Mittwoch, 4. November 2009

Time to play

Naischel Pov

Neeles Gesicht war einfach zum Schießen gewesen, als sie bemerkte dass sie kein Geschenk für Tom hatte. Sie sah aus, als wolle sie jeden Moment flüchten. Lächelnd konnte ich sie beruhigen. Ich hatte für Tom eine Torte besorgt gehabt über die er sich wie ein kleines Kind an Weihnachten riesig gefreut hatte. Kurz darauf hatte er uns beide auf die Tanzfläche gezerrt und wir tanzten zu den Beats, die der DJ uns lieferte. Ab und an kam sogar ein Lied, das mir gefiel, aber an sich hatte ich mit diesem Hip Hop – House Krams nichts am Hut.
Neele entschuldigte sich für ein paar Minuten, ich merkte dass sie sich schon wieder viel zu viel Gedanken machte und bat an mit ihr zu kommen, was sie aber ablehnte.
„Was ist mit ihr?“, fragte Tom und sah ihr besorgt nach.
„Sie wird sich wieder über alles nen Kopf machen und ihr Leben in Frage stellen, wie immer“, erklärte ich seufzend.
„Dann sollten wir ihr das schnellstens ausreden“, er wandte sich bereits zum Gehen, ich hielt ihm aber am Arm fest.
„Lass sie, sie braucht ein paar Minuten für sich“
„Aber…“
„Tom, lass sie…“ durchringend sah ich ihn, schließlich nickte er und wir tanzten schweigend weiter.

„Naischel, Tom?“ Das war doch Neeles Stimme, ruckartig drehten wir uns zu ihr um.
„Hey, wo warst du denn so lange?“ Tom ging auf sie zu und wollte sie zu sich ziehen.
„Ich... Rob ist hier.“ gestand sie woraufhin Tom sämtliche Gesichtszüge entglitten.
„Wo ist er?“ fragte er leicht gereizt.
„Was...?“ fragte Neele verwirrt
„Ich glaube, ich muss mal mit ihm reden“ Toms Gesicht deutete allerdings darauf hin, dass es wohl nicht nur beim Reden bleiben würde.
„Nein, ich... ich möchte mit ihm reden. Aber... nicht hier“, erklärte Neele weiter.
„Süße, das verstehen wir natürlich, oder, Tom?“ Abschätzend sah ich ihn ab, aber er reagierte nicht, sein Blick lag immer noch auf Neele. „Oder, Tom?“ fügte ich eine Spur schärfer hinzu. „Geh nur, ich passe schon auf unseren Tom hier auf“, sagte ich schließlich, nachdem immer noch keine Reaktion von ihm kam.
Neele hingegen blieb wie angewurzelt stehen, was sollte das denn jetzt? Wenn Rob schon hier war, sollten sie sich auch aussprechen und sie sollte ihn nicht so lange warten lassen.
Bestimmend gab ich ihr einen Schups. „Los jetzt, mach schon.“
Seufzend umarmte sie uns beide und verabschiedete sich.
Tom stand immer noch verwirrt da und sah ihr nach. Plötzlich setzte er sich in Bewegung, ich konnte ihn gerade noch zurück halten.
„Sag mal spinnst du jetzt völlig?!“
„Er hat sie nicht verdient, ich muss…“
„Was? Denkst du nicht sie kann das alleine entscheiden, sie liebt ihn Tom. Lass sie sich aussprechen“
„Wie kann sie… ich kenne sie zwar nicht so lange wie du, aber in der kurzen Zeit gab es alleine schon zwei Riesenkrachs, bei denen sie geflüchtet ist… dass ist doch nicht normal“
„Manchmal brauch man einfach eine Auszeit… und wenn du sie zusammen sehen würdest, würdest du merken dass sie sich lieben. Streit gibt es überall, dass weißt du wohl selbst am Besten oder wo zum Teufel ist deine Freundin?“
Er zuckte einen Moment zusammen, okay, das hatte wohl gesessen.
„Tut mir leid…“, brachte ich leise hervor.
„Nein, du hast ja Recht… .Ich sollte mich lieber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen“, gab er seufzend zu.
Zwar hatten weder Neele noch ich ihn vorher drauf angesprochen, aber uns war bewusst dass es zwischen Tom und seiner Freundin offenbar auch nicht so gut lief, da sie in Vegas nicht dabei war.
„Was zum Teufel macht er überhaupt hier?“, fragte er und runzelte nachdenklich die Stirn, in dem Moment brummte mein Handy.
Ich zog es aus meiner Hosentasche und öffnete die Sms, sie war von Kellan.
Grinsend erinnerte ich mich an unser Telefongespräch heute Morgen zurück.


„Bitte was?“, schrie ich aufgebracht in den Hörer.
„Was kann ich denn dafür, er ist alt genug und weiß was er tut“, verteidigte sich Kellan, nachdem er mir erzählt hatte, dass Rob den gestrigen Abend mit Kristen verbracht hatte.
„Ich weiß dass du nichts dafür kannst Kell, aber Rob ist momentan nicht her seiner Sinne“
„Soll ich noch mal mit ihm reden?“
„Natürlich!!!“, gab ich bestimmend zurück.
„Okay… Ähm wie geht’s Neele?“
„Tom ist grad bei ihr, den Umständen entsprechend würde ich sagen“
„Das heißt? Was habt ihr gestern noch gemacht, ich hab versucht, dich an zu rufen, du hattest aber anscheinend keinen Empfang“
„Wir waren gestern noch im Privé, vielleicht hab ich´s nicht gehört, tut mir leid“, verdammt warum hatte ich nicht gesehen, dass er mich angerufen hatte?
„Also, wie geht’s Neele?“, erinnerte er mich an seine Frage.
„Ihr geht’s scheiße, wa
s denkst du denn? Er gibt ihr ein Scheißgefühl nichts wert zu sein, dass ihm sein Ruf wichtiger ist als sie“
Ich machte unbewusst eine Pause und sah nachdenklich aus dem Fenster, überlegte wie Kellan wohl reagiert hätte, wenn er in der Situation wie Rob gewesen wäre.
„Worüber denkst du nach?“, holte er mich aus meinen Gedanken zurück.
„Über nichts….“, log ich.
„Ich kenne dich mittlerweile….und zu deiner Überlegung… ich hätte anders reagiert, ich hab nicht so einen Druck auf mir wie Rob. Er macht sich über alle Schlagzeilen immer gleich so viele Gedanken, dass es seinen Ruf ruinieren könnte, ihm wäre am liebsten wenn gar nichts über ihn geschrieben würde“
Shit, er kannte mich wirklich schon zu gut.
„Bist du dir sicher?“, hakte ich nach.
„Was? Dass Rob am Liebsten in keiner Klatschzeitung stehen würde, ja“, er lachte laut, „…und ja, ich hätte anders reagiert, selbst wenn es die Wahrheit wäre und du wirklich schwanger wärst, ich würde mich freuen“
Mein Herz schlug augenblicklich schneller, was redete er da schon wieder für einen Quatsch?
„Schatz? Hallo?“
„Ähm ja, ich bin noch dran“, erwiderte ich leise.
„Hab ich dich jetzt so sehr geschockt?“, fragte er liebevoll.
„Irgendwo schon“, gab ich trocken zurück.
„Lass uns darüber reden, wenn du wieder da bist, okay“
„Da gibt es nichts zu reden Kell, nein, nein und nein“
Wieder lachte er bevor er antwortete. „Ich rede mit Rob, ich vermisse dich“
„Ich dich auch, bis bald K
ell“
„Love you, bye“, bevor ich etwas erwidern konnte, legte er auf.


Immer noch grinsend las ich seine Sms, die mir bestätigte dass wir es ihm zu verdanken hatten, dass Rob übereilt nach Vegas gekommen war.

Hey Babe,
ich hab mir das Sorgenkind mal zur Brust genommen und da er Angst um seine Nase hatte, hat er dann doch beschlossen, die Situation noch einmal zu überdenken. Letztendlich kam er zu dem Punkt dass ich Recht habe, er müsste mittlerweile angekommen sein.
Miss you, dein Teddydaddy


Dieser Mann war unmöglich, warum er jetzt auf dieser Daddysache so herum fuhr, würde ich wohl bald erfahren sollen.
„Was ist?“, holte mich Tom in die Realität zurück.
„Oh entschuldige… Rob ist wohl belehrt worden und deswegen ist er hier“
„Na das hoffe ich für ihn….“, gab er kleinlaut zurück.
„Du magst sie sehr oder?“, platzte es aus mir heraus, während er erstarrte.
„Entschuldige“
Eine unangenehme Stille breitete sich aus, die damit beendet wurde, als Tom seinen Namen vernahm. Abrupt drehte er sich um und nickte seinem Freund zu.
„Ich muss…“
„Ja, bis dann…“, antwortete ich und schon war er in der Menge verschwunden.
Ich überlegte, was ich jetzt machen sollte. Sollte ich hier bleiben oder zurück ins Hotel? Nee, da waren bestimmt Neele und Rob und ich wollte die beiden bei ihrem Wiedersehen nicht stören, obwohl mein Schlafzimmer entgegensetzt des ihren war, wollte ich da nicht zu früh auftauchen.
Ich beschloss dennoch den Club zu verlassen, da ich Tom nirgends erblicken konnte, schrieb ich ihm kurzerhand eine Sms.
Es gab viel in Vegas zu entdecken und selbst wenn ich den restlichen Abend in einem Casino zu brachte, wäre es mir egal.
Ich wollte gerade in ein Taxi steigen, als ich jemanden hinter mir energisch meinen Namen rufen hörte.
Die Stimme klang zwar verzerrt aber mir dennoch bekannt. Verwirrt drehte ich mich um, als sich mir bereits jemand in die Arme schmiss.
Dieser jemand hatte ungefähr meine Größe, schwarzes mittellanges Haar und erdrückte mich gerade.
„Luft… Anthony… Luft…“, keuchte ich, als er von mir abließ und mich entschuldigend angrinste. Anthony Improgo, Schlagzeuger von Traces Band, Metro Station.

„Heyyyyyyyyy it´s me“, quietschte er vergnügt.
„Ja das sehe ich, was machst du hier?“
„Wir haben heute Abend in nem kleinem Club hier gespielt. Ich dachte Trace hätte … na ja egal… Was machst du hier? Ich dachte grad ich sehe nicht richtig“
plapperte er schnell drauf los.
„Ähm ja. Nee Freundin brauchte ne Auszeit, also sind wir her nach Vegas, hätte ich gewusst, dass ihr noch hier seid, ach Mensch verdammt…“
„Das konntest du nicht wissen, wir haben unsere freien Tage quasi geopfert, alles für die Fans“, erzählte er und seufzte theatralisch.
„Ihr seid zu gutmütig“, scherzte ich und Anthony lachte verlegen.
„Ja das hat Trace auch gesagt, aber so bin ich dir wenigstens über den Weg gelaufen…Was treibst du jetzt noch?“
„Keine Ahnung, ich kann nicht in mein Hotelzimmer, weil da großes Wiedersehen gefeiert wird… und aus dem Club hier komm ich gerade“
„Du warst im Privé, wow da ist heute Abend geschlossene Gesellschaft“
„Japp…. Mensch Ant, ich hätte Euch da reinbringen können“, zog ich ihn auf und er zog einen Schmollmund.
„Ja verdammt…Na ich kann dich jetzt nicht so alleine durch Vegas ziehn lassen, außerdem würde mir Trace den Kopf abreizen“
Wir beide mussten lachten.
„Taxiiiiiiiiiiiiiiiiiii“, rief Anthony begeistert und kurze Zeit später saßen wir bereits in einem und fuhren zu den Jungs ins Appartement.
Ich wusste dass Traces Family hier in Vegas eine Wohnung besaß, war aber noch nie dort gewesen.
Es war einfach für reiche Verhältnisse, sage ich mal, es war einfach normal und sehr gemütlich. Anthony schloss die Tür auf und trat hinein, er sah sich suchend um und winkte mich schließlich hinein.
Wir hatten ausgemacht, er würde mich nicht groß ankündigen. Wir wollten die Jungs mit meinem Auftauchen einfach überraschen.
Trace saß auf der Couch und spielte irgendein Videospiel, Blake konnte ich nirgends entdecken und Mason war offenbar auf dem Sofa eingeschlafen, denn er rührte sich kein Stückchen und bei seinen lauten Schnarchgeräuschen, musste ich mir ein Kichern verkneifen.
„Ich bin wieder da“, trällerte Anthony und ging zum Kühlschrank um sich etwas zu trinken holen. Grinsend gab er mir ebenfalls eine Coke.
„Und was geht ab in Vegas, haben sie dich heute Abend in Ruhe gelassen oder hast du noch eine aufgegabelt?“, murmelte Trace völlig in sein Spiel vertieft.
Anthony deutete mir an, ihm zu folgen und mich neben Trace langsam auf die Couch sinken zu lassen. Erschrocken sah ich ihn an, dass würde er doch mitkriegen. Anthony schüttelte grinsend den Kopf.
Und tatsächlich Trace war so vertieft, dass er es wirklich nicht mitbekam, als ich mich neben ihn setzte.
Anthony grinste immer noch über beide Backen.
„So könnte man es auch nennen Trace“, sagte ich schließlich und er verharrte kurz, ehe er sich zu mir umdrehte. Er strahlte übers ganze Gesicht und umarmte mich stürmisch.
„Was zum Teufel machst du hier? Dass ist ja eine Überraschung“, sagte er und gab mir einen Kuss auf mein Haar.
Ich löste mich langsam von ihm und sah in sein erwartungsvolles Gesicht. „Ich bin schon seit gestern hier, hätte ich gewusst, dass ihr noch da seid…“
„Normalerweise wären wir auch schon wieder weg, Miley ist krank und die nächsten Termine fallen aus, da kam Ant auf die Idee ein paar Metro Shows kurzfristig einzuschieben… Ich freu mich wirklich riesig dich zu sehn“
„Ja, das war Zufall, ich wollte grade ins Taxi einsteigen, als Ant mich entdeckt hat“
„Stell dir vor sie war auf der Privat Party im Privé“, warf Anthony ein.
„Ach ja…“, fragend sah Trace mich an.
Ich ergab mich seufzend, ich wusste ich würde ohne hin nicht drum herum kommen ihm zu erzählen, was passiert war und warum ich hier in Vegas war.
Anthony hörte sich meine Erzählungen auch in aller Ruhe an und wir alberten noch ein wenig herum, ehe er sich ins Bett verabschiedete.
„Bleibst du hier heute Nacht?“, fragte Trace als Anthony außer Sichtweite war.
„Soll ich das denn?“
„Meinst du ich lass dich jetzt noch um die Uhrzeit alleine ins Hotel zurückfahren? Kellan würde mich töten“
„Du hast langsam auch so nen Beschützerinstinkt drauf, der mir aufn Sack geht, weißt du das Trace?“
Trace lachte ausgelassen. „Komm lass uns auch ins Bett gehen“
Ich nickte und ließ mich von ihm mit nach oben in sein Zimmer ziehen.

Kaum hatte ich das Zimmer betreten, hob ich fragend eine Augenbraue. „Jetzt weiß ich auch warum du wolltest, dass ich bei dir schlafe, du brauchst einen, der dir deinen Scheiß aufräumt“
Peinlich berührt schloss er die Tür hinter sich. „Haha…. Gar nicht… Nash räumt meinen Kram immer wieder aus meiner Tasche“
Ach ja; Nash, seinen kleinen Malteser Welpen hatte ich ganz vergessen. Er brachte es nicht übers Herz ihn zu Hause zu lassen, während er auf Tour war, also hatte er ihn kurzerhand mitgenommen. In dem Moment kam er Schwanz wedelnd auf mich zu und ich begrüßte ihn.
„Wo du bist aber groß geworden“, sagte ich anerkennend.
„Komm Nash, geh auf deinen Platz“, ermahnte ihn Trace und sogleich zog sich der kleine Mann in sein Körbchen zurück.
Trace ging ins Badezimmer und machte sich bettfertig, als er wieder kam hielt er mir eine Zahnbürste hin, die noch eingeschweißt war.
„Ich frag dich lieber nicht warum ihr nen Vorrat an Zahnbürsten daheim habt oder?“
Er grinste mich nur kopfschüttelnd an und ich verschwand währenddessen im Bad.
Als ich zurück kam, lag Trace bereits im Bett und klopfte auf die freie Stelle neben sich.
Ich schlupfte schnell zu ihm unter die Decke und kuschelte mich an ihm. Er strich mir behutsam über den Rücken.
„Und bei dir und Kellan ist alles klar?“
„Hm….“
„Klingt sehr überzeugend“, gab er trocken zurück.
„Es läuft gut, allerdings hat er heute morgen am Telefon so komische Andeutungen gemacht wegen der Babygeschichte, dass er ja ganz anders reagiert hätte und sich ja sogar freuen würde und vorhin bekomm ich ne Sms von Teddydaddy… Ich meine ich finds süß klar, aber das ist doch ….naja… komisch“
„Er liebt dich einfach“
„Ja aber deswegen muss man nicht übereilt handeln, heiraten und Kinder kriegen“
„Willst du das denn nicht?“
„Keine Ahnung, nicht jetzt auf jeden Fall…. Ich weiß ja nicht mal wohin dass mit uns überhaupt führt, ob es zu etwas führt“
„Süße, ihr habt ne Beziehung, es hat also schon zu etwas geführt“, lachte Trace.
„Du weißt doch genau, was ich meine“
„Sicher, lass es einfach auf dich zu kommen. Wenn es gut läuft und du glücklich bist, ist es doch fantastisch, das ist das Wichtigste“
„Hm….und bei dir?“
„Was bei mir?“
„Ob sich eine Tür aufgetan hat?“
„Wenn du das meinst, was ich denke, was du meinst, dann nein. Ich bin immer noch Single und liege gerade mit meiner besten Freundin im Bett, von daher Fehlanzeige, tut mir leid“
„So wie du das sagst, klingt dass als hätten wir Sex gehabt“
„Okay ich nehms zurück auch wenn’s schade ist, man wir doch noch träumen können“
„Halt die Klappe“, sagte ich und zwickte ihn in die Seite.
Er drückte mich fester an sich. „Wann musst du morgen raus? Soll ich nen Wecker stellen?“
„Nein ich mach schon, dann kannst du weiter schlafen“
„Spinnst du, ich bring dich rüber … das Bellagio ist nicht so weit von hier“
„Das sagst du mir jetzt, wo ich schon in deinem Bett liege“, gab ich grinsend zurück, während ich den Wecker meines Handys auf acht Uhr einstellte.
Ich legte es auf dem Nachtisch ab und kuschelte mich wieder an ihm, er legte seinen Arm um mich und strich mir beruhigend wieder über den Rücken, kurz darauf war ich schon im Land der Träume…


********



Eine bekannte Melodie weckte mich am nächsten Morgen, sie wurde immer lauter und lauter.
Plötzlich schreckte ich hoch, verdammt dass war mein Handy. Schnell stellte ich den Wecker ab und sah auf die Uhr, schon fast zehn nach Acht, scheiße.
Ich sah neben mich, das Bett war leer. Toll, dachte ich angesäuert und stand auf, ging ins Bad um meine Zähne zu putzen. Gerade als ich wieder heraus trat, kam Trace mit Nash auf dem Arm hinein, offensichtlich waren sie Spazieren gewesen.
„Klappt schon ganz gut mit der Stubenreinheit oder?“
„Ja ich kann mich nicht beklagen. Wollen wir los?“
Ich nickte, eigentlich wollte ich mich noch von den andren verabschieden, wusste aber dass sie noch schliefen.

„Willst du noch mit hochkommen?“, fragte ich Trace, als wir bereits vor dem Bellagio standen.
„Wenn ihr euch jetzt zum Frühstück trefft, will ich nicht stören, außerdem muss ich die Jungs wecken, wir fahren bald los“
„Wohin diesmal?“
„Talsa“
„Es war schön dich zu sehen Trace“, sagte ich und legte meine Arme um ihn.
„Ja fand ich auch, wir telefonieren okay und danke“
„Wofür?“, fragte ich ungläubig.
„Dank dir, hab ich seit Wochen mal wieder durchgeschlafen“
„Jederzeit. Ruf mich an“, sagte ich und ließ ihn langsam los, er hielt noch meine Hand und sah mich traurig an.
Ich erwiderte seinen Blick und lächelte ihm aufmunternd zu, drehte mich um und verschwand im Hotel.

Ich ging schnell nach oben in die Suite und huschte sofort ins Bad, genoss die warme Dusche, machte mich fertig. Ich ging wieder in den Flur unserer Suite, Neeles Zimmertür stand offen, ich lugte hinein aber niemand war mehr zu sehen, offenbar waren sie bereits runter um zu frühstücken.
Ich überlegte kurz, entschloss mich dann aber doch ihnen zu folgen. Auf dem Gang traf ich Tom, der mich müde ansah.
„Hey, na lange Nacht gehabt?“, begrüßte ich ihn freudestrahlend.
„Hm… wo warst du denn gewesen? Ich hab deine Sms erst heut morgen gesehen“
„Ich hab noch jemanden vorm Club getroffen“
„Ah…okay… schade war noch lustig gewesen, hast was verpasst“
„So wie du aussiehst, sicherlich“, gab ich kichernd zurück.
„Ja mach dich nur lustig über mich, ich glaub ich hab drei Stunden geschlafen, höchstens“
„Man sieht´s“
„Na danke für die Blumen…Ist Neele…also sind sie…“
„Keine Ahnung, sie waren schon weg als ich eben zurück kam“
„Du warst die Nacht über weg?“
„Ja, ich hab bei nem Freund geschlafen, wie gesagt zufällig getroffen. Ich wollte die beiden ja nicht stören“
„Aha okay… Ähm.. wo sind die beiden jetzt?“
„Frühstücken, da gehen wir jetzt auch hin“, sagte ich bestimmend und hakte mich bei ihm ein.
„Ich weiß nicht… ich will da nicht…“
„Du solltest es ihr sagen Tom“
„Was?!“
„Du weißt genau, was ich meine Tom Felton“
„Nein tut mir leid, weiß ich nicht“, erwiderte er auf einmal ziemlich gereizt und blieb abrupt stehen.
„Lass uns frühstücken gehen okay“
Während wir mit dem Aufzug nach unten fuhren, wurde die Stimmung zwischen uns wieder angenehmer und wir kamen auf ein schöneres Thema zu sprechen. Ich erzählte ihm dass ich vorhatte trotzdem auf die Ring Con nach Deutschland zu fahren und dass wir uns dort wieder sehen würden. Er wiederum erzählte mir dass er bereits Neele gebeten hatte ihn zu begleiten.
„Na das ist doch toll, das wird ein tolles Wochenende“
Er nickte, der Aufzug öffnete sich und wir gingen gemeinsam in eines der Restaurants, von dem wir vermuteten dass die beiden dort waren.
Wir traten herein und konnten die beiden schon erblicken.
Bevor ich irgendetwas sagen konnte, erhob Tom das Wort.
„Neele, können wir mal kurz reden?“
„Ja, klar.“ Sie gab Rob einen flüchtigen Kuss, umarmte mich kurz und ging dann hinter Tom her ins Foyer.
Rob starrte den beiden mit einem seltsamen Blick nach.
„Hey..huhu… Guten Morgen“, sagte ich und wedelte mit der Hand vor seinem Gesicht herum, nachdem ich mich zu ihm an den Tisch gesetzt hatte.
Entschuldigend sah er mich an. „Guten Morgen, äh.. tut mir leid…“
„Schon okay…“, antwortete ich und studierte derweil die Speisekarte.
„Was denkst du worüber die beiden reden?“, fragte er auf einmal neugierig und blickte immer noch in die Richtung, in die die beiden gegangen waren.
„Keine Ahnung… Ich denke Tom möchte einfach nur wissen, ob alles klar ist zwischen Euch, das ist es doch hoffentlich?“
Er musterte mich nachdenklich. „Ja sicher… Warum mischt Tom sich da überhaupt ein. Ich mein…. dass Kellan und du, dass bin ich ja gewohnt, aber was will der jetzt?“
„Rob, er ist ihr Freund… sie verstehen sich gut, mehr ist da nicht. Sie war fertig als sie hier ankam, völlig durch den Wind, er fragt sie sicherlich nur nach ihrem Befinden“
„Gut, der hat seine Griffel von ihr zu lassen“, murmelte Rob leise, aber ich hörte es dennoch.
Ich seufzte erleichtert auf, als Neele und Tom zurück an den Tisch kamen. Rob nickte Tom nur leicht zu, dieser nickte zurück, keinerlei weitere Worte zur Begrüßung zwischen den beiden. Männer sind komisch, dachte ich nur und sah in Neeles Gesicht, die die beiden skeptisch beäugte.
Neele und ich unterhielten uns während des Frühstückst und ich erzählte ihr von meinem Wiedersehen mit Trace. Aus dem Augenwinkel heraus sah ich immer wieder mal zwischen Tom und Rob hin und her. Rob hatte seine eine Hand Besitz ergreifend auf Neeles Oberschenkel gelegt und funkelte Tom provokativ an.
Was war das hier? Steckte er sein Revier ab?
Ich hatte eine Vermutung bezüglich der Sache mit Tom. Tom hatte mehr Gefühle für Neele als er sich eingestehen wollte und es war nur eine Frage der Zeit bis es ihm bewusst wurde, beziehungsweise bis er es sich eingestehen würde.
Vielleicht irrte ich mich auch, aber die Zeichen waren zu eindeutig. Wie würde Neele reagieren und was würde es für die Beziehung der beiden bedeuten? Konnten sie überhaupt noch mit einander befreundet sein?
Mein Handy riss mich aus meinen Gedanken. Ich sah auf das Display und nahm freudestrahlend ab.
„Hey Schatz….Ja sicher… ähm ich weiß nicht… oh das wäre klasse… Hast du… oh klasse, wann geht er?“ Ich starrte auf meine Armbanduhr und biss mir unbewusst auf meine Unterlippe. „Ja das schaff ich, okay dann bis später“
Neele sah mich fragend an, als ich auflegte. „Es war Kellan, ich fliege in zwei Stunden nach Hause…“, erklärte ich und hob entschuldigend die Schultern.
„Ich geh dann mal nach oben und pack meinen Kram zusammen, ihr bleibt bestimmt noch oder?“
Fragend blickte Neele zu Rob, der immer noch Tom fixierte.
„Roooooooob, kannst du jetzt mal damit aufhören. Wann fliegen wir zurück?“
Schnell fuhr er mit dem Kopf zu Neele herum und sah sie verwirrt an.
„Entschuldige Liebes, was ist…“
„Komm mir jetzt nicht so Robert“, zischte sie genervt. „Wir sind hier nicht beim Hahnenkampf, also benimm dich jetzt anständig gegenüber Tom, hast du mich verstanden“
Er warf Tom einen hasserfüllten Blick zu, nickte aber schließlich doch.
„Ich denke für mich ist es auch Zeit zu gehen, Naischel mein Flieger geht um dieselbe Zeit, ich kann dich zum Flughafen mitnehmen“, warf Tom nun ein, stand auf und ging um den Tisch herum, um sich von Neele zu verabschieden, die sich ebenfalls erhob.
Er umarmte sie lange, ehe er sich von ihr löste. Robs Blick war eindeutig, der Hass auf Tom stieg von Minute zu Minute an.
„Wir sehen uns dann nächste Woche Kleines, ich freue mich schon“, säuselte er liebevoll und gab ihr einen Kuss auf die Wange, nickte Rob zu und stolzierte davon.
Rob wollte gerade etwas sagen, als ich ihm dazwischen fuhr. „Ich mach mich dann auch mal, wir sehen uns vermutlich in Vancouver wieder“, ich umarmte Neele noch schnell und folgte Tom zum Aufzug. Er stand mit einem großen Grinsen davor.
„Du konntest es nicht lassen oder….“, murmelte ich genervt und stieg ein….

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