Naischel Pov
Von einem leisen Scheppern wurde ich am nächsten Morgen geweckt. Verdammt was war das. Ich drehte mich im Bett um und seufzte leise, als ich wieder Gemurmel vernahm.
„Ich werde sie jetzt wecken gehen, Kell. Sie verschläft noch den ganzen Tag und ihr wolltet doch heute noch mit den anderen eine Art Abschiedsessen machen, dafür muss ich sie herrichten, sie sieht bestimmt grauenvoll aus nach der letzten Nacht“, hörte ich eine Frauenstimme sprechen. War das Ashley? Nein, das konnte nicht sein, wo war ich hier überhaupt?
Blinzelnd öffnete ich meine Augen und sah mich um. Ich lag in einem Bett. Moment mal hier war ich schon mal gewesen. Ich versuchte mich zu erinnern, kam aber nicht darauf. Wo zum Teufel war ich hier? Das war nicht das Hotel.
„Hey, du bist ja wach“, Kellan stand grinsend im Türrahmen und beobachtete mich.
„Ähm.. wo bin ich?“, fragte ich gähnend.
„Bei mir zu Hause… Wie geht’s dir? Kopfschmerzen?“, lächelnd kam er auf mich zu und setzte sich zu mir aufs Bett.
„Natürlich wird sie Kopfschmerzen haben, was das denn für eine Frage Kell“, Ashley trat ebenfalls hinein und zog die Rolläden hoch, öffnete die Fenster. Ging ins Bad und brachte mir ein Glas und eine Tablette.
„Für deinen Kater, ich erwarte dich unten in fünf Minuten, wir haben einiges zu besprechen“, trällerte sie und verließ das Schlafzimmer.
Kellan musterte mich, während ich angewidert das Glas Wasser hinunterkippte und die Tablette einnahm.
„Warum ist Ash hier?...Was ist passiert…? Mein Kopf… er explodiert gleich…“, murmelte ich und schloss für einen Moment die Augen.
„Du hast dir gestern mit Martha ziemlich einen hinter die Birne gekippt“
„Oh…. Tut mir leid…. Ich …ich kann mich nicht dran erinnern… ähm…“
„Komm gehen wir runter, ich würde gern den letzten Tag mit dir noch genießen“
Fragend sah ich ihn an. Wie letzter Tag? Wollte er mich verlassen? Ich dachte ich wäre seine große Liebe, jedenfalls hatte er immer wieder davon gesprochen und jetzt wollte er einfach gehen?
„Chicago, ich muss noch mal nach Chicago. Nightmare zu ende drehen. Aber am WE komm ich wieder“
„Ach so ja.. du musst ja arbeiten… Verdammt…was mach ich denn dann?“
„Du wolltest das Haus streichen, einrichten… Es dir hier gemütlich machen…und dich mit Ash anfreunden“, erklärte er ruhig.
„Wollte ich?“
Er nickte und sah mich grinsend an. Kellan stand auf und hielt mir eine Hand entgegengestreckt, um mich mit hoch zu ziehen.
Sanft nahm er meine Hand und gemeinsam gingen wir hinunter in die Küche, wo Ashley bereits wartete.
Sie stellte mir einen Orangensaft und ein Müsli hin.
„Ash ich kann nichts essen, tut mir leid“, entschuldigte ich mich und schob das Müsli weg.
„Schon okay… Also ich werde vorübergehend hier einziehen“, ließ sie die Bombe platzen.
„Bitte was?“ Mein Blick huschte zwischen Kellan und Ashley hin und her.
„Damit du nicht so alleine bist, in einer fremden Stadt, in einem neuen Haus…“, flüsterte mir Kellan beruhigend zu.
„Ähm.. ich denke ich kann auch gut auf mich alleine aufpassen…also was soll das?“
„Süße, wir müssen uns dringend um dein kleines Eifersuchtsproblem kümmern, ich werde mich darum kümmern, während Kellan in Chicago ist“
„Aha, das habt ihr zwei euch ja prima ausgedacht“, stellte ich trocken fest.
„Das wird Prima…Wir müssen unbedingt daran arbeiten… Du kannst dich nicht jedes Mal betrinken, wenn jemand deinem Mann schöne Augen macht. So ist das nun mal… und es wird immer schlimmer werden, weil immer mehr Menschen auf Ihn aufmerksam werden“
„Ashley, ich weiß ja dass du Recht hast…aber das ist echt lächerlich… was soll das werden, so was wie die Wutprobe“, ich konnte mir ein Lachen nicht mehr verkneifen.
Wollte sie mich testen, versuchen zu reizen damit ich ausrastete, bzw wollte sie mir damit beibringen ruhig und gelassen zu bleiben?
Nachdem niemand in mein Lachen mit einstimmte, verstummte ich.
„Das ist nicht dein ernst! Kellan, sag mir dass das nur ein Scherz ist“
„Naischel, ich werde jetzt packen für Chicago, ihr habt viel zu besprechen. Ich vertraue Ash und ich denke es könnte nichts schaden. Ich liebe dich, aber….“
Ich unterbrach ihn und funkelte ihn böse an.
„Ein toller Freund bist du….Wenn ich so einen Mist machen muss, dann macht Martha dass auch mit!“
„Tay würde sich bestimmt freuen…“, stellte Ashley wissend fest.
„Gut, dann ist das ja geklärt. Du solltest dich fertig machen gehen, ihr seid zum Essen verabredet mit euren Freunden“
„Hö? Wirklich?“
„Ja, Rob fliegt heute Abend nach New York, ich denke mal Neele wird ihn begleiten…Der Alltag geht wieder los, wir wollten noch mal alle zusammen essen gehen“, gab Kellan zurück, stand auf und ging nach oben.
„Okay, dann will ich mich mal fertig machen… Muss ich irgendwas besonders anziehen oder darf ich recht leger gehen Ash?“
Mit einem breiten Grinsen sah sie mich an. „Ich hab genau das richtige für dich schon rausgelegt. Hüpf aber erstmal unter die Dusche“
„Aye Aye Madam“, Ich stand auf und salutierte vor ihr, bevor ich nach Kellan nach oben folgte.
Nachdem ich geduscht hatte und mich Ashley Beauty Kur ergeben hatte, sah ich wirklich einigermaßen ansehlich aus. So konnte man mit mir unter die Leute gehen und keiner würde denken, dass ich vor Stunden noch einen riesigen Kater gehabt haben könnte.
Kellan empfing mich im grinsend im Flur. „Du sieht einfach fantastisch aus“
„Das kann ich nur zurückgeben. Geiles Shirt „I only date Fans“, so so…“
Kellan trug eine blaue Blue Jeans mit einem Gelben Printshirt, passend dazu hatte er einen schwarzen Hut auf und seine Sneakers rundeten das Outfit ab.
Ashley hatte mich ebenfalls in eine enge aber ausgestellte Blue Jeans gesteckt, mit einem schönen Shirt, dass ein wenig Spitze zeigte und meinen schwarz weißen Totenköpf Pumps, fühlte ich mich ganz wohl.
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“Ich komme dann morgen Mittag vorbei... Also Kellan, wir sehen uns ja vorher nicht mehr. Viel Spass in Chicago, bis bald“, seufzend nahm Ashley Kellan in die Arme und die beiden drückten sich.
„Pass auf meine kleine auf, Ash. Sei nicht zu hart zu ihr“, sagte Kellan und gab ihr einen flüchtigen Kuss auf die Wange.
„Ich werd schon gut auf sie acht geben, also dann… bis bald“, flötete sie und verschwand durch die Haustür.
„Wir müssen auch los, Schatz“, drängte Kellan.
Ich nahm meine Handtasche und wir stiegen in Kellans Wagen.
Binnen weniger Minuten waren wir am Restaurant angekommen, stiegen aus und ließen den Parkservice unseren Wagen parken.
Im Restaurant saßen bereits Alex, Maj, Martha und Tay.
„Woooooow, stylisch Naischel“, rief Martha als sie meinen Aufzug sah.
„Tja in Hollywood muss man sich nun mal zeigen können“, grinsend zwinkerte ich ihr zu.
Wir begrüßten alle herzlich und setzten uns zu ihnen an den Tisch.
Martha, die neben mir saß, beugte sich zu mir herüber.
„Sag mal hast du heute morgen auch so nen Kater gehabt?“
Zustimmend nickte ich. „Übrigens, du sitzt mit mir in einem Boot“
„Wieso dass?“, fragte Martha verwundert.
„Ashley will mir öffentliches Auftreten beibringen, ich hab gesagt, dass ich mich nur von ihr unterrichten lasse, wenn du dabei bist“
„Na hör mal.. ich weiß mich wohl zu benehmen“, entfuhr es Martha und es klang schärfer, als vermutlich beabsichtigt.
„Bitte, ohne dich steh ich das nicht durch…“, flehte ich sie bittend an.
„Was durchstehen?“, wollte Tay wissen.
„Ash, will ihr zeigen wie man sich besser in der Öffentlichkeit verhält… dass man sich nicht immer besaufen muss, nur weil ich mal mit wem anderes rede“, erklärte Kellan lachend und Taylor stimmte mit ein.
„Das würde dir auch gut tun mein Schatz, das ist die Idee Ash soll sich um euch beide kümmern“
„Toll danke“ Marthas Blicke sprachen Bände, begeistert war sie nicht.
Das Thema wurde abrupt beendet, als Rob eintrat.
Er sah schrecklich aus. Hatte eine dicke Sonnenbrille ins Gesicht gezogen und setzte sich stillschweigend zu uns an den Tisch.
Einen Moment verharrten wir alle in unserer Starre bis Kellan das Wort ergriff.
„Hey Rob, wo hast du denn deine Kleine gelassen, kommt sie noch??“
Rob antwortete nicht.
„Rob, hey alles klar man?“, fragte er und klang ein wenig besorgt.
„Wo ist Neele?“, wollte nun auch Martha wissen.
Rob griff in seine Jackentasche und zog einen Umschlag hinaus.
„Sie ist weg, sie hat mich verlassen, das hier soll ich euch geben. Es tut mir leid… dass ich euch das Essen verdorben habe, ich wollte eigentlich gar nicht kommen.
Ich muss jetzt meinen Kopf frei haben für New York, ihr könnt mich ja mal besuchen kommen Leute…“
„Moment mal, was geht ab?? Sie ist weg? Was fällt der denn ein!“, schrie Martha aufgebracht und riss ihm den Umschlag aus der Hand.
Sie überflog die Zeilen und schüttelte nur mit dem Kopf.
„Martha was steht da?“, fragte ich nervös.
„Die bring ich um, was soll denn der Scheiß… die hat sie wohl noch alle…“
„Ähm also Sorry Leute.. Ich muss los, ich nehm extra nen früheren Flieger… Bis Bald…Tut mir leid… aber ich muss hier raus…“, erklärte Rob mit zittriger Stimme, stand auf und lief schnellen Schrittes hinaus.
„Rob, Alter warte“, Kellan sprang auf und rannte ihm nach. Taylor und Martha tauschen einen Blick und Taylor folgte ihnen ebenfalls.
Verwundert sahen Martha und ich Alex an, der einzige Mann noch in unserer Runde.
„Oh ja ähm.. ich geh dann wohl auch mal. Bis später Maj“, er gab ihr einen flüchtigen Kuss und lief den Junges nach.
„Also was steht das jetzt Martha?“, fragte nun auch Maj interessiert.
„Hallo, meine Lieben,
ihr seid bestimmt sauer auf mich, tut mir leid, das wollte ich nicht.
Ihr hattet gestern alle so viel Spaß, da wollte ich euch nicht alles kaputtmachen.
Vielleicht hat Rob es euch schon erzählt, das weiß ich nicht.
Ich werde zurück nach Deutschland gehen. Fürs erste zumindest, schließlich habe ich in einer Woche meinen Abiball, wir bekommen unsere Abschlusszeugnisse, das möchte ich einfach nicht verpassen.
Ich bin heute schon geflogen, damit ich die Notenbekanntgabe noch mitbekomme.
Bitte, seid mir nicht böse, ich rufe euch an, versprochen.
Genießt die Zeit mit euren Männern,
Ich hab euch lieb,
Neele“, las Martha immer noch aufgebracht vor.
„Ich dachte da wäre wieder alles okay, nachdem sie bei ihm saß… Ich dachte die haben das geklärt und warum zum Teufel hat sie gestern Abend nix gesagt?“, brach es jetzt auch aus mir heraus.
„Könnt ihr euch noch an alles gestern Abend erinnern?“, warf Maj leise in unsere Runde. „Weil ehrlich gesagt.. ich kann es nicht“
Fragend sah ich Martha an, aber auch die zuckte nur mit den Schultern.
„Aber daran würden wir uns doch erinnern, wenn sie so was angedeutet hätte und das hat sie nicht“, erklärte ich, denn ich war mir sicher dass Neele keinerlei Andeutungen gemacht hatte.
Marthas Handy klingelte. „Moment, es ist Tay…. Hey Schatz… aha.. okay.. ja ist… ja bis dann“
Verwirrt sahen Maj und ich sie an. „Ja und?“, sagten wir beide fast gleichzeitig.
„Rob ist völlig außer sich. Sie begleiten ihn zurück ins Hotel. Tay meldet sich dann später noch mal... Ja und was machen wir jetzt?“
„Wir essen jetzt erstmal und überlegen in aller Ruhe, etwas ausrichten können wir jetzt eh nicht, sie sitzt wahrscheinlich noch im Flieger und wer weiß wann sie landen wird“, schlug ich vor.
Martha und Maj nickten zustimmend.
Was dachte sich Neele nur dabei, einfach abzuhauen?
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