da so eine alte Schulfreundin, die arbeitet zeitweise nebenbei für Summit Entertainment und sie hat letztes Jahr auch einige Kontakte zum Cast knüpfen können, vor allem zu Peter und Kellan, zu denen hat sie ein sehr gutes Verhältnis...und.."
In dem Moment hörte ich schon die ersten wie wild nach Luft schnappen.
"Psssssssst...lasst sie weiter erzählen", zischte Martha und ich sah sie dankend an.
"Ja..also bitte versprecht mir nicht zu schreien, aber.... ", ich machte eine betont lange Pause, die Spannung, die sich dadurch aufbaute, war unvorstellbar. Gespannt sahen mich die Mädels an.
"Ladies, sucht eure schönsten Kleider raus, wir gehen morgen zu den Festspielen. Wir stehen auf der Gästeliste"
Weiter kam ich nicht, da schrieen die Mädels schon vor Freude um sich.
Nachdem ich abgeknutscht und geknuddelt wurde, kriegten sich die Mädels kaum noch ein. Wir ließen das Abendessen einfach ausfallen, weil die Mädels schnell wieder auf ihre Zimmer wollten um ihre Garderobe zu besprechen.
Ich zog mich ebenfalls zurück, allerdings an die Bar des Hotels, bestellte ein Bier und schloss für einen kurzen Moment. Ich bekam nur ansatzweise mit dass sich jemand neben mich auf den Hocker sinken lies.
Als ich meine Augen wieder öffnete erschrak ich beinahe, denn Jean Paul hatte neben mir Platz genommen.
"Oh mondieu, hentschuldigen Sie bitte, isch wollte Sie nischt erschrecken"
"Ähm, das hast du nicht, ich war nur überrascht..was gibts denn?"
Jean Paul merkte wohl mein Unbehagen irgendwie und reichte mir einen Zettel.
"Der jünge Mann, da drüben, hat misch gebeten ihnen dass zu geben, mit freundlischen Grüsse von ihrer Freundin Tara"
Ich biss mir nervös auf die Lippe und schaut in die Richtung in die Jean Paul zeigte, erkannte aber nur Umrisse, da es weiter hinten in der Bar durch aus dunkler war, als hier vorne.
"Äh ja danke Jean Paul", sagte ich beiläufig und öffnete den Zettel, dabei blieb mir fast das Herz stehn.
"Hey naischel, ich dachte ihr könntet ein bisschen Unterstützung auf dem roten Teppich gebrauchen und mein Teddy ist gerne bereit euch ein bisschen unter die Arme zu greifen. Seit nett zu ihm und bitte kein Alkohol, er weiß nicht wann es genug ist.
Liebste Grüsse und viel viel Spass Tara"
Was sollte dass denn heißen, wieder hob ich den Kopf und versuchte etwas in der Ecke ausfindig zu machen, konnte aber immernoch nichts erkennen.
Plötzlich tippte mir jemand auf die Schultern und ich fuhr herum.
"Hab ich dich erschreckt was denn los?", fragte Martha neugierig und auch Franzi durchbohrte mich mit ihrem Blick. Beide setzten sich neben mich an die Bar.
"Keine Ahnung.. ich hab den Zettel hier grad zugesteckt gekriegt..und dieser Franzose hat in die Ecke hinten gezeigt...aber.. also ich weiß nicht ob ich nachsehen will was da ist....was das denn jetzt"
Franzi stand auf und blieb wie angewurzelt stehen..."Ach du scheiße..."
"Was?!!!" kam es aus Marthas und meinen Mund fast gleichzeitig.
"Mädels da hinten sitzt Kellan Lutz!"
Plötzlich hörte ich weitere Mädels neben mir nach Luft schnappen, perplex drehte ich mich um und sah in die überraschten Augen von Maj und noch ein paar anderen Mädels. Franzi und Martha fingen an zu kichern und als ich mich wieder herum drehte, stand bereits Kellan vor mir.„Ja also…ich hab ne Überraschung für euch…Draußen wartet ein Bus und wenn ihr Lust habt, zeig ich euch ein bisschen, was Cannes noch so zu bieten hat“
Ein euphorisches Klatschen rang durch den Raum. „Ja ich hole dann mal die anderen Mädels. Treffen wir uns am Bus?“, fragte ich und Kellan nickte lächelnd.
Ich beachtete ihn nicht weiter. Klar er war megasüss und genau mein Typ, aber was würde es bringen ihn anzuhimmeln? Rein gar nichts genau. So jemand hatte bestimmt nicht das geringste Interesse an jemanden wie mir. Jemand so völlig normales. Von Clara wusste ich zwar dass Kellan ein klasse Typ war, in jeglicher Hinsicht, aber nach den drei Tagen würde ich ihn eh wohl nie wieder sehen. Also wozu schlafende Hunde wecken dachte ich mir.
Kaum hatte ich unsere restliche Mädeltruppe beisammen, stürmte diese auch schon den Bus.
Meine Blicken wanderten über die Sitzreihen. Natürlich hatte Martha sich den Sitzplatz neben Kellan gesichert, das war so typisch. Ich grinste und setzte mich in die hinterste Reihe des Busses, als Kellan aufstand und sich das Mikro schnappte.
„Ladies, ich bringe euch nun an einen Ort, wo eure Herzen aufhören werden zu schlagen“
Er grinste heimtückisch und alle Mädels um mich herum fingen an zu lachen. Ich seufzte, was hatten Tara und er nur mit uns vor.
Der Bus setzte sich in Bewegung und schon ein Minuten später standen wir vor einem riesigen Gebäude.
Wir ließen uns von Kellan hineinführen und kamen in einen Konferenzraum an in dem ein riesiges Buffet aufgebaut war, was mich schon mal freute, denn langsam hatte ich Hunger. Mein Blick schweifte weiter und ich merkte wie sich die Mädels versteiften.
Vor uns standen Kristen, Ashley, Peter, Elizabeth, Jackson, Nikki, Taylor und Robert.Sofort wurde Rob von einigen Mädels in Beschlag genommen, aber auch der restliche Cast kam nicht zu kurz.
Martha rief den Mädels noch einmal die Gebote des Robsimus zu Gemüte und sie schalteten einen Gang runter.
Peter winkte zu mir herüber, während er mit einigen Mädels sprach. Ich erwiderte sein Winken und lächelte ihn freundlich an, dabei lies ich mich auf eine Treppenstufe sinken. Jeder war in irgendein Gespräch vertieft und klebte an jemanden. Grinsend sah ich zu Martha hinüber, die sich an Taylor ranmachte.
Ich stand auf und ging nach draußen an die frische Luft, mir war der Trubel einfach zu viel irgendwie. Ich freute mich für die Mädels, es war ein unglaublicher Moment, denn sie freuten sich alle sehr.
Ich schnappte mir mein Handy und tippte schnell eine Sms anTara, in der ich mich herzlich für die tolle Überraschung bedankte.
Ich genoss es wirklich abseits zu sitzen und mir das ganze Spektakel zu Gemüte zu fuhren. Im Augenwinkel sah ich wie Martha sich mit Kellan unterhielt und in meine Richtung zeigte.
Oh Gott sie würde ihn doch jetzt nicht zu mir schicken? Diese kleine... nein ich konnte ihr nicht böse sein. Kellan bewegte sich geradewegs auf mich zu. Was sollte ich jetzt machen?
Ich stand auf und ging die kleine Terrasse hinunter und setzte mich an den Pool, die Beine im Wasser baumelnd. Gott, hoffentlich folgte er mir nicht. Still verharrte ich in meiner Position und hoffte, dass er mich nicht entdeckte.Ich bemerkte hinter mir Schritte, verdammt.
"Hi, kann ich mich zu dir setzten?!", fragte Kellan mit ruhiger Stimme. Ich brauchte mich nicht umzudrehen, um zu wissen, dass er es war.
"Klar", antwortete ich nickend und versuchte es gleichgültig erscheinen zu lassen. Ich wollte schön die Eiskönigin raushängen lassen. So als würde er mich gar nicht interessieren. Nicht im geringsten. Ich fand ihn heiß und das sehr. Ob mehr als Rob das konnte ich nicht beantworten. Jeder von beiden war auf seine eigene Art sehr anziehen auf mich.
"Ich bin Kellan", sagte er grinsend in meine Richtung und hielt mir seine Hand hin, während er sich zu mir setzte. Er zog seine Schuhe und Socken aus, ließ seine Füsse ebenfalls ins Wasser gleiten und grinste mich an. Ich konnte nicht anders als zu lächeln, wer konnte diesem Grinsekätzchen schon widerstehen. Ich reichte ihm ebenfalls meine Hand.
"Hi, Naischel oder Nicole, ganz wie du willst"
"Ach dann bist du die Freundin von Tara...Aaaaaaaaah...", er begann zu lachen.
Ich nickte beschämt, anscheinend hatte er schon von mir gehört.
"Bist du immer so..?"
Erstaund und gleichzeitig verwirrt sah ich ihn.
"Wie soll ich denn sein?"
"Abweisend? Alle kamen auf uns zugestürmt und du..."
"Tut mir leid, wenn du anderes gewohnt bist, aber da bist du bei mir an der falschen Adresse", antwortete ich zickig und stand auf.
Er sah mich völlig verdattert an. Innerlich musste ich grinsen.
Als ich mich gerade übers Buffet hermachen wollte, stand Martha völlig sauer neben mir. Mir war klar dass ich Kellan nicht hätte so anzicken dürfen, aber ich wollte mich ihm einfach nicht an den Hals werfen. Maj kam auf uns zu und Martha erzählte ihr schnell die Story, da ich nicht antworten konnte. Es war einfach zu peinlich.
Martha schaufelte sich viel zu viel auf ihren Teller, dieser kleine Vielfrass. Ich musste mir ein lautes Lachen verkneifen.
"Guckt nich so, dein Teller is genauso voll", antwortete sie mir lachend auf meinen Blick hin.
Wir verzogen uns in eine Ecke des Räumes und beobachteten die anderen Mädels.
Martha versuchte den Blicken von Taylor auszuweichen, die er ihr immer wieder zu warf.
"Na Mama, nimmste dein Baby mit nach Hause?", neckte ich sie und sie streckte mir genervt die Zunge raus. Sie hasste es, wenn ich sie auf sein Alter ansprach, aber für mich war Taylor irgendwie noch ein Kind. Ein ziemlich heißes Kind.
Martha stupste mich an und machte eine Kopfbewegung in Richtung Kellan, der zusammen mit Rob in einer anderen Ecke des Raumes stand und mich mit ihm zusammen intensiv musterte.
"Na geil guck mal. Der hat nix besseres zu tun als es gleich Rob zu erzählen"Ich versuchte Kellans Blicken auszuweichen und ihn weiterhin zu ignorieren, während Martha Rob den Robismus näher brachte.
Kellan bemerkte mein Desinteresse und nahm unerwartet meine Hand in seine. Erschrocken sah ich ihn an und versuchte ihm diese zu entziehn.
"Sag mal kannst du mir sagen was du für ein Problem hast? Tara hat extra dieses Treffen hier arrangiert und alle freuen sich, haben nen schönen abend und du bist gerade dabei mir meinen zu vermiesen!"
Erstaunt schürzte ich die Lippen und hob eine Augenbraue.
"Wieso vermiese ich dir deinen Abend? Hier sind doch genug, die dich anhimmeln?"
"Magst du mich nicht?"
"Ich kenn dich doch gar nicht, keine Ahnung"
"Und hättest du nicht Lust mich kennen zu lernen?"
"Was?!!" Ich musste lachen, fragte er mich das gerade wirklich. Verwirrt schüttelte ich den Kopf.
"Macht man das nicht so, dass man jemanden erst mal richtig kennen lernt, bevor man ein Urteil fällt?", fragte er ruhig weiter.
Was war das denn? Führte ich hier gerade wirklich eine normale Unterhaltung mit Kellan Lutz, dem grossen Spassvogel des Casts, wie Tara ihn immer beschrieben hatte.
Ich hob grübelnd eine Augenbraue. "Was hat Tara dir von mir erzählt?"
Offenbar hatte ich ins Schwarze getroffen, denn ein breites Grinsen machte sich über sein Gesicht breit.
Ich bekam kaum mit wie die anderen sich um uns herum versammelten, um sich ebenfalls mit Rob und Taylor zu unterhalten, der aber nur Augen für Martha hatte. Im Hintergrund hörte ich Franzi noch verlegen kichern.
„Also ich warte Kellan?“, sagte ich jetzt schon etwas bestimmender.
„Naja ich weiß ein bißchen was über dich. Dein Ruf eilt dir voraus“
Entsetzt riss ich die Augen auf. Was für ein Ruf sollte das denn sein? Er bemerkte meine Reaktion und grinste frech.
„Was BITTE???“ schrie ich ihm entgegen und sprang gleichzeitig mit ihm auf. Mir war es gleich, ob uns alle anstarrten. Wutentbrannt kramte ich mein Handy hervor und stürmte hinaus ins Foyer.
Kellan lief mir nach und hielt mich am Arm fest.
„Was?“, zischte ich genervt.
„Jetzt mach doch kein Drama draus. Was denkst du dass sie mir erzählt hat, dass du gleich so ausflippst?“ Er sah mir tief in die Augen. Still sah ich ihn an und bemerkte wie mein Atem immer schneller ging. Auch er schien das zu registrieren und grinste verschmitzt.
Er zog mich an meinem Arm näher an sich heran und stand nun nur noch wenige Zentimeter von mir entfernt. Seine Augen fesselten mich immer noch und ich konnte den Blick einfach nicht abwenden.
„Tara hat nur gut über dich gesprochen. Dass du eine bodenständige, selbstbewusste Frau bist, die mit beiden Beinen im Leben steht. Eine sehr aufgeweckte Persönlichkeit, die für jeden Mist zu haben ist. Sie meinte ich sollte dich unbedingt kennen lernen, da wir viel gemeinsam hätten und ich... war gespannt mehr von der Frau zu erfahren, von der ich in den letzten Tagen soviel gehört hatte…und dann komm ich hier her und will dich kennen lernen und du fährst mich so an", erklärte er ruhig und sah mir dabei immer noch tief in die Augen.
Erst jetzt konnte ich meinen Blick abwenden. Was zur Hölle war hier los? Warum redete Tara überhaupt über mich mit Kellan? Und warum wollte er mich kennen lernen, ich verstand rein gar nichts mehr!
Ich löste mich aus seinen Armen und wich seinem Blick weiterhin aus.
"Tut mir leid aber das ist echt zu viel für mich", erwiderte ich ehrlich und ging zurück zu den anderen, die schon glotzend in der Tür standen.
"Was war das denn?", hörte ich Martha besorgt fragen, aber ich schüttelte nur verwirrt den Kopf.
Als ich meinen Blick wieder hob, sah ich viele betroffene Gesichter.
"Hey leute, lasst euch den Abend nicht verderben, mir gehts gut, euch sollte es auch gut gehn, habt Spass!", rief ich mit einem aufgesetzen Lächeln und hoffte dass sie mir das abnahmen.
Ich schnappte mir ein Bier vom Buffet, ging wieder auf die Terrasse und setzte mich auf die Stufen der Treppe. Es war eine sternklare Nacht, gerade richtig, um sich über ein paar Dinge klar zu werden.
Nachdem ich ein paar Minuten in den Himmel gestarrt hatte, kam mir dass alles ziemlich albern vor. Ich kannte diesen Kerl doch kein bißchen. Es war der große Kellan Lutz, der modelnde Schauspieler. Ich wußte so gut wie gar nichts von ihm und irgendwie fand ich es süss, dass er gerade mich kennenlernen wollte.
Ich beschloss aufzustehen und gerade als ich mich umdrehte, stand Kellan auch schon vor mir und biß sich nervös auf seine Unterlippe. Gott war das süss, ich musste schmunzeln.
"Es tut mir leid Kellan, lass uns nochmal von vorne anfangen"
Ein Grinsen huschte über sein Gesicht.
"Klar... hättest du Lust.. wollen wir um die Häuser ziehn. Das machst du doch gerne oder?"
Ich nickte zustimmend und ich hakte mich bei ihm ein. Wir gingen zurück in den großen Saal und ich grinste Martha zu.
Kellan verkündete, dass wir jetzt erstmal zurück zu unserem Hotel fuhren und uns in einer Stunde im Foyer wieder treffen wollten, um die Stadt unsicher zu machen.
"Wir sehn uns im Hotel", hauchte er mir zu, ich lächelte verschmitzt und ging zu Martha und Franzi hinüber, die beide übers ganze Gesicht strahlten.
"Was ist das denn bitte bei euch?", fragte ich und bekam nur ein leises Kichern der beiden als Antwort.
Im Hotel angekommen stürmten die Mädels sofort ihre Zimmer und brezelten sich auf. Hm was sollte ich anziehen?
Ich schaute an mir herunten..naja..leger is besser als nix dachte ich mir..und aufgebrezelt dass bin ja nicht ich. Ich beschloss nochmal duschen zu gehen, am besten kalt, um die Lebensgeister in mir wieder zu erwecken. Ich war irgendwie tot müde.
Nach der erfrischenden Dusche, war ich wieder einiger maßen wach. Ich ging zu meinen Koffer, kramte meine Lieblingsjeans hervor und mein Mrs. Cullen T-shirt. Welche Ironie dachte ich, während ich es beisete legte und mir ein anderes in die Hand viel auf dem "Adopt me Carlisle" stand. Das war viel witziger und Peter würde bestimmt lachen müssen, aber wollte ich mich zum abendlichen Gespöt machen. Nee. Also warf ich es ebenfalls aufs Bett. Mein Zimmer war mitterweile ein einziges Choas.
Mein Handy riss mich aus meinen Gedanken. Ohne auf die Nummer zu achten, nahm ich ab.
"Ja?!"
"Hey wo bleibst du? Deine Mädels stehn fast vollzählig vor mir, wo zur Hölle steckst du?", hörte ich jemanden fragen.
Ich überlegte kurz, oh mein Gott, das war Kellan, woher hatte er meine Nummer.
Es blieb still, ich bekam keine gescheite Antwort zustande, zumal ich darüber nachdachte welcher meiner "Freundinnen", die Verräterin sei.
"Ich hab deine Nummer von Tara gekriegt, ich hatte sie schon als ich angereist bin, also keine Panik"
Irgendwie atmete ich erleichtert aus. Warum erleichtert? Ich wusste es nicht. Was war so gut daran, dass er meine Nummer hatte? Ich erinnerte mich selbst dran zu antworten.
"Äh Tschuldigung...Ich hab hier ein kleines Problem... ich komm gleich", antwortete ich endlich und war auf der Suche nach meinen hellblauen Chucks. Ja meinen Chucks, verdammt wo waren sie?
Ich wusste jetzt schon dass ich verärgerte Blicke meiner Mädels auf mich ziehn würde, weil ich mich nicht "aufgebrezelt" hatte, aber mir war das egal. Hauptsache bequem. Ich entschloss mich dann für mein "Supernatural" Top, auf dem der Impala abgebildet war und "The driver picks the music" stand. Endlich hatte ich auch meine Schuhe gefunden, schnell machte ich mich auf den Weg nach unten.
Leider lief ich Martha in die Arme.
„Soooo lasse ich dich auf gar keinen Fall gehen“, zischte sie und schob mich zurück in mein Zimmer, um mich auf zu brezeln.
Als wir unten eintrafen, blieb ich schokiert stehn. Gott sahen die Mädels heiß aus.
"Ah deswegen, hat das so lange gedauert, du siehst toll aus", witzelte Kellan und legte einen Arm um mich.
Wir fuhren mit dem Bus zum nächsten Club. Schon von außen hörte ich die Beats und rollte mit den Augen. Ich würde heute sterben, soviel war sicher.
Franzi grinste mich schon an, sie wusste genau wie sehr ich Techno, House etc verabscheute.
Ich blieb kurz vorm Eingang stehn.
"Was los?", fragte Kellan und nahm dabei meine Hand in seine. "Hey...alles in Ordnung?"
"Ja...das ist nur nicht grade meine Musikrichtung... ich werde vermutlich taub werden, aber dann muss ich das wenigstens nicht mehr ertragen", erklärte ich und tat so als würde ich schmollen.
Kellan zog mich stattdessen unermütlich weiter in den Club. Ich sah mich um. Die Mädels hatten sich schon auf der Tanzfläche, sowie an der Bar verteilt.
Es war zu süss anzusehen.
Aus dem Augenwinkel heraus sah ich Martha bereits mit Taylor tanzen. Franzi hing immernoch an Rob.
"Willst du auch tanzen?" Kellan sah mich fragend an. Verneinend schüttelte ich den Kopf und ging Richtung Bar, die Maj gerade mit Kristen verlies.
Ich bestellte mir ein Bier und drehte mich wieder zur Tanzfläche, um die anderen zu beobachten.
"Kriege ich dich heute noch zum Tanzen?", fragte plötzlich wieder eine Stimme neben mir. Ich fuhr herum und verlor mich in seinen wunderschönen blauen Augen.
Als ich meine Stimme wieder fand, grinste ich verschmitzt.
"Eher negativ glaube ich, hat dir Tara das nicht gesagt. Ich tanze nicht. Niemals."
Jetzt musste er lachen.
"Na ich werde dich schon dazu bringen. Wenn du schon nicht tanzen willst, lass uns hinter zu den anderen in den Vipbereich gehn und uns unterhalten. Du wolltest mir noch ein bißchen was über dich erzählen"
"Wollte ich?"
Kellan nickte bestimmend und zog mich mit sich. Maj saß bereits schon zwischen Kristen und Ashley und war in ein Gespräch vertieft. Als sie uns kommen sah, setzte sie ein breites Lächeln auf. Ich wußte was sie wissen wollte, aber da lief nichts zwischen Kellan und mir, also schüttelte ich verneinend den Kopf. Maj fing noch mehr an zu Grinsen.
Ich war völlig in das Gespräch mit Kellan vertieft und bekam kaum mit, wie Rob und Neele zu uns stoßen. Franzi stand wie bestellt und nicht abgeholt unten auf der Tanzfläsche.
Rob und Neele setzten sich in eine Ecke und unterhielten sich, dabei tranken sie fleißig Barcardi Razz.
Neele war so voll, die würden wir später ins Hotel tragen müssen. Aber auch Rob schien der Barcardi Razz, den er mit Neele trank, nicht bekommen zu sein, denn er presste sich ständig an Neele, die nur verlegen kicherte.
Ich seufzte und wandte mich wieder Kellan zu, der mich neugierig musterte.
"Was? Hab ich irgendwas im Gesicht?"
Er schüttelte grinsend den Kopf, sagte aber nichts weiter. Ich rollte mit den Augen und sah wieder zu den Mädels, die sichtlich ihren Spass hatten.
Klar hatte ich auch meinen Spass, es war interessant mehr über Kellan zu erfahren. Wir unterhielten uns wirklich über teilweise völlig banale Dinge. So erfuhr ich z.B. auch dass er noch sechs Geschwister hatte. Wahnsinn.
Peter kam stand auf und erhob das Wort "Mädels und Jungs, es ist spät und da Rob morgen über die Teppich muss, schlage ich vor, dass wir uns zurück ins Hotel machen. Schlaft euch aus und ich veranlasse dass ihr morgen Nachmittag abgeholt werdet. Ich melde mich diesbezüglich noch einmal. Dann sehen wir uns morgen in alter Frische." , erklärte er lächelnd.
Ich seufzte und stand auf. Während die Mädels sich auf den Weg zu unserem Bus machten, hielt mich Kellan noch kurz am Arm fest. "Kann ich dich anrufen?"
Diese Frage kam so vollkommen unerwartet, mein Gesicht sprach wohl Bände.
"Ähm..ja klar...also bis dann" sagte ich und ging zum Bus.
Ich hielt nach Martha Ausschau, konnte sie aber nirgendwo ausmachen.
"Nach der brauchste net suchen, die ist mit ihrem Kerl abgezogen", sagte Franzi beleidigt und stieg in den Bus ein.
Wir kamen ein paar Minuten später im Hotel an. Ashley war so freundlich gewesen und hatte Neele stützend aus dem Bus gehieft. Ich schüttelte lächelnd den Kopf, denn einige der Mädels hatten wohl einen über den Durst getrunken.
Ich verabschiedete mich noch von Ashley und bedankte mich noch einmal für alles. Sie versprach uns heute Vormittag zu besuchen, damit wir die Abendgarderobe für den roten Teppich durchgehen konnte. Allerdings glaubte ich ihre Augen eher, beim Wort SHOPPING aufleuchteten.
Wir noch relativ nüchternen halfen, die etwas angetrunkenen Damen ins Bett zu verfrachten. Als ich dann auch endlich gegen drei Uhr auf meinem Zimmer war, streifte ich mir nur noch meine Schuhe und mein Kleid ab und warf mich auf mein riesiges Doppelbett. Ach war das schön so ganz alleine.
Ich schlief anscheinend auch binnen weniger Minuten ein und wurde vom lauten Klingeln meines Handys geweckt. Erschrocken fuhr ich herum, schnappte es mir und nahm ab.
Meine Stimme war noch nicht ganz so wach wie mein Verstand und ich krächzte nur ein "Ähm ja.." heraus.
"Hast du schon geschlafen das tut mir leid", ein wohliger Schauer überlief. Selbst mitten in der Nacht klang seine Stimme einmalig gut.
"Ja irgendwie schon, aber ist schon ok. Was gibts denn?"
"Kann ich reinkommen?"
"Was?", fragte ich verwirrt und meine Stimme klang höher und quietschiger als erwartet.
"Kann ich reinkommen?"
"Stehst du vor meiner Zimmertür??" kreischte ich beinahe und hörte schon vor meiner Tür jemanden lachen. Eine Sekunde später hörte ich es auch schon klopfen.
Ich legte auf und schmiss mein Handy aufs Bett, bevor ich zur Tür ging, zog ich mir noch mein auf dem Boden liegendes Supernatural Shirt über und öffnete die Tür.
"Was zum Teufel machst du hier?"
Er lächelte mich zauberhaft an und ging an mir vorbei in mein Zimmer.
"Schöne Zimmer haben die hier. Komisch dass uns das Management nie solche Zimmer bucht"
"Ja ist wohl unter eurer Klasse... wobei wir wieder bei meiner Frage wären, was machst du hier?"
Kellan dachte gar nicht daran mir zu antworten, sondern schmiss sich direkt auf mein Bett und streifte sich seine Schuhe sowie seine Hose ab. Nicht dass ich etwas dagegen gehabt hätte, aber das übertraf nun wirklich alles. Worauf dachte er dass das hier hinauf läuft?
"Du hast doch nichts dagegen wenn ich bei dir übernachte oder? Vor unserem Hotel ist der Teufel los. Die haben wohl mitgekriegt, dass wir alle hier sind und...hier vermuten sie mich niemals" Er grinste wieder über alle Backen. Ich konnte nicht anders und sah ihn mit großen Augen an.
"Was denkst du was das hier ist?...Ich meine du kommst, mitten in der Nacht her um..."
"Ist dir das unangenehm? Ich kann auch auf der Couch schlafen oder woanders? Ich dachte..."
Ich atmete tief durch. Oh Gott, was machte ich nur? Dieser heiße Typ zum Greifen nahe und ich zögerte.
Ich lies mich seufzend neben ihn ins Bett sinken.
"Ok Kellan, aber Finger bleiben bei dir", sagte ich und versuchte es ernst klingen zu lassen, woraufhin er kicherte.

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