Kellan und ich standen immer noch bei den Sicherheitsbeamten, der uns nicht durchlassen wollte.
Kellan diskutierte noch mit diesem herum, als ich plötzlich Neele laut Robs Namen rufen hörte. Ich drehte mich zu ihr herum und sah nur noch wie sie auf die Strasse rannte und immer wieder Robs Namen rief, dann sah ich ihn. Er rannte ihr ebenfalls entgegen, ich stumpte Kellan an. „Kellan, guck mal!“
Sofort fuhr er herum und folgte meinem Blick und wir beobachteten das Schauspiel, was sich nur wenige Meter vor uns abspielte.
Rob rannte ohne auf den Verkehr zu achten auf die Strasse, wurde beinahe noch von einem Taxi überfahren, das wild hupend von dannen fuhr. Neele sprang ihm entgegen, er zog sie fest an sich und was dann folgte, war wohl das romantischste was ich bis dahin jemals gesehen hatte. Sie küssten sich, vergaßen alles um sich herum.
„Oh…das ist Mr. Pattinsons Freundin?“, fragte der Sicherheitsbeamte ungläubig.
„Natürlich Sie Idiot und jetzt lassen sie uns zu unserem Freund durch!“, hörte ich Kellan noch sagen, ehe er nach meiner Hand griff und wir zu den beiden liefen.
Ein zufriedenes Lächeln machte sich auf meinem Gesicht breit. Ich wollte ihnen ihren Moment nicht zerstören, allerdings war mein Herzbube da anderer Meinung.
Er räusperte sich und murmelte so laut, dass die beiden es auch ja mitbekamen „Hätte ich gewusst, dass das hier ausartet wie eine Seifenoper, wäre ich zu Hause geblieben“.
Böse funkelte ich ihn an, musste er ihnen den wunderbaren Moment zerstören. „Braucht da jemand mal wieder ein paar Tage Entzug?“, fragte ich ihn herausfordernd und das diabolische Grinsen in seinem Gesicht verschwand.
„Ich glaube, das ist eine sehr gute Idee.“ Neele lachte auf, während Kellan Rob böse ansah. „Hätte ich sie bloß in LA gelassen.“ grummelte er.
Rob wurde von einer Assistentin aufgefordert, mit ihr zu kommen, offenbar ging sein Dreh weiter, wir wollten ihn ja auch nicht aufhalten.
Ich zog Kellan beiseite, damit die beiden sich verabschieden konnten. Sofort legten sich seine Arme um meine Hüften und er sah mich traurig an.
„Das hast du doch nicht ernst gemeint, mit dem Entzug oder?“
„Kommt drauf an, wie du dich benimmst“, sagte ich grinsend.
„Das wagst du nicht…Damit würdest du dir doch nur selbst schaden“
„Würde ich das…?“
„Aber sicher“, erwiderte er und zog mich fester an sich heran um mich zu küssen.
„Also von mir aus können wir gehen!“; hörte ich Neele neben uns sagen. „Es sei denn ihr wollt den New Yorkern noch ne extra Vorstellung geben“, kicherte sie.
„Nee die Schlagzeile habt ihr denen heute schon geliefert“, erwiderte Kellan lachend.
„Also was machen wir jetzt? Wollen wir uns New York angucken?“
„Ich würde gerne ins Hotel zurück…“
„Wir sind in New York und du bereitest lieber ein Hotelzimmer für ein Wiedersehen vor und guckst dir nicht die Stadt an?“
„Kellan!“, zischte ich böse und boxte ihn mit meinem Ellbogen.
„Au, verdammt Schatz“
„Als ob das weh getan hätte… Geh ruhig ins Hotel Süße, wir werden uns ein bisschen New York ansehen, sehen wir uns morgen zum Frühstück?“
„Wieso Frühstück, können wir nicht heute Abend mit ihnen Essen?“
Oh dieser Mann, raubte mir manchmal wirklich den letzten Nerv.
„Kellan, ich denke nicht dass die beiden heute Abend mit uns Essen möchten“
Kellan sah mich fragend an, ehe es ihm endlich dämmerte. „Oh, verstehe“, sagte er schließlich mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht. Neele sah beschämend zu Boden.
„Also dann bis morgen, einen wunderschönen Abend Süße, bis dann“, ich umarmte sie liebevoll, packte mein Grinseäffchen an der Hand und zog ihn mit mir in Richtung des nächsten Taxis.
„Warum lässt du mir nicht meinen Spaß?“, fragte dieser böse als wir einstiegen.
„Weil es manchmal echt unangebracht ist. Sie werden wohl besseres zu tun haben, als mit uns zu essen. Kannst du dich noch an unser Wochenende erinnern, als du aus Chicago kamst?“
„Oh ja….“, antwortete er und sein Grinsen wurde noch breiter.
„Na also… wir sehen sie morgen und gut ist Kellan“
„Wohin darf ich sie bringen?“, fragte der Taxifahrer höflich.
„Central Park, gehen wir ein bisschen spazieren?“
Freudig nickte ich, es gab so viel zu sehen in New York und ich wollte nichts verpassen.
Das Taxi fuhr uns zum Central Park, voller Erwartung stieg ich aus. Es sah traumhaft aus. Kellan nahm meine Hand in seine und sah mich verträumt an. „Warum wusste ich nur dass dir das gefallen würde?“
„Versprich mir dass wir über Weihnachten herkommen“
„Natürlich, wenn du das willst Baby. Ich wusste gar nicht dass du so ein Faible für Weihnachten hast“
„Hab ich an sich auch nicht, aber ich liebe es alles zu dekorieren, ich liebe es durch die Straßen zu schlendern und alles im Weihnachtstaumel zu erleben und ich wollte immer schon mal hier sein, um mir das anzusehen“
„Na dann machen wir das natürlich Schatz“, sagte er und zog mich fest an sich.
„Danke“, sagte ich, stellte mich auf die Zehenspitzen und küsste ihn.
„Ich würde alles für dich tun, vergiss das nie. Du kannst mit mir über alles reden, ich möchte nicht dass es jemals so ausartet wie bei Neele und Rob, versprich mir das“
Überrascht von seinen Worten, nickte ich.
„Ich liebe Dich“, sagte er leise und küsste mich wieder.
„Ich weiß“, murmelte ich leise, ich wusste er wollte es ebenfalls hören, wer hörte nicht gerne dass er geliebt wurde, aber ich wusste, wie ich ihn ärgern konnte.
Er wusste auch ohne dass ich jedes Mal aussprach dass ich ihn liebte, denn das zeigte ich ihm immer wieder durch kleine Gesten.
Kellan lächelte zufrieden und wir gingen Händchen haltend im Park spazieren, ab und zu wurde Kellan erkannt und musste ein paar Autogramme schreiben. Es hielt sich allerdings in Grenzen, da alle Paparazzi in New York momentan auf Rob angesetzt waren und kaum einer wusste dass Kellan in der Stadt war. Es war ganz angenehm heute einfach nur ganz normal zu sein.
Nach unserem kleinen Spaziergang, schlenderten wir noch ein wenig durch die Stadt. Ich hatte wahnsinnige Angst mich zu verlaufen, aber Kellan blieb ganz ruhig. „Wir können uns immer noch ein Taxi nehmen, wenn wir uns total verlaufen“, scherzte er.
Wie zwei völlig normale Touristen spazierten wir die Stadt, Kellan kannte sich ein klein wenig in New York aus und miemte den Reiseführer, erklärte mir alles, was ich wissen wollte.
Mittags aßen wir in einem wunderschönen kleinen Restaurant in Manhattan, obwohl ich mich sichtlich unwohl fühlte in dieser Schicki-Micki-Szene, war ich froh Kellan an meiner Seite zu haben, der mich versuchte zu beruhigen. Warum zum Teufel, hatte ich nur nachgegeben und mich von ihm in diesen Sushi Tempel führen lassen?
„Probier das doch mal wenigstens, das schmeckt wirklich gut und Fisch ist außerdem sehr gesund“
„Ich mag aber keinen rohen Fisch“, sagte ich trotzig und Kellan verdrehte nur seine Augen.
„Hast du schon mal Sushi gegessen?“
Zögernd schüttelte ich den Kopf.
„Na also, wie kannst du etwas nicht mögen, wenn du´s nicht mal kennst?“
„Ich weiß es einfach“
„Schatz, bitte, probier es doch wenigstens. Tu mir den Gefallen“
„Kann ich nicht einfach nur den Reis essen?“
„Probier es!“, sagte er jetzt ziemlich bestimmend, anscheinend verlor er langsam die Geduld mit mir und hielt mir ein Stück Sushi hin.
„Kellan bitte, lass mich doch einfach diesen Reis da aus dem Blatt rollen und den essen, bitte“
Ich stocherte mit meiner Gabel, die ich mir extra hatte kommen lassen auf meinem Teller herum und versuchte den Reis von seinem Mantel zu befreien, damit ich den wenigstens essen konnte.
„Das ist Seetang und der Reis wird dir so nicht schmecken“
„Natürlich wird er das, guck…“, ich lud mir ein wenig Reis auf die Gabel und stopfte sie mir in den Mund, dabei Kellans Gesicht nicht aus den Augen lassend, der mich musterte. Angewidert vom säuerlichen Geschmack in meinem Mund verzog ich das Gesicht. Er hatte Recht, noch nicht einmal der Reis schmeckte mir.
„Probier den Fisch und die Wasabi dazu oder die Sojasauce“
Ich nahm einen großen Schluck meines Wassers und schüttelte immer noch angewidert den Kopf.
Kellan konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
„Du bist schlimm, wollen wir woanders hingehen?“
„Nein, eß ruhig, ich hab eh keinen Hunger“
„Naischel…“
„Kellan…“, äffte ich ihn nach.
„Du bist unmöglich…. Warum probierst du nicht wenigstens den Fisch?“
„Weil ich morgen auch noch leben will…nein danke Kell, ich hasse Fisch“
„Hast du schon mal richtig guten Fisch gegessen und damit meine ich keine Fischstäbchen“
Ich dachte nach, konnte aber nur mit dem Kopf schütteln.
„Siehst du und du probierst ihn nicht einmal. Ich esse sehr gerne Fisch, daran wirst du dich gewöhnen müssen“
„Das heißt doch nicht dass ich den auch essen muss“
„Es wäre schon schön wenn du auch ein bisschen auf deine Ernährung achten würdest“, antwortete er trocken.
„Was soll dass denn jetzt heißen?“, zischte ich leise.
„Nichts Schatz… ich bin fertig - wollen wir gehen?“, versuchte er vom Thema abzulenken. Böse funkelte ich ihn an, ernährte ich mich etwa nicht gesund genug, na gut ja, er hatte ja Recht, aber wozu sollte ich kochen? Er war schließlich kaum da und wenn, gingen wir essen und für eine Person zu kochen, dazu war mir der Aufwand zu viel.
Während Kellan bezahlte, stapfte ich angesäuselt nach draußen und sah mir das Treiben auf der Straße an.
Kellan umarmte mich von hinten und küsste meinen Nacken. „Sei doch nicht böse, so war das nicht gemeint“
„Ich hab das schon richtig verstanden, ich ernähre mich zu ungesund und das passt dir nicht“
„Schatz, bitte, streiten wir jetzt auch noch wegen dem Essen?“
„Du willst doch dass ich rohen Fisch esse“
„Nein ich wollte, dass du ihn probierst, das ist ein Unterschied“
„Ich mag keinen Fisch, muss ich jetzt alles mögen, was du magst?“
„Das verlangt doch keiner“
„Klang aber so“
„Dann tut es mir leid. Ich wollte nur, dass du ihn probierst, das war alles“
Genervt zuckte ich mit den Schultern, als mein Handy in dem Moment klingelte.
Ich zog es aus meiner Tasche und als ich sah wer anrief, änderte sich meine Laune schlagartig, was man mir wohl auch ansah.
Freudestrahlend nahm ich ab und würde sogleich von einer zauberhaften Stimme begrüßt.
„Na endlich, hey Baby“
„Hey“
„Wo bist du? Was macht ihr?“
„Wir sind in New York City”, rief ich enthusiastisch ins Telefon.
„Neiiiiiiiiin, ehrlich, wahnsinn, ich auch. Wir haben nen Gig heute Abend, wollt ihr kommen?“
„Ähm…ich weiß nicht, da müsste ich Kellan fragen, aber…“
„Frag ihn, ruf mich dann zurück, was macht ihr jetzt noch? Wo seit ihr?“
„Ähm, keine Ahnung, wir waren in so nem Sushi Tempel in Manhattan“
„Im Twist?“
„Hm… ja…“
„Ich bin ganz in der Nähe, ich komm rum, bis gleich“
„Okay bis gleich“
Kellan musterte mich immer noch als ich auflegte.
„Was?“, fragend hob ich eine Augenbraue.
„Ich wundere mich nur, welche Person es schafft dein Gesicht so zum Strahlen zu bringen“
„Das schaffst du auch immer wieder“
„Aber nicht so… also wer war das?“
„Trace, sie sind in der Stadt und haben einen Auftritt heute Abend, können wir bitte hingehen?“
„Alles was du möchtest….“
„Oh danke Schatz, ich weiß das ist nicht…“
„Ja aber man geht Kompromisse ein, wenn man sich liebt…das ist wie mit dem Fisch“ unterbrach er mich.
„Musst du damit wieder anfangen?“
„Lerne ich ihn jetzt endlich mal persönlich kennen, deinen Trace?“, erwiderte er und es klang eher wie eine Feststellung.
Ich nickte und sah ihn entschuldigend an.
„Es ist okay, wenn du dich gut mit ihm verstehst, wirklich“
Zufrieden sah ich ihn an, ich hatte immerhin auch nichts gegen seine innige Freundschaft mit Ashley einzuwenden, warum sollte er da etwas gegen Trace haben?
Genau in dem Moment kam er um die Ecke und sein Gesicht zierte genau wie meines ein breites Lächeln.
Ich lief ihm entgegen und sank in seine Arme, die mich sofort umschlingen. Fest drückte ich mich an ihm, ich hatte ihn wirklich vermisst und gerade in dem Moment wurde mir bewusst wie sehr.
„Hey Kleine, da scheint mich wer vermisst zu haben“
„Na klar, komm ich will ihn dir jemanden vorstellen“, sagte ich und drückte ihm einen Kuss auf die Wange.
Kellan stand immer noch da wie angewurzelt und beobachtete uns.
Irgendwie war das schon komisch, die beiden nun wichtigsten Männer in meinem Leben an einem Ort versammelt zu haben.
Ich seufzte und stellte sie einander vor. Sie begrüßten sich so freundlich wie ich es angenommen hatte und schienen sich auch gut zu verstehen, was mir noch mehr Freude machte.
Wir verbrachten den Nachmittag zusammen und fuhren mit der Fähre zur Statue of Liberty. Zwar hatten meine beiden Herren nicht sonderlich Lust dazu, aber mit meinem Hundeblick konnte ich beide ganz gut einwickeln.
„Ist es nicht unglaublich wie sie uns manipulieren kann?“, fragte Trace lachend und Kellan stimmte mit ein.
„Ja ihr habt leicht reden, für euch ist es ja nur die blöde olle Freiheitsstatue, für mich ist dass alles total neu und jetzt will ich Fotos machen und vor allem da ´rauf“, rief ich begeistert, was die beiden aufstöhnen ließ.
„Muss dass sein? Ich warte lieber hier unten“; antwortete Trace weniger begeistert.
„Ihr kommt da schön beide mit hoch, kommt schon, wenn ich schon mal hier bin, will ich auch was sehen“, bettelte ich und wieder hatte ich damit Erfolg.
Wir stellten uns unten vor die Statue und ich zwang die beiden zu Fotos. Ich stand in der Mitte der beiden und grinste über alle Backen, während wir Erinnerungsfotos schossen, natürlich wurden sie ziemlich unscharf, da ich versuchte uns alle drei auf ein Bild zu quetschen, aber das war mir egal, was zählte war der Moment.
So verbrachten wir den kompletten Nachmittag zusammen, bis sich Trace am frühen Abend verabschieden musste. Er gab uns noch die Adresse, wo heute Abend das Konzert stattfinden sollte und machte sich auf den Weg zu dem kleinen Club.
Wir hingegen machten uns ebenfalls auf den Weg ins Hotel. Ich hatte tierischen Hunger und freute mich schon auf irgendetwas „ungesundes“ aus dem Hotelrestaurant.
„Trace ist wirklich nett“, warf Kellan ein, als wir ins Taxi stiegen.
„Natürlich, denkst du sonst wäre ich mit ihm befreundet?“, erwiderte ich trocken und sah ihm im Augenwinkel lächeln.
Schweigend verlief die Fahrt zum Hotel zurück. Wir stiegen aus und fuhren mit dem Aufzug in unser Zimmer.
Kaum angekommen, warf ich mich fix und fertig aufs Bett. Kellan ließ sich seufzend neben mich sinken.
„Müde?“
„Geschafft ja… Es war ein aufregender Tag, findest du nicht?“
„Ja das war es…aber er war wunderschön“
„Er ist noch nicht zu Ende“, murmelte ich und kuschelte mich an ihn.
„Was hälst du von einem gemeinsamen Bad? Danach könnten wir uns noch etwas zu Essen aufs Zimmer kommen lassen und dann gehen wir zu deinem Konzert…“, schlug Kellan vor.
„Ja sehr gerne, ich hab tierischen Kohldampf“, gab ich offen zu und wie sollte es anders sein, genau in diesem Moment, meldete sich mein Magen zu Wort.
Kellan und ich mussten gleichzeitig anfangen zu lachen.
Während ich unser Bad einließ, bestellte Kellan bereits beim Zimmerservice.
Genüsslich ließ ich mich ins warme Wasser sinken. Kellan kam kurze Zeit später zu mir. Wie immer wenn ich ihn nackt sah, konnte ich meine Augen nicht mehr von ihm abwenden, meine Augen wanderten begierig über seinen durchtrainierten Körper.
Er grinste verlegen und ließ sich hinter mich ins Wasser gleiten, natürlich konnten wir unsere Finger nicht bei uns behalten und so wurde aus dem Bad ein prickelndes Vergnügen, dass im Schlafzimmer endete.
Hin und wieder schweiften meine Gedanken ab zu Neele, ob Rob schon bei ihr war?

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